Durch den Verzicht der SG Aulatal auf Rang zwei (wir berichteten) sind aktuell der SV Neuhof (Platz drei) und die SG Schlüchtern (Platz vier) mit jeweils 42 Punkten die heißesten Anwärter auf den Relegationsplatz zur Verbandsliga. Direkt dahinter lauert der TSV Künzell mit 40 Zählern ebenfalls noch auf seine Chance. Gleichzeitig ist auch im Tabellenkeller längst keine Entscheidung gefallen: Zwischen Platz fünf und Rang zwölf, den derzeit der SV Großenlüder belegt, liegen nur wenige Punkte – entsprechend eng ist die Situation im Abstiegskampf.
Im Mittelpunkt steht dabei das Topspiel zwischen Schlüchtern und Spitzenreiter Bronnzell am Sonntagnachmittag. Mit einem Sieg könnte die Mannschaft von Zlatko Radic den Titelgewinn perfekt machen, mit einem Punkt bereits den Aufstieg. Entsprechend groß ist die Vorfreude beim Tabellenführer. „Wir wollen die Meisterschaft klarmachen. Es ist nur noch ein Schritt“, betont Radic. „Wir haben eine wahnsinnig gute Rückrunde gespielt. Dafür kann ich der Mannschaft nur ein großes Kompliment machen“.
Dass die Aufgabe in Schlüchtern alles andere als einfach wird, ist dem Viktoria-Coach bewusst. „Das Spiel verliert niemand gerne. Ich gehe davon aus, dass Schlüchtern gegen uns alles reinwirft und gewinnen will“, so Radic, der auf große Unterstützung setzt und im Kader eine hohe Bereitschaft hat: „Ich nehme alle mit, die am Sonntag Zeit haben und mit nach Schlüchtern kommen wollen.“ Für Radic ist zudem klar, dass ein möglicher Titel auch sportlich genutzt werden soll. „Ich war noch nie ein Trainer, der Meister wird und dann verzichtet. Wenn wir Meister werden, dann wollen wir auch hochgehen. Dafür tut man schließlich alles.“
Doch auch die Gastgeber haben noch große Ziele. Durch den angekündigten Verzicht der SG Aulatal auf eine mögliche Teilnahme an der Relegation sind die Chancen der SG Schlüchtern noch einmal deutlich gestiegen – im Vorjahr verzichtete die SGS noch. „Uns wäre es lieber, wenn wir den nächsten Sieg holen und die Meisterfeier verschieben. Ist doch für Bronnzell eh viel schöner, zuhause Meister zu werden“, sagt Schlüchterns Trainer Andreas Drews schmunzelnd mit Blick auf das Spitzenspiel. „Bronnzell hat enorme Qualität, das ist ein absolutes Topspiel. Aber wir haben gezeigt, dass wir mithalten können.“ Die Diskussion um mögliche Aufstiegsplätze verfolgt Drews zwar aufmerksam, will jedoch nicht zu weit nach vorne schauen: „Wir müssen unsere Spiele gewinnen, da hilft kein Spekulieren. Mit einem möglichen Aufstieg beschäftigen wir uns aktuell noch nicht.“
Auch beim SV Neuhof verfolgt man die Entwicklung mit großem Interesse. Die Mannschaft empfängt am Sonntag um 15 Uhr die SG Neuenstein und könnte mit einem Sieg einen weiteren wichtigen Schritt Richtung Relegation machen. Für Abteilungsleiter Alexander Bär ist klar, dass ein möglicher Aufstieg grundsätzlich Thema wäre: „Vor wenigen Jahren waren wir noch in der Hessenliga unterwegs. Wenn sich die Möglichkeit bietet, würden wir das annehmen und um den Aufstieg spielen.“ Dennoch mahnt Bär zur Vorsicht: „Wir haben sehr schwierige Jahre hinter uns. Natürlich wäre es schön, wenn es wieder etwas Positives geben würde“, erklärt der Neuhofer Funktionär. „Aber in dieser Liga wird Fußball gekämpft – und das liegt uns nicht immer.“ Vor dem Gegner aus Neuenstein warnt Bär ausdrücklich: „Das wird ein schwerer Brocken.“
Noch mitten im Rennen befindet sich auch der TSV Künzell, der auswärts bei Hönebach gefordert ist. Trainer Jochen Maikranz sieht seine Mannschaft jedoch vor einer enorm schweren Aufgabe. „Hönebach gehört aktuell zu den formstärksten Teams der Liga“, sagt Maikranz. „Wir basteln jede Woche an unserer Kaderbesetzung herum und brauchen noch ein paar Punkte.“ Der Künzeller Coach will den Fokus deshalb nicht zu sehr auf mögliche Relegationsplätze lenken. „Wir können unsere Situation realistisch einschätzen. Unser Ziel ist es, alles reinzuhauen, damit wir auch im kommenden Jahr wieder eine gute Rolle in der Gruppenliga spielen.“
Hinter dem TSV Künzell lauern zudem weitere Mannschaften mit Chancen auf die Relegation: FSG Vogelsberg, SG Freiensteinau und SG Bad Soden II stehen bei 39 Punkten und damit nur drei Zähler hinter Platz zwei. Danach folgen SG Oberzell/Züntersbach (38 Punkte) sowie SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach und SG Niederaula/Kerspenhausen (jeweils 37 Punkte), die aber noch nach unten schauen müssen. Gleichzeitig versucht die SG Sickels am Sonntag um 15 Uhr gegen die SG Niederaula/Kerspenhausen noch einmal den Anschluss herzustellen. Mit einem Sieg würde Sickels bis auf einen Punkt an den Gegner heranrücken.
Gruppenliga
Sonntag
15 Uhr
Freiensteinau – Thalau
Sickels – Niederaula/Kerspenhausen
Elters/Eckweisbach/Schwarzbach – Vogelsberg (in Eckweisbach)
Aulatal – Großenlüder (in Kirchheim)
Oberzell/Züntersbach – Bad Soden II (in Weichersbach)
Schlüchtern – Bronnzell
Hönebach – Künzell
Neuhof – Neuenstein
