Im Mittelpunkt der Gespräche stand vor allem die Frage, wie Bürokratie die Energiewende ausbremst. Zudem wurde im Rahmen der Mitgliederversammlung ein neuer Vorstand des Verbandes gewählt, der künftig die Interessen der Branche in Hessen und Rheinland-Pfalz vertreten soll.
„Wir wollen uns dafür einsetzen, dass unsere Kunden Energie auch bezahlbar bekommen“, erklärte der Landesvorsitzende Dr. Oliver Malerius. Ein entscheidender Punkt dabei sei der Abbau bürokratischer Hürden. „Dazu gehören Genehmigungsverfahren, aber auch viele regulatorische Aufgaben, die wir erfüllen müssen und für die zusätzlich Personal eingestellt werden muss. Das erzeugt letztendlich Kosten.“
Anhand konkreter Beispiele machte die RhönEnergie deutlich, wie groß der Verwaltungsaufwand inzwischen geworden ist. So müssten Unternehmen Nachhaltigkeitsberichte mit mehr als 1100 vorgeschriebenen Datenpunkten erstellen. Für den jährlichen Monitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt seien zudem mehr als 300 Fragen zu beantworten – unabhängig von der Unternehmensgröße.
Auch bei Bau- und Infrastrukturmaßnahmen entstünden erhebliche Zusatzkosten. Für eine Kabelverstärkung in Hofbieber-Langenbieber hätten allein verkehrsrechtliche Anordnungen rund 20.000 Euro gekostet. Hinzu kämen aufwendige wasserrechtliche Genehmigungen oder mehrfache Registrierungen einzelner Anlagen.
Nach Ansicht des Verbandes könnte weniger Bürokratie nicht nur Kosten senken, sondern auch die Energiewende beschleunigen. „Unsere Hoffnung ist, dass sich Verfahren deutlich verkürzen und beispielsweise Windparks schneller genehmigt werden können“, sagte Malerius. Dadurch könne Deutschland schneller klimaneutral werden. Konkrete Forderungen und Ergebnisse der Beratungen sollen nach Angaben des Verbandes in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.
