Vier Teams, aber nur zwei können am Samstagnachmittag den direkten Klassenerhalt feiern. Niederaula (41 Punkte) und Sickels (40) wären mit Siegen durch, Vogelsberg (39) liegt aktuell wegen des direkten Vergleichs gegenüber Großenlüder (39) auf dem Relegationsplatz und die Teutonen auf dem Abstiegsplatz.
Veapis Team hat alles in eigener Hand
Die besten Karten und damit die komfortabelste Ausgangsposition hat die SG Niederaula/Kerspenhausen – allerdings auch das einzige Auswärtsspiel der vier bedrohten Kellerkinder: Es geht zum TSV Künzell. Das Hinspiel gewann Niederaula zwar, doch dürfte sich kaum noch erinnern: Mitte August schon endete das Duell mit 2:0, also vor über neun Monaten. Besser in Erinnerung ist noch das Schützenfest aus der Vorwoche: Die SGNK schoss Neuenstein mit 9:0 ab. „Da sind natürlich immer zwei Faktoren, die eine Rolle spielen: Die eigene Leistung, und die des Gegners. An dem Tag lief alles für uns, vor allem in der zweiten Halbzeit“, blickt Trainer Ernest Veapi zurück. Sieben Tore schoss sein Team allein in Hälfte zwei, während Absteiger Neuenstein jegliche Einstellung vermissen ließ. „Die Ausgangslage ist gut, aber natürlich geht es noch um was. Wir wollen jetzt auch die letzten drei Punkte holen und die Saison erfolgreich abschließen – aber in Künzell wird es nicht einfach, das ist klar“, sagt Veapi, der während des Spiels nicht auf andere Liveticker schauen möchte: „Wir haben es der Hand und müssen unser Spiel durchkriegen“. Um ganz sicher zu gehen, muss seine Elf in Künzell siegen – bei einem Unentschieden könnten Vogelsberg und Großenlüder mit Erfolgen gleichziehen, bei einer Pleite würde Niederaula im schlimmsten Fall mit Neuenstein und Hönebach zurück in die KOL Nord fallen.
SG Sickels stellt sich auf „Mega-Spiel“ ein
Auch das Schicksal der SG Sickels steht auf dem Spiel: Mehrmals in den vergangenen Wochen ging es auf und ab, die Gefühle fuhren Achterbahn. Auch bei Trainer Francisco Martinez: „Wir waren schon mal in der Situation, dass wir von anderen abhängig waren. Dann hatten wir es in der Hand, haben es wieder abgegeben – und jetzt sind wir wieder da. Die Frage ist jetzt, was wir daraus machen“. Mit dem 5:0 in Thalau katapultierte sich die SGS vorerst auf einen Nichtabstiegsplatz. Ein Sieg, und Sickels wäre gerettet. Doch gegen die SG Aulatal, die auf die Aufstiegsrelegation verzichtet und ihrem Coach einen schönen Abschied bereiten will, kein Selbstläufer, weiß Martinez: „Das wird ein Mega-Spiel. Ich hoffe, dass wir nicht nervös werden. Jeder muss wissen, um was es geht. Von Druckabfall kann noch keine Rede sein. Aber die Stimmung ist gut“. Die SGA stehe derweil „nicht umsonst“ auf Rang zwei und habe diese Saison „vieles richtig gemacht“, dennoch schaut Sickels nur auf sich selbst. Und auch nicht auf die Konkurrenz im Keller: „Das möchte ich gar nicht haben, wir wollen da absolute Ruhe. Entweder wir packen es, oder nicht. Aber wir werden alles dafür tun, dass wir es selbst packen“. Neben Leandro Wess, der schon länger fehlt, gab es noch eine Hiobsbotschaft: Bei Paul Hohmann wurde ein Riss des hinteren Kreuzbandes diagnostiziert.
