„Vor dem Wochenende dachte ich eigentlich, dass uns das gar nicht so gut reinpasst“, erläutert Oliver Hasenauer, Vorsitzender der Borussen und aktuell Interimstrainer: „Aber vielleicht ist das jetzt doch ganz gut, um die Köpfe mal freizubekommen.“ Die Fuldaer, die aus ihren Aufstiegsambitionen schon während der laufenden Spielzeit keinen Hehl machten, führen die Tabelle der Kreisoberliga aktuell zwar weiter an, verspielten im Laufe der vergangenen Wochen jedoch ihren souveränen Vorsprung und sind nun punktgleich mit dem RSV Petersberg – und Ehrenberg lauert nur drei Punkte dahinter auf Platz drei. „In das Duell gegen Flieden können wir jetzt ohne Druck gehen und hoffentlich mal befreit aufspielen. In der gesamten Rückrunde hatten wir eigentlich permanent extremen Druck. Die Jungs sollen das jetzt einfach mal genießen, im Stadion spielen zu können.“
Die Favoritenrolle ist zumindest im Vorfeld klar verteilt, dennoch hat auch der SV Flieden im Moment andere Sorgen als den Fuldaer Kreispokal: Nach einer zumindest ergebnistechnisch schwachen Restrunde mit nur zwei Siegen aus zwölf Partien ist die Elf von Christian Kreß in der Verbandsligatabelle immer weiter abgerutscht und befindet sich mitten im Abstiegskampf – das ist auch den Fuldaer Verantwortlichen natürlich nicht entgangen. „Flieden steckt in Schwierigkeiten, aber sie sind natürlich trotzdem der klare Favorit. Für uns geht es darum, so lange wie möglich mitzuhalten und das Spiel offen zu halten“, betont Oliver Hasenauer: „Ich habe ihre Spiele zuletzt nicht so verfolgt, aber in Kassel war das ein ordentlicher Auftritt. Vielleicht kommt das Spiel auch für Flieden zum richtigen Zeitpunkt, um mal auf andere Gedanken zu kommen.“
Mit Blick auf den Ticketverkauf sagt Hasenauer zudem: „Es ist auch möglich, am Tag des Halbfinals noch Karten im Vorverkauf zu erwerben. Das ist ein Vorteil für uns als Verein und für die Zuschauer selbst, weil es dann alles schneller geht. Aber auch an der Abendkasse wird es noch Tickets geben. Alle sind herzlich eingeladen, vorbeizuschauen.“
Auch Fliedens Trainer Christian Kreß blickt der Partie mit besonderer Bedeutung entgegen. „Wir haben wichtige Spiele in den kommenden Wochen in der Liga und wollen im Kreispokal den Turnaround schaffen“, so Kreß. „Ich kenne noch die engen Spiele aus meiner Kindheit, als Flieden gegen Borussia das Osthessenderby schlechthin war. Ich hoffe auf eine gute Kulisse, und wir wollen als Mannschaft die Trendwende schaffen. Das bringt einfach viel Prestige mit.“
Der Blick geht dabei klar in Richtung Finale: „Wir haben nicht Hofbieber und Eichenzell ausgeschaltet, um im Halbfinale auszuscheiden – wir wollen ins Finale. Wir müssen als Mannschaft geschlossen angreifen und verteidigen. Wenn wir uns mehr Chancen als zuletzt herausspielen und individuelle Fehler abstellen, kann das ein gutes Spiel werden.“ Im Finale des Kreispokals wartet am kommenden Mittwoch der SV Neuhof. Gespielt wird das Endspiel in Johannesberg.
