„Es ist, glaube ich, kein ganz schlechter Gegner, auf den wir da treffen“, schmunzelt Spielertrainer Fabian Lehmann vor dem Duell mit den formstarken Hünfeldern – die Vorfreude bei der Spielgemeinschaft aus Herbstein, Lanzenhain und Engelrod ist aber gerade deshalb riesig: „Man freut sich immer, wenn man sich mit den besten Mannschaften messen kann. Und da gehört der HSV zweifelsohne dazu. Nach der SG Barockstadt ist Hünfeld die beste osthessische Mannschaft, dafür genügt ein Blick auf die Tabelle der Hessenliga.“ In Hessens höchster Amateurspielklasse belegen die Haunestädter aktuell den sechsten Rang und mussten zuletzt eine 1:3-Niederlage gegen die U21 von Darmstadt 98 hinnehmen – zuvor marschierte das Team von Johnny Helmke allerdings von Sieg, aus elf Spielen holte der HSV 25 von möglichen 33 Punkten und sorgte unter anderem mit einem Heimsieg gegen den Nachwuchs von Eintracht Frankfurt für ein dickes Ausrufezeichen.
Fabian Lehmann und Co. geben sich trotz der beeindruckenden Form des Gegners keinesfalls im Vorfeld geschlagen, wenngleich es für die FSG in der Liga noch um wesentlich mehr geht als für den Hünfelder SV. Die Vogelsberger stecken in der abermals extrem engen Gruppenliga noch mitten im Abstiegskampf. „Wir haben in der Liga noch etwas zu tun, das hat Priorität“, betont Lehmann, fügt aber an: „Wir werden trotzdem keine Experimente machen, was die Aufstellung angeht. Dafür ist es ein Pokalfinale. Ich weiß gar nicht, ob die FSG Vogelsberg jemals im Endspiel stand. Das ist etwas Besonderes.“ Lediglich Lars Bourscheidt, der sich mit Leistenproblemen herumplagt, wird im Endspiel nicht zum Einsatz kommen.
Auch neben dem Platz haben sich die Verantwortlichen der FSG einiges einfallen lassen, beispielsweise werden beide Teams in Herbstein mit Einlaufkindern einlaufen. „Das ist für viele sicherlich auch das erste Mal“, betont Lehmann, dessen Verein sich im Vorfeld mit dem Hünfelder SV auf eine frühere Anstoßzeit verständigte – Grund dafür ist das Champions-League-Halbfinale zwischen Bayern München und Paris Saint-Germain, das Rückspiel in der Allianz-Arena wird um 21 Uhr angepfiffen. „Wir haben uns sogar extra mit Dazn in Verbindung gesetzt, um möglicherweise ein Tagesticket zu bekommen, damit beide Teams das Rückspiel im Anschluss zusammen verfolgen können. Das hat aber leider nicht geklappt“, gibt Lehmann Einblicke, der dem Spiel auch als Nicht-Bayern-Fan entgegenfiebert: „Gerade nach dem Hinspiel muss man diese Partie einfach sehen, deswegen bin ich froh, dass Hünfeld dem zugestimmt hat. Dort gibt es sicherlich auch den einen oder anderen Bayern-Fan.“