Lehmann: „Wissen, was wir können“
Die FSG Vogelsberg kann alles treffen: Klassenerhalt, Relegation, Abstieg. Spielertrainer Fabian Lehmann und sein Team kennen solch entscheidende Spiele noch aus der KOL Süd: „Wir tun gut, nur auf uns zu schauen. Wir haben letzte Saison auch nicht nach Thalau geguckt, sondern wollen unsere Spiele einfach gewinnen“. Für die FSG spiele es „gar keine Rolle, was auf den anderen drei Plätzen passiert, sondern nur, was 90 Minuten in Lanzenhain passiert“, stellt Lehmann klar. Nach Punktgewinnen gegen die Konkurrenz aus Großenlüder und Sickels setzte es für Vogelsberg zuletzt drei Niederlagen in Folge, mit Pokal sogar vier. „Aber in allen Spielen gab es Momente, wo wir an das herangekommen sind, was uns ausmacht: Einsatz, Leidenschaft, aber auch fußballerische Qualität“. Das Problem: In den vergangenen Wochen gelang das der FSG zu wenig, Lehmann fordert entsprechend, mindestens 70 – im Optimalfall 90 – Minuten die positiven Dinge auf den Platz zu bringen. „Wir haben auch letzte Woche in Züntersbach ein 0:2 zwischenzeitlich ausgeglichen. Wir wissen, was wir können“, beschwört er. Gegner Schlüchtern schlug vergangene Woche Großenlüder mit 4:1, Lehmann war Zaungast und sah „individuelle Qualität, die du nur schwer ausschalten kannst“. Er hoffe zudem auf Tagesform, Spielglück, und Kaderstärke. Denn Moritz Caspar fehlt aufgrund seiner eigenen Hochzeit, dazu gibt es ein, zwei Fragezeichen. Unter anderem bei Patrick Schaaf, der private Termine hat. „Er sagte ja, dass er kürzer Tritt, und ist sehr geradlinig in seinen Aussagen. Wir freuen uns, wenn es klappt, aber haben vollstes Verständnis, wenn die Familie vorgeht“, betont Lehmann.
Hoffen und Bangen bei den Teutonen – auf eigenen Sieg und Fairplay
Hoffen muss die Teutonia, die ohne Schützenhilfe ausgeliefert ist: Ex-Coach Martinez mit seiner SG Sickels oder der „Lüdische Jung“ Fabian Lehman mit seinen Vogelsbergern müssen patzen, damit die Chance besteht, vorbeizuziehen. Und natürlich muss Großenlüder selbst erstmal die Hausaufgabe gegen den formstarken, aber schon abgestiegenen ESV Hönebach erledigen. Das stellt auch Trainer Swen Kopp heraus: „Wir schauen nur auf uns, das ist das einzige. Wir sind in der schlechtesten Position und müssen gewinnen, wenn wir noch eine Chance haben wollen. Dann gucken frühestens um 16.45 Uhr, wie die Spiele ausgegangen sind“. Nach dem jüngsten 1:4 in Schlüchtern brach bei der Teutonia natürlich niemand im Jubel aus, so der Coach: „Aber wir waren schon mal hintendran, dann haben wir gegen Oberzell 3:2 gewonnen. Das nehmen wir als Beispiel, wie schnell etwas passieren kann. Wir geben nicht auf“, gibt sich Kopp kämpferisch, und hofft einzig und allein auf eine sportliche Entscheidung: „Alle, die noch gegen die anderen Kandidaten spielen, sollten das letzte Spiel ernst nehmen, dass es sportlich fair bleibt“, meint der Coach: „Das ist nicht vorwurfsvoll – aber in unserer Situation können wir nicht viel mehr sagen“. Der zweite Dino der Gruppenliga – nach dem TSV Künzell, der noch länger in der Liga ist – greift nun nach dem letzten Strohhalm, um nach dem Aufstieg 2008 nicht wieder abzustürzen.
Gruppenliga
Samstag
15 Uhr
Neuenstein – Thalau (in Obergeis)
Künzell – Niederaula/Kerspenhausen
Bronnzell – Freiensteinau
Bad Soden II – Neuhof
Großenlüder – Hönebach
Vogelsberg – Schlüchtern (in Lanzenhain)
Elters/Eckweisbach/Schwarzbach – Oberzell/Züntersbach (in Schwarzbach)
Sickels – Aulatal
