Zur offiziellen Eröffnung kamen zahlreiche hochrangige Gäste aus Politik, Hilfsorganisationen und Wirtschaft, darunter Hessens Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck, Landrat Bernd Woide und Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld. Sie unterstrichen die Bedeutung der Messe, die sich seit ihrer Gründung im Jahr 2001 zu einer international führenden Plattform für Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Notfallmedizin entwickelt hat.
Rund 500 Aussteller aus 28 Nationen präsentieren in Hallen und auf Freiflächen ihre Innovationen – von moderner Medizintechnik über neue Fahrzeugkonzepte bis hin zu digitalen Lösungen für Einsatzkoordination und Ausbildung. Ein besonderer Publikumsmagnet ist traditionell die große Fahrzeugschau mit Rettungswagen und Spezialfahrzeugen für außergewöhnliche Einsatzlagen.
„Wenn es um Rettungswesen geht, trifft sich die Welt in Fulda“
Manfred Hommel, Geschäftsführer der Messe und Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Hersteller von Kranken- und Rettungsfahrzeugen (IKR), brachte es bei der Eröffnung auf den Punkt: „Wenn es um das Rettungswesen geht, dann gibt es einen Ort, an dem sich die Welt trifft – und das ist Fulda.“
Die RETTmobil sei in den vergangenen Jahren von einer kleinen Fachmesse zur internationalen Leitmesse gewachsen. Ihr Erfolgsrezept: die Kombination aus Fachausstellung, praxisnaher Fortbildung und Live-Demonstrationen. „Das gibt es in dieser Form weltweit kein zweites Mal“, so Hommel.
Ein Beispiel dafür sind realitätsnahe Vorführungen: So wird unter anderem die Rettung einer eingeklemmten Person aus einem Müllfahrzeug demonstriert – ein seltenes, aber reales Einsatzszenario. Auch die Luftrettung rückt stärker in den Fokus: Ein Intensivhubschrauber wird im Laufe der Messe auf dem Gelände landen und besichtigt werden können.
Technik trifft Verantwortung – der Mensch im Mittelpunkt
Dr. Matthias Bonnemann, Bundesarzt des ASB, betonte in seinem Grußwort die wachsenden Herausforderungen für Einsatzkräfte: Extremwetter, geopolitische Krisen und der demografische Wandel verlangten neue Antworten. Die RETTmobil sei deshalb mehr als eine Messe – sie sei „ein Ort des gemeinsamen Lernens und der gelebten Solidarität“. Bei aller Technik stehe jedoch der Mensch im Mittelpunkt: „Die Frauen und Männer im Haupt- und Ehrenamt sind das Rückgrat unseres Systems.“
Auch Innenminister Poseck hob die Bedeutung der Messe hervor – und fand deutliche Worte: „Fulda ist in diesen Tagen die Welthauptstadt des Rettungswesens.“ Angesichts wachsender Krisen sei ein leistungsfähiger Bevölkerungsschutz unverzichtbar. Hessen habe in den vergangenen Jahren massiv investiert, etwa in neue Katastrophenschutzfahrzeuge. Zugleich forderte Poseck mehr gesellschaftliche Anerkennung für Einsatzkräfte und ein konsequentes Vorgehen gegen Angriffe: „Wer Einsatzkräfte angreift, gehört ins Gefängnis.“
Starke Netzwerke und internationale Zusammenarbeit
Ein zentrales Thema der RETTmobil bleibt die Vernetzung. Vertreter von Feuerwehr, Rettungsdiensten, Hilfsorganisationen und Politik nutzen die Messe gezielt zum Austausch. Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands, unterstrich die Bedeutung dieser Netzwerke – insbesondere mit Blick auf künftige Herausforderungen wie Drohneneinsatz, Robotik oder großflächige Krisenszenarien.
Auch internationale Delegationen, etwa aus der Ukraine, sind vor Ort. Der Austausch über Ländergrenzen hinweg sei entscheidend, um voneinander zu lernen und gemeinsame Standards weiterzuentwickeln.
Fulda als bewährter Standort
Für Oberbürgermeister Wingenfeld ist die RETTmobil längst ein Aushängeschild der Region: „Es ist beeindruckend, wie sich diese Messe entwickelt hat. Sie steht für Praxisnähe, Innovation und internationale Zusammenarbeit.“ Gerade in bewegten Zeiten sende die Veranstaltung ein wichtiges Signal der Zuversicht – auch mit Blick auf den bevorstehenden Hessentag, der Fulda zusätzlich in den Fokus rücken wird.
Blick auf die Messe: Technik, Training und Innovation
Neben den Reden rückt schnell wieder das in den Mittelpunkt, wofür die Besucher aus aller Welt nach Fulda kommen: modernste Technik, neue Einsatzkonzepte und praxisnahe Demonstrationen.
Ein besonderer Publikumsmagnet ist die Fahrzeugausstellung – von hochmodernen Rettungswagen bis hin zu Spezialfahrzeugen für außergewöhnliche Einsatzlagen. Hinzu kommen Live-Demonstrationen, etwa zur Rettung eingeklemmter Personen oder zu Einsätzen mit Spezialtechnik. Auch ein Offroad-Parcours gehört zum Konzept: Hier können Fahrzeuge unter realistischen Bedingungen getestet werden.
Parallel läuft ein umfangreiches Fortbildungsprogramm mit Workshops und Fachvorträgen. Themen wie Digitalisierung im Rettungsdienst, neue medizinische Standards und die Zusammenarbeit im Katastrophenschutz stehen im Fokus.
Die RETTmobil versteht sich damit nicht nur als Messe, sondern als zentrale Plattform der internationalen Blaulichtgemeinschaft – ein Ort, an dem Innovation, Erfahrung und Austausch zusammenkommen. Oder, wie es Manfred Hommel formulierte: „Hier wird nicht nur gezeigt, was möglich ist – hier wird Zukunft gemacht.“
