Fußball 29.05.2026

Kreisoberligen – Ein Titelkampf und zwei absolute Abstiegskrimis

Osthessen (pk) – Hochspannung pur am letzten Spieltag in den Fußball-Kreisoberligen: Am Wochenende fallen die endgültigen und letzten Entscheidungen der Saison. In der KOL Mitte geht es um den Aufstiegsrelegationsplatz und den Abstiegskampf. Der RSV Petersberg braucht am Sonntag um 15 Uhr beim TSV Bachrain lediglich einen Punkt, um sich Platz zwei zu sichern. Die FSG Dipperz/Dirlos empfängt zeitgleich den TSV Pilgerzell zum Abstiegskracher. Im Norden hat die FSG Bebra alles in der eigenen Hand, ist jedoch im Duell bei Hünfeld II zum Siegen gezwungen. Im Süden stehen derweil noch Entscheidungen im Abstiegskampf aus, die bereits am Samstag ab 15 Uhr fallen. Das Spiel der beiden Tabellennachbarn SV Mittelkalbach und TSV Weyhers könnte dabei das Zünglein an der Waage werden.

Der TSV Pilgerzell will den Abstieg verhindern, der RSV Petersberg will die Saison hingegen verlängern. Foto: Justin Klenner

Bebra spielt, Dittlofrod nicht – und einer von beiden wird Meister der KOL Nord. Foto: Pascal Fischer

Weyhers (in Grün) oder Welkers (in gelb) – einen könnte es mit dem Abstieg treffen. Foto: Justin Klenner

Petersberg greift nach der Relegation, Pilgerzell droht der Absturz

Im Kampf um den Aufstiegsrelegationsplatz befindet sich der RSV Petersberg in der Pole-Position. Mit einem Zähler in Bachrain würde die Mannschaft von Stanislav Szilagyi den zweiten Tabellenplatz endgültig festigen. Bei einer Niederlage jedoch könnte die SG Ehrenberg mit einem eigenen Erfolg bei Meister Borussia noch vorbeiziehen. Dies würde nämlich Punktgleichheit bedeuten, die Rhöner haben aber den direkten Vergleich für sich entschieden.

Auch im Abstiegskampf spitzt sich die Lage dramatisch zu. Unter der Woche rettete sich der FSV Germania Fulda mit einem wilden 4:3-Sieg gegen den Tabellennachbarn Edelzell/Engelhelms. Nun dreht sich also alles um drei verbleibende Mannschaften und zwei freie Plätze am sicheren Ufer. Der TSV Pilgerzell hat die schlechteste Ausgangslage des Trios, denn das Team steht seit Mittwochabend auf dem ersten Abstiegsplatz und weist einen Zähler weniger auf als die anderen beiden Konkurrenten. Mit einem Dreier gegen den Rivalen Dipperz/Dirlos wäre Pilgerzell sicher gerettet, bei einer Niederlage muss der Gang in die A-Liga angetreten werden. Ein Unentschieden könnte unter Umständen ebenfalls reichen, dann dürfte der FV Horas jedoch bei der SG Edelzell/Engelhelms keinen Punkt holen. In diesem Szenario wäre Pilgerzell aufgrund des besseren direkten Vergleichs gerettet. Sollten Pilgerzell und Horas hingegen gewinnen, steigt Dipperz/Dirlos ab.

Pilgerzells Trainer Dennis Fischer hatte seine Mannschaft auch im vergangenen Spiel bereits eingeschworen. Vor der Partie gegen Hilders/Simmershausen fragte der Coach, wer schon mal Relegation gespielt habe, und kündigte an, dass das nächste Spiel so werden würde. Es folgte der 4:2-Sieg gegen Hilders. „Jetzt haben wir eine Relegation“, macht Fischer klar. Auf Rechenspielchen bezüglich eines Unentschiedens mag er sich nicht einlassen. Gerade wegen des 100-jährigen Vereinsjubiläums in Dirlos und da am Sonntag nicht mehr alle Ligen spielen, erwartet er ein Derby vor toller Kulisse. Gerade die Aufregung und Nervosität gelte es, schnellstmöglich abzulegen. „Es wird wahrscheinlich erstmal ein Abtasten“, vermutet der Trainer. Wie die ganze Saison bereits wird es personelle Ausfälle geben: Neben drei Langzeitverletzten wird auch Benedikt Herget aufgrund von muskulären Problemen ausfallen. Nichtsdestotrotz habe er eine schlagkräftige Truppe für die Mission Klassenerhalt dabei. Klar ist: In der KOL Mitte fallen die Entscheidungen alle im Künzeller Gemeindegebiet.

