Campus 21.05.2026

Fünf Worte Verfassung: Hochschule Fulda würdigt Grundgesetz

Fulda (pk) – Das Grundgesetz feiert am 23. Mai seinen 77. Geburtstag. Aus diesem Anlass veranstaltet die Hochschule Fulda einen zweiwöchigen Aktionszeitraum unter dem Motto „Demokratie braucht Engagement – jeden Tag“, um das historische Fundament der Republik zu würdigen. Am Donnerstag stand in der Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek ein Vortrag im Fokus: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. – Wie die Gleichberechtigung ins Grundgesetz kam“.

Fotos: Paul Kukula

Hochschul-Vizepräsidentin Professorin Dr. Martina Ritter stellte dem Publikum die renommierte Referentin Dr. Kerstin Wolff von der Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel vor. Im Zentrum der Ausführungen stand eine Errungenschaft, die in der heutigen Gesellschaft völlig selbstverständlich wirkt: Als im Mai 1949 das Grundgesetz in Kraft trat, wurde in Artikel 3 Abs. 2 die Gleichberechtigung der Geschlechter verbindlich verankert. Die fünf prägnanten Worte „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ bilden einen einfachen, aber hocheffektiven Satz, der die rechtliche und gesellschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland nachhaltig prägen sollte.

Dass es überhaupt so weit kam, ist maßgeblich dem unermüdlichen Einsatz der Kasseler Juristin und SPD-Politikerin Elisabeth Selbert zu verdanken. Der Vortrag beleuchtete eindrucksvoll ihr zähes, leidenschaftliches Ringen im Parlamentarischen Rat. Als eine von nur vier Frauen unter den insgesamt 65 stimmberechtigten Mitgliedern – den sogenannten „Müttern des Grundgesetzes“ – setzte Selbert die Formulierung damals gegen massive politische und gesellschaftliche Widerstände durch. Der Abend bot den Zuhörern tiefe Einblicke in ein Stück gelebte Demokratiegeschichte, das bis heute spürbare Nachwirkungen hinterlässt.