Lokales FD 07.05.2026

Hoffnungen schwinden: Kehrt das Café Glück zum Hessentag zurück?

Fulda (jah) – Eigentlich war das Ziel klar formuliert: Spätestens zum Hessentag im Juni sollte im „Café Glück“ in der Fuldaer Friedrichstraße wieder Leben einkehren. Doch was im März noch vorsichtig optimistisch klang, ist inzwischen von Unsicherheit geprägt. Nach dem schweren Wasserschaden im vergangenen Jahr schwinden bei Betreiberin Anna Hain die Hoffnungen, pünktlich zum Landesfest im Juni wieder öffnen zu können.

Archivfoto: Görlich Media

„Der aktuelle Stand ändert sich im Grunde stündlich“, sagt Anna Hain im Gespräch mit Osthessen-Zeitung „Am Montag denkt man noch: Wir schaffen es zum Hessentag. Einen Tag später müssen wir nun froh sein, wenn wir eingeschränkt öffnen können.“ Seit dem folgenschweren Rohrbruch im Herbst vergangenen Jahres und der daraus resultierenden Schließung Anfang Dezember zieht sich die Sanierung deutlich länger hin als ursprünglich angenommen. Immer wieder seien neue Probleme aufgetaucht, berichtet Hain. „Was da im letzten halben Jahr passiert ist, das kann man nicht glauben, wenn man das nicht selbst erlebt hat. Wenn ich die Geschichten erzähle, sagt jeder: Das gibt’s doch gar nicht.“

Ein Grund für die Verzögerungen liegt auch in der komplexen Abstimmung zwischen Versicherung, Bauleitung und den verschiedenen Gewerken. Hinzu kam, dass zentrale Arbeiten lange nicht freigegeben waren. „Die Kanalarbeiten mussten als erstes passieren, die wurden aber erst vor zwei oder drei Wochen genehmigt“, so Hain. Zwar seien diese inzwischen abgeschlossen, doch nun fehlten an anderer Stelle die Kapazitäten. „Man kann ja nicht erwarten, dass jetzt alle Gewerke gleichzeitig kommen und die Bude von heute auf morgen komplett wieder aufbauen. Wir würden uns das natürlich wünschen – aber das ist einfach nicht machbar.“

Damit rückt auch das große Ziel Hessentag zunehmend in weite Ferne. Finanziell sei der Schaden ohnehin bereits erheblich. „Das Kind ist im Grunde schon in den Brunnen gefallen“, sagt Hain offen. Selbst wenn eine – wie auch immer geartete – Öffnung gelingen sollte, finanziell profitabel wäre ein reduziertes Angebot zum Landesfest nicht. Ganz aufgeben will die Betreiberin dennoch nicht. Derzeit werde geprüft, ob zumindest dieser eingeschränkte Betrieb möglich ist. „Wir hoffen, vielleicht wenigstens ein kleines Angebot machen zu können – vielleicht die Terrasse öffnen mit Kaffee und Kuchen. Einfach, um Präsenz zu zeigen.“ Allerdings müsse auch das zunächst mit der Versicherung abgestimmt werden. „Wir müssen erst klären, ob wir das überhaupt dürfen.“

Der Rückhalt aus der Bevölkerung gibt zumindest etwas Zuversicht. „Die Leute warten auf uns. Wir bekommen so viel Feedback und Anfragen, wann wir wieder da sind“, erzählt Hain. Wann genau es soweit sein wird, bleibt jedoch weiter offen. Klar ist nur: Der Weg zurück zur Normalität im „Café Glück“ ist steiniger als je gedacht.