Fußball 13.05.2026

Kreisoberliga Nord – Absichtliches Eigentor: SGDK verzichtet auf Punkt

Dittlofrod (jah) – Das Titelrennen in der Fußball-Kreisoberliga Nord ist spannender denn je: Mit Tabellenführer Weiterode, der FSG Bebra und der SG Dittlofrod/Körnbach streiten sich drei Teams um die Meisterschaft, und selbst der Tabellenvierte Großentaft ist noch nicht gänzlich aus dem Rennen. Am Sonntag kam es nun zum kuriosen Szenario, dass das gesamte Führungstrio zeitgleich Niederlagen einstecken musste – besonders im Duell zwischen der SGDK und der Eiterfeld/Leimbacher Reserve kam es dabei zu einer nicht alltäglichen Szene in der Nachspielzeit.

Große Diskussionen nach dem 4:4-Ausgleich von Levin Baumgart. Foto: Pascal Fischer

Was war passiert? Im Nachbarschaftsduell zwischen Dittlofrod und Eiterfeld/Leimbach II liefen bereits die letzten Spielminuten, als die Gäste den Ball im Zuge einer Verletzungsunterbrechung eines eigenen Spielers ins Aus spielten. Den folgenden Einwurf warf die SGDK zum Rivalen zurück – ganz im Sinne des Fairplays. Weil über einen längeren Zeitraum jedoch scheinbar kein Eiterfelder Spieler zum Ball gehen mochte und gar durchließ, nahm sich SGDK-Kapitän Levin Baumgart das Spielgerät, der den Ball frei vor dem Tor nur noch einschieben musste. In einem wilden Spiel war es der späte 4:4-Ausgleich für die Hausherren, die den einen Punkt im Kampf um die Meisterschaft gut hätten gebrauchen können.

Was folgte, waren Diskussionen zwischen beiden Teams und dem Schiedsrichter – ein paar Gästespieler standen offenbar sogar kurz davor, den Platz zu verlassen. Dazu kam es jedoch nicht, weil für das gesamte Dittlofroder Team um Trainer Marko Karamatic und auch für Torschütze Baumgart selbst klar war, nicht auf diese Weise punkten zu wollen. Die Gastgeber entschieden sich schnell dazu, direkt nach Wiederanpfiff Abpfiff ein Eigentor zu erzielen und verloren das Derby so am Ende mit 4:5 – mit einem Remis hätte die SGDK punktetechnisch mit der FSG Bebra gleichziehen können, der Rückstand auf Spitzenreiter Weiterode hätte noch zwei statt drei Punkte betragen – bei einem weniger absolvierten Spiel.

Unabhängig von den kuriosen Ereignissen auf dem Dittlofroder Sportgelände spitzt sich der Meisterschaftskampf in der KOL Nord immer weiter zu: Durch die Niederlagen des Spitzentrios führt Weiterode die Liga weiterhin unverändert mit 62 Punkten an, Bebra (60) und die SGDK (59) folgen auf den Plätzen, haben im Gegensatz zum ESV (30) aber erst 29 Spiele absolviert. Dittlofrod bekommt am letzten Spieltag außerdem noch automatisch drei Punkte aus dem Duell mit dem zurückgezogenen FSV Hohe Luft angerechnet, darüber hinaus kommt es am nächsten Sonntag zum direkten Aufeinandertreffen zwischen Weiterode und der Elf von Marko Karamatic – die FSG Bebra hat die Meisterschaft also in der eigenen Hand, aber noch drei schwere Auswärtsspiele vor sich.