Verbandsliga
Nach dem glorreichen Aufstieg wollen es die Cracks von Rot-Weiß Fulda nun mehr denn je wissen: Das Team um Kapitän Kiano Litz startet am Sonntag um 9 Uhr mit einem Auswärtsspiel beim TV Hausen – Anreiz genug, schließlich ist Hausen Mitaufsteiger und war der größte Konkurrent in der Gruppenliga im Vorjahr. Schon damals trafen beide zum Auftakt gegeneinander, die Fuldaer wollen nun ihre Revanche. Doch die Verbandsliga ist noch mehr als nur das: Rot-Weiß Fulda schreibt Vereinsgeschichte – vier Aufstiege in Folge gelangen den Herren, ein Durchmarsch, der seinesgleichen sucht. Eine solche Erfolgsserie hat es zuletzt vor 43 Jahren am Fuldaer Frauenberg gegeben: 1983 führte Mannschaftskapitän Claus Jürgen Etzel die Fuldaer ebenfalls auf einen vergleichbaren Höhenflug. Damals waren bekannte Namen wie Kleiss, Stehling, Etzel, Polke, Klüh, Bode und Müller ist der Mannschaft. Besonders Etzel ist der Erfolgsmannschaft von heute noch sehr eng verbunden und verfolgt interessiert die Entwicklung im Verein. Damals waren es Erfahrung und Routine, heute Dynamik und hungrige, junge Spieler. Die Verbandsliga ist für viele Spieler Neuland, aber alle freuen sich, sich auf diesem Niveau beweisen zu können.
Für zusätzliche Qualität im Kader sorgt ein Neuzugang mit internationaler Erfahrung: Arthur Bonnaud, ein 28-jähriger Franzose mit einem ATP-Weltranglistenplatz unter den Top 1000 aus Paris, ist neu. „Arthur ist Tennisprofi und trainierte schon mit Federer, Wawrinka und Djokovic auf der Anlage in Paris. Auch in diesem Jahr ist er wieder Hittingpartner der Topstars. Arthur wird freitags anreisen, bei uns wohnen und mit uns trainieren. Das wird für alle Spieler ein Highlight sein“, berichtet Uli Fromm stolz, der sich zusammen mit Andreas Stock und Thomas Wehner um die Belange der Herrenmannschaft kümmert. Der Kontakt zu dem Franzosen kam über einen alten RW- Spieler: „Arthur ist ein enger Freund von unserem Mitglied Caspar Schütze, der ebenfalls angekündigt hat, die Mannschaft zu unterstützen, falls es in seinen Turnierplan passt“. Schütze spielte zuletzt unter anderem Hessenliga in Darmstadt, Bergen-Enkheim und Kassel, konzentriert sich aber weiterhin auf Turnier-Tennis. Eine wichtige Rolle im Teamgefüge könnte auch Alexander Brenzel einnehmen. Als routinierter und ältester Spieler bringt er die nötige Erfahrung mit, um die jungen Talente zu führen und in entscheidenden Momenten zu stabilisieren. Ebenfalls neu ist Max Hajok. Der 24-Jährige war jahrelang Spitzenspieler in Petersberg und sucht bei RW nun eine neue Herausforderung. Der Personal-Pool ist also groß – und durch den Aufstieg sei die zweite Mannschaft in der Sechser-Gruppenliga ein hervorragender Unterbau. Kapitän der Verbandsliga-Mannschaft ist Kiano Litz, der mit dem jungen Ausnahmetalent Leopold Stock (Hessenmeister U16) und dem Hessen- und Verbandsliga-erfahrenen Fabian Neff weiterhin das Grundgerüst bilden soll.
