Es war wahrlich ein Spektakel, was sich Walldorf und der HSV am Sonntagnachmittag lieferten – aus Sicht der Hünfelder leider mit dem besseren Ende für die Gastgeber. „Es war eine absolut wilde Partie“, konstatierte HSV-Coach Johnny Helmke. Die Hünfelder bewiesen beim Gastspiel in Südhessen Nehmerqualitäten und kämpften sich nach Rückständen ein ums andere Mal zurück: Bereits nach etwas mehr als einer halben Stunde führte Walldorf mit 2:0, das Helmke-Team kam durch einen Doppelschlag von Max Vogler und Marcel Trägler aber noch vor dem Pausenpfiff zurück und stellte die Uhren wieder auf null – der Hünfelder Trainer fand trotzdem klare Worte für den Auftritt in der ersten Halbzeit: „Wir kamen aus dem Nichts zurück, das war eigentlich unverdient. Wir haben geschlagen in der ersten Halbzeit, Walldorf war immer einen Schritt schneller.“
Nach dem Wiederanpfiff steigerten sich die Gäste zwar, liefen nach einem verwandelten Foulelfmeter durch Tim Grünewald – bereits der zweite des Spiels gegen den HSV – aber erneut einem Rückstand hinterher. Marcel Trägler antwortete zwar nur wenig später „mit einem absoluten Traumtor“, wie es Helmke nannte – weil Bennett Kruse den alten Abstand aber nur neun Minuten später wieder herstellte, fiel Träglers Treffer aus über 60 Metern jedoch kaum ins Gewicht. Der HSV warf in den Schlussminuten zwar nochmal alles nach vorne, Benedikt von Hagen zerstörte die Hünfelder Resthoffnungen auf zumindest einen Punkt jedoch mit seinem Treffer zum 5:3 in der Nachspielzeit – zugleich die letzte Aktion des Spiels.
„Die zweite Halbzeit war zwar besser, aber man hat mal wieder gesehen, dass wir nur punkten können, wenn wir alles geben, und das war heute nicht der Fall“, bilanzierte Helmke abschließend und nahm seine Spieler in die Pflicht: „Unter dem Strich war Walldorf stärker, wir müssen jetzt gegen Gießen ein anderes Gesicht zeigen.“
Walldorf: Wieszolek; von Hagen, Babot, Zhakishev (65. Manganiello), Spamer, Grünewald, Fazal (90.+1 Belachemi), Enders, Redl, Kruse (83. Beier), Fröls
Hünfeld: Maul; Kemmerzell, Häuser (60. Kümmel), Dücker, Vogler (60 Zöll), Uth (76. Uth), Fröhlich, Gadermann, Zentgraf (85. Witkowski), Kassa (74. Lindemann), Trägler
Schiedsrichter: Patrick Haustein (Großen-Buseck)
Tore: 1:0 Tim Grünewald (26., Foulelfmeter), 2:0 Eduard Zhakishev (36.), 2:1 Max Vogler (42.), 2:2 Marcel Trägler (45.), 3:2 Tim Grünewald (53., Foulelfmeter), 3:3 Marcel Trägler (61.), 4:3 Bennett Kruse (70.), 5:3 Benedikt von Hagen (90.+4)
Zuschauer: 260
