Geht Borussia den letzten Schritt?
Die Borussia hat nach wie vor alles in der eigenen Hand und kann am Samstag den finalen Schritt zur Meisterschaft gehen. Aufgrund des besseren direkten Vergleichs gegenüber dem RSV Petersberg und drei Punkten Vorsprung reicht ein Sieg aus den letzten beiden Spielen – und Trainer Oliver Hasenauer und seine Männer wollen die Entscheidung schnellstmöglich herbeiführen. „Wir gehen es wie ein Endspiel an. Wir haben es lang genug spannend gemacht“, so der Trainer. Die SG Marbach/Dietershan wird im Lager der Borussen trotz eines für die Tabelle unwichtigen Spiels keineswegs unterschätzt, denn eine Meisterschaft offenzuhalten, ist mit Sicherheit das Ziel der Gastgeber. Einen erhöhten Druck hat der Trainer zudem bei seiner Mannschaft im Training nicht bemerkt. „Wir hatten ja die ganze Zeit schon Endspiele“, so Hasenauer mit Blick auf die mentale Verfassung seines Teams. Sollte es zu dem Erfolg am Samstag kommen, ist im Vorfeld noch nichts Konkretes an Feierlichkeiten geplant. „Spontan ist immer am besten“, erklärt der Coach schmunzelnd. Für den potenziellen Titelgewinn kann er aus dem Vollen schöpfen und hat alle Spieler mit an Bord.
Für den RSV Petersberg rund um Trainer Stanislav Szilagyi geht es ebenfalls ans Eingemachte. Die letzten zwei Spieltage entscheiden über die finalen Tabellenpositionen eins, zwei oder drei. Die Herangehensweise wird sich durch diese brisante Ausgangslage jedoch nicht verändern. „So wie immer: Wir wollen gewinnen“, gab der Trainer die Marschroute vor. Das Hinspiel konnte seine Mannschaft gegen die FSG Dipperz/Dirlos knapp mit 4:3 für sich entscheiden, weshalb auch diesmal wieder ein spektakulärer Schlagabtausch droht. „Wir wollen offensiv spielen, wie wir es die ganze Saison gemacht haben. Es bringt nichts, sich hinten reinzustellen“, erklärt der Coach.
Der Übungsleiter blickt auch aufgrund des vergangenen Wochenendes, als sich seine Mannschaft mit 2:1 gegen die SG Hilders/Simmershausen durchsetzen konnte, positiv auf die anstehende Aufgabe. In dieser Partie habe sein Team das Geschehen komplett beherrscht. Großen Druck verspüre er weder bei sich selbst noch bei seiner Mannschaft. „Die Jungs würden sich sehr freuen, wenn wir die Relegation erreichen, aber wir haben gar nichts zu verlieren“, so der Trainer. Als es in den letzten Jahren in der Gruppenliga um den Klassenerhalt ging, sei die Situation rund um den psychologischen Druck eine völlig andere gewesen. Personell hat der Übungsleiter mit Maxim Meister, Lennart Aschenbrücker und Ozan Sentürk drei sichere Ausfälle zu beklagen, zudem ist der Einsatz von Florian Bott noch ungewiss. Die FSG Dipperz/Dirlos ist derweil noch nicht voll und ganz gerettet, steht mit einem Polster von vier Punkten bei zwei verbleibenden Spielen jedoch recht komfortabel da. Auf den anderen Sportplätzen der Liga ist die Lage nicht minder dramatisch. Direkt hinter Petersberg lauert die SG Ehrenberg auf ihre Chance auf den Aufstiegsrelegationsplatz. Mit drei Zählern Rückstand könnte die SG zu Hause gegen den SV Müs mit einem Dreier enormen Druck aufbauen. Im Tabellenkeller wird es ebenfalls noch einmal richtig eng: Neben Dipperz/Dirlos geht es für weitere vier Mannschaften um das sportliche Überleben. Die SG Schlitzerland hat dabei die schlechtesten Karten. Das Team muss aus den letzten zwei Spielen mindestens vier Punkte holen und trifft nun auf den TSV Bachrain. Einen Platz davor steht der TSV Pilgerzell, dem lediglich ein mickriger Zähler auf das rettende Ufer fehlt – die Mannschaft fordert zu Hause die SG Hilders/Simmershausen heraus. Der FV Horas belegt aktuell den ersten Nichtabstiegsplatz und muss gegen den FT Fulda antreten. Der Fünfte im Bunde ist der FSV Germania Fulda, der allerdings erst am Mittwoch ins Geschehen eingreifen wird.
Meisterschaftsfernduell im Norden
In der Kreisoberliga Nord spitzt sich der Titelkampf gewaltig zu und kann am Wochenende in zwei Richtungen final entschieden werden. Bei einem Sieg der FSG Bebra im Derby gegen die SG Rotenburg/Lispenhausen und einer gleichzeitigen Niederlage der SG Dittlofrod/Körnbach im Gemeindederby gegen Blau-Weiß Großentaft würde sich die FSG vorzeitig die Krone aufsetzen. Wenn die Ergebnisse jedoch genau umgekehrt eintreffen, ist Dittlofrod/Körnbach nicht mehr einzuholen. Dem Verfolger werden am letzten Spieltag ohnehin drei Punkte am grünen Tisch gegen den FSV Hohe Luft zugesprochen.