Trotz aller Euphorie bleibt das Saisonziel aber klar formuliert: der Klassenerhalt. Dabei stehe für die Mannschaft nicht nur das Ergebnis im Vordergrund, sondern vor allem die Freude am Spiel. „Jedes Spiel ist ein gefühltes Finale“ lautet die Devise – eine Einstellung, die sich auch auf die Zuschauer übertragen soll. Und diese dürfen sich auf dem heimischen Frauenberg auf einiges freuen. Die Heimspiele des TC Rot-Weiß entwickeln sich zunehmend zu kleinen Events: Mit Weißwurst, Bier sowie Kaffee und Kuchen – alles kostenlos – wird den Besuchern ein besonderes Erlebnis geboten. Die Verantwortlichen hoffen auf eine großartige Stimmung und zahlreiche Unterstützung bei den drei Heimspielen von den Rängen. „Tennis ist wieder komplett angesagt. Wir wollen alle Interessieten einladen, hochklassiges Tennis zu sehen. Jetzt ist es soweit. Es ist schon ein kleines Wunder. Aber darauf haben wir die letzten fünf Jahre hingearbeitet“, berichtet Fromm euphorisch, der ebenfalls auch noch zum Teil der Mannschaft der vergangenen Jahre gehörte. Die RW-Herren stehen also vor einer spannenden Saison, in der Vereinsgeschichte geschrieben wird. Aber so ganz soll sich die Geschichte von 1983 dann doch nicht wiederholen: Damals ist die Mannschaft wieder direkt abgestiegen – „das versuchen wir diesmal mit allen Mitteln zu verhindern“, so Fromm. Das erste Heimspiel wird erst am 14. Juni gegen Hessenliga-Absteiger Seeheim stattfinden.
Die Vierer-Verbandsliga geht GW Fulda wieder auf Titeljagd: Die Herren um Grün-Weiß-Institution Falk Hartmann waren zuvor Serienmeister und mussten in der Vorsaison den ersten Platz an Kelsterbach abgeben. Ohnehin waren beide Teams in den vergangenen Jahren immer spitze – und spielten kurioserweise auch meist zu Beginn gegeneinander. Nicht unbedingt schön ist das für die Grün-Weißen, denn auch dieses Jahr steigt das vermeintliche Spitzenspiel gleich am Sonntag ab 9 Uhr, diesmal immerhin in Fulda. Im Vorjahr gewannen die Osthessen in Kelsterbach zum Start, verpassten aber am Ende bei Punktgleichheit aufgrund des Spiele-Verhältnisses den Titel. „Auf der anderen Seite hast du so aber gleich eine Standortbestimmung“, meint Hartmann und sieht das Positive im Spielplan. Sein Team hat im Mai zwei Heimspiele, da im Juni die Anlage dann wegen des Hessentags nicht genutzt werden kann.
Personell hat Moritz Weber die Grün-Weißen studienbedingt verlassen, dafür ist aber Aron Tukacs zurückgekehrt, der früher schon für GW aufschlug. „Er ersetzt Moritz auch in der LK eins zu eins“, freut sich Hartmann. Ansonsten ist das Stammpersonal mit Daniel Orlita, Teamchef Hartmann und Aron Szirtl gleichgeblieben, auch Felix Sekanina und Leon Abend gehören fest zur Mannschaft, dazu hoffe Hartmann auf den einen oder anderen Einsatz von beispielsweise Thomas Guy. Auch die Zielsetzung ist klar: „Ich rufe wieder aus, dass wir oben mitspielen wollen. Mit dem Personal sind wir dazu auch in der Lage“. Die Freude auf den Auftakt ist jedenfalls groß, das erste Spiel nach einem langen Winter sei immer etwa besonderes: „Die Plätze sind auch ordentlich, aber wir warten mal ab, was der Regen diese Woche noch bringt“. Bis auf Kelsterbach und GW Fulda nennt Hartmann auch Langen III als starkes Team in der Klasse, gerade die Spitzenspieler, die gemeldet sind, seien top, allerdings sei eine dritte Mannschaft auch immer eine Wundertüte. Schwanheim habe auch Potenzial. Dazu wartet unter anderem das Derby gegen BW Petersberg zum Saisonende am 30. August bei Grün-Weiß zuhause.
