Lokales FD 29.05.2026

„Lauf, Forrest, lauf“: Polizei-Eliteteams kämpfen sich durch Hünfeld

Hünfeld – Von Silas Messing – Blaulicht, Kommandos, jubelnde Zuschauer und völlig erschöpfte Einsatzkräfte im Laufschritt durch die Innenstadt: Die Abschlussübung der XVI. bundesoffenen Vergleichsübung der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten verwandelte Hünfeld am Donnerstagabend in eine sportliche Ausnahme-Kulisse.

Foto: Silas Messing.

Foto: Silas Messing.

Vom Festplatz Haselgrund aus starteten die insgesamt 20 Elite-Teams der Polizei aus Bund und Ländern in den finalen Wettkampf der mehrtägigen Großübung. Unter dem Namen „Forrest Gump“ wartete zum Abschluss noch einmal eine Aufgabe, die den Teilnehmern körperlich wie taktisch alles abverlangte.

Schon vor dem Start machte der stellvertretende Abteilungsführer der Bundespolizeiabteilung Hünfeld, Polizeioberrat Julian Neumann, deutlich, worum es bei der Veranstaltung neben dem sportlichen Wettbewerb vor allem geht: Zusammenarbeit.

„Solche Veranstaltungen entstehen nicht allein durch Planung, Material oder Infrastruktur“, sagte Neumann bei der Begrüßung auf dem Festplatz. „Sie entstehen vor allem durch Vertrauen, gegenseitige Unterstützung und das gemeinsame Verständnis, dass große Herausforderungen nur gemeinsam erfolgreich bewältigt werden können.“

Besonders hob er dabei die Unterstützung der Stadt Hünfeld hervor. Die Kommune habe die Veranstaltung nicht nur organisatorisch begleitet, sondern „mit echter Partnerschaft“ unterstützt. Dafür sprach Neumann der Stadt ausdrücklich seinen Dank aus.

Auch die Wahl des Übungsnamens sei bewusst getroffen worden. „Forrest Gump läuft eigentlich ständig und oft versteht sein Umfeld nicht, warum er überhaupt läuft“, sagte Neumann mit Blick auf den bekannten Filmklassiker. Dahinter stecke jedoch eine besondere Botschaft: „Nicht jede Leistung entsteht aus Lautstärke oder Selbstdarstellung. Oft entstehen besondere Leistungen aus Ausdauer, Verlässlichkeit und dem Willen, einfach nicht stehenzubleiben.“

Wenig später wurde es dann ernst. Auf dem Festplatz wartete zunächst ein Hindernis-Parcours auf die Teams. Mit Rettungstragen, Schutzhelmen und kompletter persönlicher Ausstattung mussten die Einsatzkräfte verschiedene Hindernisse überwinden und gleichzeitig taktische Aufgaben lösen. Immer wieder feuerten Zuschauer die Teilnehmer lautstark an, während die Polizisten bei sommerlichen Temperaturen an ihre Belastungsgrenzen gingen.

Die Strecke führte anschließend quer durch Hünfeld. Immer wieder waren die Teams im Laufschritt durch die Innenstadt unterwegs, ehe es für einige Teilnehmer sogar noch ins Wasser ging. Spätestens dort wurde sichtbar, wie kräftezehrend die vergangenen beiden Wettkampftage gewesen sein mussten.

Trotz aller Konkurrenz stand jedoch vor allem der Teamgedanke im Mittelpunkt. Immer wieder unterstützten sich die Mannschaften gegenseitig, halfen erschöpften Kollegen über Hindernisse oder motivierten sich lautstark auf den letzten Metern.

Auch Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok richtete sich vor dem Start an die Teilnehmer. „Es ist jetzt die letzte Station eines sicherlich anspruchsvollen Wettkampfes“, sagte er. Mit einem Augenzwinkern ergänzte er: „Beim Fußball würde man sagen: Geht raus, habt Spaß.“

Zugleich versprach er der Siegermannschaft noch eine besondere Überraschung. „Die Kameraden hier aus Hünfeld kennen’s schon – ihr werdet es nachher kennenlernen“, sagte Tschesnok unter dem Applaus der Zuschauer.

Die XVI. Vergleichsübung gilt bundesweit als eine der anspruchsvollsten Veranstaltungen für die spezialisierten Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten. Insgesamt waren rund 120 Polizeibeamtinnen und -beamte aus ganz Deutschland beteiligt. Neben Teams aller Bundesländer nahmen auch Einheiten der Bundesbereitschaftspolizei teil. Bereits seit Mittwoch mussten die Einsatzkräfte an zahlreichen Stationen ihre körperliche Belastbarkeit, taktisches Geschick und Teamfähigkeit unter Beweis stellen.

Die Abschlussübung in Hünfeld bildete nun den emotionalen Höhepunkt der Veranstaltung – laut, schweißtreibend und geprägt von großem Teamgeist. Die ersten drei Plätze belegten: BFE Berlin (Platz Eins), BFE Thüringen (Platz Zwei), BFE Blumberg (Platz Drei).

Die Abschlussübung der XVI. bundesoffenen Vergleichsübung. Fotos: Silas Messing.