 

Meister-Showdown im Norden: Einer spielt, einer schaut zu

In der Kreisoberliga Nord hält die FSG Bebra alle Trümpfe für den Titelgewinn in der Hand, reist aber mit gewaltigem Erfolgsdruck zur Zweitvertretung des Hünfelder SV. Verfolger SG Dittlofrod/Körnbach kann sich das Geschehen entspannt anschauen: Die drei Punkte gegen den zurückgezogenen FSV Hohe Luft wandern kampflos auf das Konto des Tabellenzweiten. Bei einem Unentschieden oder einer Niederlage von Bebra würde Dittlofrod/Körnbach als Zaungast in Hünfeld den Titel bejubeln können. Die Marschroute für die Mannschaft von Maik Leidorf ist also klar. „Ich denke, wir spielen die Saison über generell schon offensiv. Trotzdem sollten wir die Ruhe bewahren“, so der Spielertainer. Das Team wolle nicht zu früh aufmachen und auf Teufel komm raus auf Sieg gehen, sondern sich auf die eigenen Stärken besinnen. Ein frühes Gegentor solle nicht riskiert werden. Eine Stärke sieht der Trainer beim Gegner aus Hünfeld in dessen Defensive, was die Tabelle mit dem zweitbesten Wert der Liga eindrucksvoll unterstreicht. Auch wenn in den letzten Spielen der Saison keine Verstärkung mehr „von oben“ zu erwarte ist, sehe er klare Stärken beim Tabellenfünften.

Gefeiert wird in Bebra unabhängig vom Ausgang des Spiels, denn mindestens hat die Mannschaft die Aufstiegsrelegation sicher. „Vor der Saison wäre die Relegation für uns sehr erfolgreich gewesen“, blickt Leidorf zurück. Jedoch wolle die FSG einen Spieltag vor dem Ende den ersten Platz selbstverständlich nicht mehr abgeben. Personell fällt Ahmad Bek aus, der operiert wird und sechs bis sieben Wochen fehlen wird, und auch bei Samuel Cavas sieht es nach einem Umknicken im vergangenen Spiel nicht gut aus.

 

Nervenschlacht im Süden: Drei

Das direkte Duell der Tabellennachbarn SV Mittelkalbach und TSV Weyhers fungiert am Samstag als echtes Endspiel: Der Sieger hält definitiv die Klasse. Der Verlierer muss zittern und auf Schützenhilfe hoffen. Konkurrent SV Welkers lauert mit einem Zähler Rückstand und muss gegen Bellings/Hohenzell dreifach punkten. Die Concordia steht zwar auf einem Abstiegsplatz, hat es aber aufgrund der Konstellation ebenfalls noch in eigener Hand. Ein Unentschieden reicht Welkers im Parallelspiel derweil nicht, da Weyhers den direkten Vergleich gewonnen hat und Mittelkalbach die uneinholbar bessere Tordifferenz vorweist. Trennen sich Mittelkalbach und Weyhers remis und Welkers gewinnt, steigt Weyhers ab.

Weyhers-Trainer Deniz Yildirim möchte sich vor dem entscheidenden Duell auf keine Rechenspielchen verlassen. „Das Gute ist, dass auch wir alles in der eigenen Hand haben“, erklärt der Coach. Er sieht sein Team auf einem guten Weg. Auch in der vergangenen Partie, als der TSV trotz einer späten 3:4-Niederlage gegen die SG Rückers eine ordentliche Leistung zeigte. Das stimme ihn hoffnungsvoll für das Saisonfinale. Im Training präsentiere sich die Mannschaft bester Laune. „Die Stimmung ist top, auch wenn eine gewisse Nervosität zu spüren ist“, so Yildirim. Diese Anspannung sei vor einem solchen Finale völlig normal und nicht unbedingt negativ. Die taktische Marschroute will der Übungsleiter derweil noch nicht preisgeben: „Man muss schauen, dass man nicht zu viel will. Es wird für beide Mannschaften nicht einfach.“ Yildirim erwartet ein kampfbetontes und aufgrund der hohen Temperaturen sehr intensives Spiel. Personell kann er – wie bereits über weite Strecken der Saison – nicht aus dem Vollen schöpfen: Vier Stammkräfte fehlen definitiv, zudem steht hinter einem weiteren Akteur noch ein Fragezeichen.

 

Kreisoberliga Mitte

 

Freitag

19 Uhr

FT Fulda – Marbach/Dietershan

19.15 Uhr

Schlitzerland – Müs (in Schlitz)

 

Sonntag

15 Uhr

Edelzell/Engelhelms – Horas (in Engelhelms)

Reulbach/Brand – Germania Fulda (in Reulbach)

Hilders/Simmershausen – Haimbacher SV (in Hilders)

Dipperz/Dirlos – Pilgerzell (in Dirlos)

Bachrain – Petersberg

Borussia Fulda – Ehrenberg

 

 

Kreisoberliga Süd                   

 

Samstag

14.30 Uhr

Schmalnau/Hettenhausen – Gundhelm/Hutten (in Hettenhausen)

15 Uhr

Hosenfeld – Rothemann

Rückers – Löschenrod

Mittelkalbach – Weyhers

Huttengrund – Kerzell (in Eckardroth)

Welkers – Bellings/Hohenzell II

15.30 Uhr

Lauter – Grimmstadt (in Heblos)

 

 

Kreisoberliga Nord

 

Sonntag

13 Uhr

Kiebitzgrund/Rothenkirchen – Gudegrund (in Langenschwarz)

15 Uhr

Praforst – Wölf (in Sargenzell)

Rotenburg/Lispenhausen – Philippsthal (in Lispenhausen)

Hünfelder SV II – Bebra

Haunetal – SV Steinbach II (in Wehrda)

Großentaft – Jossatal