Für Bebras Trainer Maik Leidorf ist die Vorfreude auf das Derby riesig. „Wir wollen einfach das Spiel gewinnen“, erklärt er pragmatisch. Der Druck wird auf der Zielgeraden jedoch nicht kleiner, gerade bei den jüngeren Spielern ist eine gewisse Anspannung spürbar. „Am Ende ist es nur Fußball. Der Druck liegt, wenn, eher bei unseren erfahrenen Spielern“, so der Coach. Dennoch erwartet er einen Gegner, der sich im Prestigeduell mit aller Macht wehren wird. „Es wird kein Selbstläufer. Eventuell brauchen wir auch ein Quäntchen Glück“, so der Trainer. Es sei unbestritten, dass seine Mannschaft die qualitativ bessere ist – dies garantiere jedoch noch lange keine Punkte. Personell sieht es wie in den vergangenen Wochen keineswegs rosig aus: Samuel Cavas kam am vergangenen Spieltag zwar für 20 Minuten zum Einsatz, bei Ahmad Bek ist das Comeback am Wochenende aber noch nicht vollends sicher. Zudem kämpfen Darian Jung und Leidorf selbst aktuell noch gegen eine Erkältung an, während Azad Kaval und Thomas Mousa weiterhin komplett ausfallen.
Abstiegskrimi im Süden
Für den SV Mittelkalbach und Trainer Markus Hohmann geht es in den verbleibenden Spielen ebenfalls um alles. Das Team geht mit reichlich Rückenwind aus den jüngsten drei Partien in die entscheidende Phase – am vergangenen Spieltag konnte die Mannschaft dem feststehenden Meister aus Huttengrund ein Unentschieden abringen. „Wir fahren hin, um im besten Fall drei Punkte zu holen“, so Hohmann. Der Plan ist, möglichst nicht mit leeren Händen aus Kressenbach zurückzukommen. Die vergangenen Wochen haben positive Spuren hinterlassen. „Die Mannschaft hat Spaß und zieht gut mit“, freut sich der Coach. Nachdem am vorangegangenen Wochenende zwei Akteure pausieren mussten, steht nun wieder der komplette Kader zur Verfügung. Auf das Szenario, dass seine Mannschaft mit einem eigenen Dreier und einer gleichzeitigen Niederlage des SV Welkers vorzeitig gerettet wäre, antwortet der Trainer schmunzelnd: „Ich hätte nichts dagegen.“
Neben Mittelkalbach sind noch vier weitere Mannschaften tief in den Abstiegskampf verstrickt. Der Tabellenvorletzte SV Welkers möchte sich mit einem Sieg gegen den TSV Rothemann aus der roten Zone verabschieden. Die Zweitvertretung von Buchonia Flieden steht einen Zähler vor Welkers und Mittelkalbach und hat aktuell 29 Punkte auf dem Konto. Die Fliedener Reserve begrüßt die SG Schmalnau/Hettenhausen zum richtungsweisenden Duell. Punktgleich dazu ist der TSV Weyhers, der die SG Rückers empfängt. Der Letzte im Bunde mit einer vergleichsweise komfortablen Ausgangslage ist die Spvgg. Hosenfeld, die mit vier Punkten Vorsprung in die letzten beiden Partien geht und auswärts auf die SG Löschenrod trifft.
Kreisoberliga Mitte
Samstag
15 Uhr
Marbach/Dietershan – Borussia Fulda (in Marbach)
Ehrenberg – Müs (in Seiferts)
Schlitzerland – Bachrain (in Schlitz)
Petersberg – Dipperz/Dirlos
Pilgerzell – Hilders/Simmershausen
Haimbacher SV – Reulbach/Brand
Germania Fulda – Edelzell/Engelhelms
15.30 Uhr
Horas – FT Fulda
Kreisoberliga Süd
Freitag
19 Uhr
Gundhelm/Hutten – Kerzell (in Gundhelm)
Samstag
15 Uhr
Rothemann – Welkers
Flieden II – Schmalnau/Hettenhausen
Huttengrund – Lauter (in Eckardroth)
Grimmstadt – Mittelkalbach (in Kressenbach)
Weyhers – Rückers
Löschenrod – Hosenfeld
15.30 Uhr
Bellings/Hohenzell – Lütter (in Bellings)
Kreisoberliga Nord
Samstag
12.30 Uhr
Steinbach II – Kiebitzgrund/Rothenkirchen
15 Uhr
Dittlofrod/Körnbach – Großentaft
Weiterode – Jossatal
Gudegrund – Hünfelder SV II (in Niedergude)
Rotenburg/Lispenhausen – Bebra (in Rotenburg)
Philippsthal – Praforst
16 Uhr
Wölf – Eiterfeld/Leimbach II
Friedewald/Ausbach – Haunetal (in Friedewald)