Ohne Niederlage waren die Herren von BW Petersberg im vergangenen Jahr zur Meisterschaft in der Vierer-Gruppenliga marschiert – seitdem hat sich aber vor allem personell einiges getan, auch kurzfristig: Max Hajok, Maximilian Schäfer und Tim Brähler haben die Petersberger in Richtung Rot-Weiß Fulda verlassen, neuer Mannschaftsführer des Aufsteigers in die Vierer-Verbandsliga ist nun Michael Ritz, der eine schwere Saison ausruft: „Es wird natürlich schwieriger durch die Abgänge. Ohne diese wären wir guter Dinge gewesen. Jetzt ist natürlich der Klassenerhalt das große Ziel, aber wie realistisch das ist, wird man nach den ersten beiden Spielen sehen“. Los geht es am Sonntag (9 Uhr) beim TC Oberndorf. Im Mai stehen zwei Auswärtsspiele an, das erste Heimspiel steigt erst am 14. Juni gegen Mitfavorit Kelsterbach. Ansonsten ist GW Fulda natürlich das Highlightspiel für die Petersberger, zum Derby geht es Ende August am letzten Spieltag. Außer den Fuldaern sind die Gegner für Petersberg weitgehend unbekannt, so Ritz, der aber weiß: „Es wird anspruchsvoll“. Neben dem Teamchef gehören Jonas Grafe, Luca Hohmann und Claudius Schmid zum Stamm der Mannschaft, dazu könnten Akteure wie Steffen Schäfer oder Alexander Gepperth aus den Herren 40 mal aushelfen, wenn Not am Mann ist. Die Plätze in Petersberg sind derweil schon hergerichtet, „aber noch etwas zu weich“, sagt Ritz: „Aber das geht vielen gerade ja noch so“.
Gruppenliga
Auch Rot-Weiß Fulda II ist bekanntlich aufgestiegen, die Herren dürfen nun in der Sechser-Gruppenliga antreten – allerdings nur gegen Teams außerhalb der Region Osthessen. Den Auftakt macht das Gastspiel am Sonntag bei RW Gießen. Die Mannschaft um Elias Klüber soll als Unterbau für die erste Mannschaft fungieren und die Jungs sollen Spielpraxis und Erfahrung auf gutem Niveau sammeln.
Mehr Teams aus Osthessen tummeln sich hingegen in der Vierer-Gruppenliga: BW Hünfeld, der SV Neuhof, der TC Marbach, Bad Soden-Salmünster und BW Bad Hersfeld sind hier gemeinsam mit dem Kasseler TC 31, Bad Sooden-Allendorf/Witzenhausen und Beisheim am Start. Am Sonntag ab 9 Uhr geht es los – Marbach empfängt Kassel, Bad Hersfeld begrüßt das Team aus Bad Soden-Salmünster, der SV Neuhof spielt zuhause gegen Bad Sooden-Allendorf und Hünfeld gastiert in Beisheim. Für die Hünfelder ist Max Becker neuer Mannschaftsführer, Blau-Weiß kämpft einzig und allein um den Klassenerhalt. Die anderen Teams wollen sich so ebenfalls gut schlagen, wie es nur geht. Bad Hersfeld will sich als Verbandsliga-Absteiger zügig einleben und wieder nach vorne schauen.
Junioren
In der U18-Gruppenliga der Jungs ist ein osthessisches Team in Spielgemeinschaft unterwegs: Die MSG RW Fulda/TC Eichenzell will sich hier gegen die Konkurrenz behaupten und startet am Samstag ab 9 Uhr mit einem Auswärtsspiel beim TC Bergen-Enkheim in die Medenrunde. Mannschaftsführer der MSG-Jungs ist Leopold Hohmann.
Ein weinendes Auge hat wiederum Grün-Weiß Fulda mit Blick auf den ganz jungen Nachwuchs: „Wir haben drei U8-Mannschaften gemeldet, sonst niemand – aber es ist leider keine Liga zustande gekommen“, bedauert Karsten Aßmann aus dem GW-Vorstand. Der Verband sei auch nicht bereit gewesen, nur mit den Fuldaer Teams eine Klasse im Rahmen der Löwenkids-Tour zu eröffnen. Für den Nachwuchs habe das den Verein etwas „bestürzt“.
