Fußball 10.05.2026

Frauen-Hessenliga – Abschiede und ein 4:0 in Lütter – Späte SGB-Tore

Osthessen (pf) – Torreicher Samstagnachmittag in der Frauenfußball-Hessenliga: Die TSG Lütter machte einen Heimspieltag mit vielen Verabschiedungen sportlich rund und gewann mit 4:0 (1:0) gegen Verfolger Dortelweil – damit ist Platz zwei in Stein gemeißelt. Der TSV Pilgerzell verlor mit 1:5 (1:3) in Kassel, und die SG Barockstadt holte dank ganz später Tore einen Punkt beim 2:2 (0:0) in Bornheim.

Archivfoto: Christine Görlich

TSG Lütter – SC Dortelweil 4:0 (1:0)

Gegen den Tabellendritten und Ex-Regionalligisten SC Dortelweil zeigte Lütter eine blitzsaubere Leistung und machte damit die Vizemeisterschaft in der Hessenliga klar – Marburg ist weiterhin drei Punkte vorne bei noch zwei verbleibenden Spielen. Doch mit dem 4:0 machte Lütter auch einen besonderen Heimspieltag rund, der im Zeichen der Abschiede stand: Hessenliga-Trainer Jürgen Auth wurde verabschiedet, dazu wichtige und etablierte Spielerinnen. Auch bei der zweiten Mannschaft gab es Verabschiedungen. „Beide Mannschaften haben nochmal gewonnen“, strahlte Julian Treidler aus dem TSG-Trainerteam und freute sich entsprechend auf eine tolle „dritte Halbzeit“ im Sportlerheim. Ein weinendes Auge gibt es aber: Denn mit Verena Faulstich wurde die Top-Torjägerin der Hessenliga (Stand jetzt 17 Saisontore) verabschiedet, sie wird ihre Karriere beenden. Auch Torhüterin Eva Lohmann bekam nochmal ein Heimspiel und hielt den Kasten sauber, sie hört ebenfalls auf, bleibt der TSG aber als Physiotherapeutin erhalten. Trainerkollege Auth sprach Treidler außerdem „großen Dank für die Arbeit und Einsatzbereitschaft“ aus.

Sportlich passte die Leistung des Hessenliga-Teams zum Rahmen und auch zum tollen Wetter: „Wir haben es erstmals nach der Winterpause hingekriegt, über 90 Minuten konstante Leistung zu bringen. Laufbereitschaft und Einsatz waren da“. Zwei schnelle Tore – eins zu Beginn und eins direkt nach Wiederanpfiff – brachten Lütter auf die Siegerstraße. Bitter war nur eines: Nina Spilke, die nach zwei Minuten zur Führung traf, verletzte sich am Ellenbogen und musste mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus. Die Mannschaft schickte natürlich gute Genesungswünsche an ihre Torschützin.

Lütter: Lohmann; Beck, Bahr, Hahn, Spilke, Grosser, Klaus, Dechant, Faulstich, Bott, Pompetzki (Schöppner, Reith, Maikranz, Lorenz, Schaab).

Tore: 1:0 Nina Spilke (2.), 2:0 Verena Faulstich (47.), 3:0 Vanessa Klaus (55.), 4:0 Verena Faulstich (79.)

Zuschauer: 200

 

KSV Hessen Kassel II – TSV Pilgerzell 5:1 (3:1)

Das Tabellenschlusslicht aus Pilgerzell kam bei den Löwinnen unter die Räder, und das vor allem, weil es nach etwas mehr als einer halben Stunde schon 0:3 stand. Doch Trainer Knut Seuring relativierte: „Es war eigentlich wie so oft: Das Ergebnis ist am Ende zu hoch, wenn man den Spielverlauf betrachtet“. Der TSV kam durch einen von Emilia Barth herausgeholten und von Xenia Lüdtke verwandelten Strafstoß noch vor der Pause auf 1:3 heran. Nach dem Seitenwechsel war Pilgerzell aus Sicht von Seuring sogar „dem zweiten Tor näher, als der Gegner am vierten“. Doch es fehlte der letzte Punch beim Gast, sodass Kassel hintenraus per Doppelschlag noch auf 5:1 stellte. „Die Mannschaft hat wieder eine aufopferungsvolle Leistung gezeigt“, lobte der Coach im Nachgang. Dem TSV stehen nun noch zwei Spiele in der Hessenliga bevor, die – das gilt schon seit Wochen – sportlich und vernünftig über die Bühne gebracht werden sollen. Rechnerisch steht nach diesem Spiel in Kassel aber auch fest, dass Pilgerzell Tabellenletzter bleiben wird.

Pilgerzell: Kröhling; R. Barth, Rumpf, Trautmann, Happ, Steinert, Lüdtke, Schneider, Schad, E. Barth, Wilde (Werner).

Tore: 1:0 Melina Heyder (5.), 2:0 Johanna Schössler (28.), 3:0 Franziska Koch (35.), 3:1 Xenia Lüdtke (39., Elfmeter), 4:1 Marie Tielmann (78.), 5:1 Marie Tielmann (80.)

Zuschauer: 80

 

SG Bornheim/GW – SG Barockstadt 2:2 (0:0)

Was für ein Finish in Bornheim: Nachdem die erste Hälfte torlos verlief und die SG Barockstadt zunächst kompakt in der Defensive stand, gab es nach dem Seitenwechsel zwei Gegentore binnen kurzer Zeit jeweils nach Ecken. „Sie haben aus dem Gewühl heraus die Tore gemacht, das war natürlich ärgerlich“, sagte Barockstadt-Trainer Darius Giemza, der aber die Moral seiner Mannschaft lobte: „Wir waren heute mit einem dezimierten Kader angereist, aber haben alles reingeworfen und hatten uns im Training auch gut vorbereitet“. Ein Distanzschuss von Stefanie Schönmeier – neben Sarah Geisendörfer und Melanie Krebs einzige Auswechselspielerin – brachte die SGB spät wieder heran. Und schließlich war es Magdalena Krug, die beim letzten Angriff vorne durchbrach und das Foul zum Elfmeter zog, den sie selbst zum 2:2 verwandelte. Der Ausgleich, so Giemza, „war am Ende aufgrund des Aufwands, den wir betrieben haben, und der starken Zweikampfquote dann auch verdient“. Der Punkt war auch wichtig für die SGB, die die Bornheimerinnen in der unteren Tabellenhälfte damit weiter drei Punkte auf Distanz hält.

Barockstadt: Herbert; Schulte, Rothe, Schmidt, Kolbe, Ostertag, Willmer, Schlott, Krug, Volland, Hohmann (Geisendörfer, Krebs, Schönmeier).

Tore: 1:0 Amy Kollien Berend (55.), 2:0 Jule Schanbacher (57.), 2:1 Stefanie Schönmeier (90.+1), 2:2 Magdalena Krug (90.+4, Foulelfmeter)

Zuschauer: 75