Lokales VB 28.05.2026

„Haus ist leer geworden“: Björn sucht Liebe bei „Bauer sucht Frau“

Ober-Breidenbach (sim) – Eigentlich begann alles nur als kleiner Spaß unter Arbeitskollegen. Heute steht der Vogelsberger Landwirt Björn aus Ober-Breidenbach plötzlich im Rampenlicht der RTL-Erfolgssendung Bauer sucht Frau. Der 49-Jährige wagt damit einen Schritt, den er selbst vor wenigen Monaten wohl kaum für möglich gehalten hätte.

Fotos: RTL.

Seit inzwischen mehr als 20 Jahren läuft das Erfolgsformat im deutschen Fernsehen und gehört zu den bekanntesten Kuppelshows des Landes. Moderatorin Inka Bause bringt dabei alleinstehende Landwirte und Landwirtinnen mit potenziellen Partnerinnen und Partnern zusammen. Auch aus Osthessen waren in den vergangenen Jahren immer wieder Kandidaten dabei – nun rückt mit Björn erneut ein Vogelsberger in den Fokus der Sendung.

„Meine Arbeitskollegen haben mich angemeldet“, erzählt Björn im Gespräch mit der Osthessen-Zeitung und lacht. „Ich hab das erst eher als Scherz gesehen.“ Doch irgendwann kam tatsächlich der Anruf der Produktionsfirma. Ob er sich ein erstes Gespräch vorstellen könne? „Das war alles total nett“, erinnert sich der Landwirt. Schnell folgten erste Gespräche, später ein Videodreh auf seinem Hof im Romröder Stadtteil Ober-Breidenbach.

Dass daraus einmal ein Thema für das ganze Dorf werden würde, hatte Björn zunächst unterschätzt. „Das ging rum wie ein Lauffeuer“, sagt er schmunzelnd. Mittlerweile werde er ständig angesprochen – beim Einkaufen, im Ort oder auf der Arbeit. „Aber durchweg positiv.“

Die Nervosität vor den Dreharbeiten für die erste Vorstellung sei dennoch da gewesen. „Morgens war man schon aufgeregt. Man wusste ja nicht, was auf einen zukommt.“ Am Ende habe der Tag aber vor allem Spaß gemacht. „Bis jetzt kann ich wirklich nur positiv darüber reden.“ Besonders zufrieden war er mit seinem Vorstellungsvideo, das inzwischen am Montag im Fernsehen lief. Gemeinsam mit Freunden und Bekannten schaute er die Ausstrahlung beim Public Viewing im Sportlerheim. „Da waren über 40 Leute dabei – das war schon cool.“

Dass sein TV-Auftritt inzwischen auch über die Region hinaus wahrgenommen wird, merkt Björn längst im Alltag. Immer wieder werde er auf die Sendung angesprochen – im privaten Umfeld, aber auch von Medienvertretern und Redaktionen. „Die Leute, mit denen ich bisher zu tun hatte, waren alle nett und freundlich“, erzählt er. Selbst wenn am Ende nicht die große Liebe daraus werde, nehme er zumindest eine besondere Erfahrung mit. „Und vielleicht wird man dadurch ja auch nochmal angesprochen“, sagt er mit einem Lächeln.

Björn führt den Familienhof inzwischen in vierter Generation weiter. Zum Betrieb gehören unter anderem 65 Mastrinder, Hühner, Schweine sowie Acker- und Grünflächen. Hauptberuflich arbeitet er zusätzlich in einem Baustoffmarkt. Das Leben auf dem Land kennt er seit seiner Kindheit – genauso wie die Herausforderungen, dort eine Partnerin kennenzulernen.

„Wo lernt man denn in meinem Alter auf dem Dorf noch jemanden kennen?“, fragt er ehrlich. Dating-Apps oder soziale Netzwerke seien nicht wirklich seine Welt. Genau deshalb reizte ihn das TV-Format irgendwann doch. „Was hab ich schon zu verlieren? Neue Leute lernt man auf jeden Fall kennen.“

Im Sommer steht nun die sogenannte Hofwoche an – jener Teil der Sendung, bei dem potenzielle Partnerinnen den Hof besuchen und den Alltag des Landwirts kennenlernen. Noch weiß Björn nicht, wer sich für ihn beworben hat. „Irgendwann bekomme ich die Bilder vorgelegt. Natürlich ist man gespannt. Wer sagt, dass er das nicht ist, der lügt“, meint er lachend.

Die eigentliche Staffel soll erst im Herbst ausgestrahlt werden. Noch rund vier Wochen können sich interessierte Frauen noch bei RTL für den Vogelsberger bewerben. Für Björn beginnt damit eine Zeit voller Spannung – und vielleicht auch die Chance auf einen echten Neuanfang.

Dabei hat der Vogelsberger durchaus klare Vorstellungen von einer zukünftigen Partnerin – allerdings fernab klassischer Rollenbilder. „Ich suche keine Frau, die mir die Landwirtschaft macht“, betont er. „Sie soll mich im Leben unterstützen – nicht draußen auf dem Feld.“ Viel wichtiger seien ihm Gespräche, Nähe und gemeinsame Zeit.

Denn genau das fehle ihm inzwischen. Seit letztem Jahr lebt Björn allein in dem großen Haus, in dem früher drei Generationen zusammenlebten. „Das Haus ist ganz schön leer geworden“, sagt er offen. Umso mehr wünsche er sich wieder Zweisamkeit im Alltag. „Gespräche und einfach jemanden dabeizuhaben – das fehlt einem schon.“

Kochen könne er selbst übrigens nicht besonders gut, gibt er lachend zu. „Bei uns haben das immer Oma und Mama gemacht.“ Seine Wunschpartnerin dürfe deshalb gerne Freude am Kochen haben – wichtiger seien ihm aber Bodenständigkeit und ein ehrlicher Charakter. „Früher war ich vielleicht etwas wählerischer“, sagt er heute offen.

Ganz allein ist Björn trotz allem nicht. Sein Bruder wohnt direkt nebenan, im Dorf kenne man sich ohnehin. „Zum Reden hat man hier immer jemanden“, sagt er. Trotzdem hofft er, dass durch „Bauer sucht Frau“ vielleicht doch noch jemand in sein Leben tritt, der das große Haus wieder mit Leben füllt