Besonders brisant: Zwischen Platz sechs und dem letzten direkten Abstiegsplatz liegen gerade einmal fünf Punkte. Während der SV Neuhof nach dem Verzicht der SG Aulatal auf die Relegation alle Karten im Rennen um den Relegationsplatz in der eigenen Hand hält, geht es für zahlreiche Teams im Tabellenkeller längst um die Existenz in der Liga.
Mittendrin steckt die SG Sickels. Die Mannschaft steht aktuell mit 37 Punkten auf Rang 13 und wäre damit neben der SG Neuenstein, dem FSV Thalau und dem ESV Hönebach direkt abgestiegen. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt allerdings nur einen Punkt – und die Form spricht zuletzt klar für die SGS. Seit fünf Spielen ist das Team ungeschlagen und sammelte dabei neun Punkte. Am Samstag (15 Uhr) wartet nun auswärts beim bereits abgestiegenen FSV Thalau eine Partie, die endgültig zum Pflichtsieg geworden ist. Genau das weiß auch Trainer Francisco Martinez.
„Auf einmal steht man wieder auf einem Abstiegsplatz. Jetzt sind wir abhängig von anderen Mannschaften“, sagt der SGS-Coach. „Wir tun gut daran, unsere Hausaufgaben zu machen. Wir müssen von einem Pflichtsieg sprechen.“ Trotz der Tabellenkonstellation und des bereits feststehenden Abstiegs der Thalauer warnt Martinez davor, die Aufgabe auf die leichte Schulter zu nehmen: „Wir fahren nicht dahin und denken, dass wir das mit links machen. Dann kann das auch böse in die Hose gehen. Wir müssen konzentriert bleiben und gewinnen – das weiß der Gegner auch.“
Seit Wochen befinde sich die Mannschaft im Dauerstress des Abstiegskampfes. „Es geht seit fünf Wochen um alles“, beschreibt Martinez die Lage. „Die Hoffnung und der Glaube sind komplett da. Aber wir haben es nicht mehr komplett selbst in der Hand. Es geht bis zum letzten Spieltag und da kann noch einiges passieren – bis zum bitteren Ende.“ Personell muss Sickels zwar auf Paul Hohmann und Leandro Wess verzichten, grundsätzlich sieht der Trainer seine Mannschaft aber gut aufgestellt: „Vom Kader her kann ich mich überhaupt nicht beschweren.“ Mit Blick auf die Saison und die jetzt nötigen Punkte sagt der Coach: „Wir hatten eine Durststrecke – ich hoffe, dass uns das am Ende nicht das Genick gebrochen hat.“
Nur einen Platz vor Sickels steht aktuell die SG Niederaula/Kerspenhausen. Die Formkurve zeigt dort allerdings in die andere Richtung: Seit fünf Spielen wartet die SGNK auf einen Sieg. Immerhin gelang zuletzt ein Remis gegen den FSV Thalau. Nun empfängt Niederaula/Kerspenhausen am Samstag um 16 Uhr das abgeschlagene Schlusslicht SG Neuenstein, das bereits kurz vor der Marke von 100 Gegentoren steht. Für Trainer Ernest Veapi ist die Ausgangslage eindeutig.
„Ja klar ist das ein Pflichtsieg. Es ist ein entscheidendes Spiel“, sagt Veapi. „Das letzte Spiel war sehr ärgerlich, aber wir schauen nach vorne. Noch ist alles möglich.“ Trotz dreier Feldverweise will die SGNK konkurrenzfähig auftreten: „Wir werden trotzdem eine vernünftige Mannschaft aufstellen. Die Hoffnung lebt – da müssen wir die drei Punkte holen.“
Minimal entspannter, aber noch längst nicht sorgenfrei, ist die Lage beim SV Großenlüder und der FSG Vogelsberg. Beide Teams stehen bei 39 Punkten und damit nur knapp vor der gefährlichen Zone. Großenlüder reist nach dem wichtigen 3:2-Erfolg gegen Oberzell/Züntersbach am Samstag (15 Uhr) zur SG Schlüchtern, die ihrerseits nur noch theoretische Chancen auf die Aufstiegsrelegation besitzt. Trainer Swen Kopp will dabei bewusst nicht zu viel auf die Konkurrenz schauen.
„Wir haben die Devise ausgegeben, nur auf uns zu schauen“, erklärt Kopp. „Unser Ziel ist es, diesen elften Platz nicht mehr herzugeben.“ Der Coach rechnet fest damit, dass seine Mannschaft noch punkten muss: „Ich denke, dass wir mindestens vier Punkte brauchen. Optimal wären natürlich zwei Siege – aber das ist kein Wunschkonzert.“ Trotz personeller Probleme blickt Kopp kämpferisch auf den Saisonendspurt: „Druck ist immer da. Wenn kein Druck da wäre, wären wir auch nicht in der Situation, etwas schaffen zu können. Ich sehe den Druck eher positiv.“
Bereits am Freitagabend (19 Uhr) eröffnet die FSG Vogelsberg den Spieltag zuhause gegen die SG Oberzell/Züntersbach. Trotz zuletzt zweier Niederlagen stimmt Trainer Kevin Steudter vor allem die jüngste Leistung optimistisch. „Rückblickend auf die letzten Spiele hat die Leistung gepasst – gerade die zweite Halbzeit zuletzt macht mich positiv“, sagt Steudter. „Für uns ist es etwas Besonderes, in der Gruppenliga zu spielen. Deshalb wollen wir alles reinwerfen, um drin zu bleiben.“
Der Fokus liege dabei bewusst auf der eigenen Mannschaft: „Wir versuchen, nicht auf die Tabelle zu schauen. Wir können nur uns selbst beeinflussen.“ Steudter erwartet ein emotionales Duell: „Das wird ein Spiel auf Augenhöhe, hart umkämpft und sicherlich ein rassiges Fußballspiel.“
Der SV Neuhof ist am Samstag um 11 Uhr gegen den Ligaprimus SG Bronnzell gefordert. Mit einem Sieg könnte sich Neuhof den Relegationsplatz endgültig sichern. Die SG Freiensteinau muss am Samstag um 15 Uhr gegen den TSV Künzell ran. Je nachdem, wie der SVN am Morgen spielt, könnte Freiensteinau zusätzlichen Druck auf Neuhof ausüben. Für die Künzeller geht es derweil um das sportliche Überleben – jeder Punkt kann im Saisonendspurt entscheidend sein.
Die Voraussetzungen für einen packenden Endspurt könnten in der Gruppenliga kaum größer sein. Während Bronnzell bereits feiern durfte, kämpfen dahinter zahlreiche Mannschaften weiter um jeden einzelnen Punkt – und für manche geht es längst um nicht weniger als den Klassenerhalt.
Gruppenliga
Freitag
19 Uhr
Oberzell/Züntersbach – Vogelsberg (in Züntersbach)
Samstag
11 Uhr
Neuhof – Bronnzell
13 Uhr
Hönebach – Bad Soden II
15 Uhr
Thalau – Sickels
Aulatal – Elters/Eckweisbach/Schwarzbach (in Oberaula)
Schlüchtern – Großenlüder
Freiensteinau – Künzell
Niederaula/Kerspenhausen – Neuenstein (in Niederaula)
