Lokales FD 15.05.2026

Ehemalige Synagoge seit 20 Jahren Kulturort – Jahresprogramm

Heubach (pm/gü) – „Kalbach-Heubach. „Ein Ort, viel Kultur“ – so steht es auf der Titelseite des neuen Veranstaltungs-Flyers, den der Förderverein Landsynagoge Heubach gerade herausgebracht hat. Und das Programm hält, was der Titel verspricht. Ab sofort liegt das Faltblatt in vielen Rathäusern, Tourist-Informationen und anderen Kultur-Orten aus. Seit 20 Jahren ist Heubachs ehemalige Synagoge eine Kultur- und Begegnungsstätte. Daran erinnert der Verein mit einem Feier-Tag am Sonntag, 31. Mai.

Heubachs ehemalige Synagoge. Foto: Förderverein

Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow kommt zu einer Veranstaltung nach Heubach. Foto: Jennifer Marke

Zwei Jahrzehnte nach der feierlichen Übergabe des restaurierten Gebäudes wird Martin Hein, Altbischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, die Festrede halten. Die Feier wird um 13.30 Uhr mit einem Gottesdienst mit Pfarrerin Johanna Rau, der Initiatorin des Projekts und Ehrenvorsitzenden des Fördervereins, in Heubachs Kirche eröffnet. In der ehemaligen Synagoge gibt es dann Führungen, Musik und viele Möglichkeiten, zurück und nach vorn zu schauen – und natürlich auch Kaffee und Kuchen.

Zu einer Exkursion nach Gersfeld lädt der Verein für Sonntag, 7. Juni, ein: Jan Guthermuth stellt den Teilnehmenden die jüdische Geschichte der Rhönstadt vor.

Ein Podiumsgespräch mit Bodo Ramelow (Die Linke), dem Vizepräsidenten des Deutschen Bundestags, wird einer der Höhepunkte des Jahresprogramms sein. Der ehemalige Ministerpräsident des Freistaats Thüringen wird am Donnerstag, 2. Juli, 19 Uhr, in einem Podiumsgespräch mit Hartmut Zimmermann, dem Vorsitzenden des Fördervereins, der Frage „Erinnerungskultur und Demokratie unter Druck?“ nachgehen. Um je nach Publikumsinteresse den richtigen Veranstaltungsort wählen zu können, erbittet der Verein die Interessierten um eine Voranmeldung mit einer E-Mail an info@heubach.de.

Vor 80 Jahren gelangten Tausende der Millionen Heimatvertriebenen unter anderem aus dem Sudeten- und Egerland auch in unsere Region. Pfarrer Karl Josef Gruber (Eiterfeld), Heubacher mit Egerländer Vorfahren, wird am Freitag, 21. August, beleuchten, wie es zu der Vertreibung kam und was sie für die Menschen bedeutete. Schlager und Chansons der 1920er Jahre präsentiert das Duo „Zweiklang“ (Daniela Röll-Diegelmann und Clemens Lutz) am Samstag, 19. September.

Auch in diesem Jahr ist Heubach Teil der Kultur-Aktion „Leseland Hessen“. Die deutsch-israelische Autorin Nirit Sommerfeld (Chemnitz) liest am Samstag, 24. Oktober, aus ihrem Roman „Beduinenmilch“. „Leseland“ wird unterstützt von der Sparkassen-Stiftung, hr2 kultur und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung, Kunst und Kultur.

„Diel liest Dylan“ heißt es am Samstag, 14. November: Der mit Dylans Leben und Werk überaus vertraute Radio-Journalist Hermann Diel stellt, begleitet von dem Duo George Wagner (Gitarre) und Klaus Schenk (Vibraphon), Texte von und über Dylan vor. Dabei wird er auch die jüdischen Wurzeln des Nobelpreisträgers eingehen. Ein Nachmittag mit jüdischen Märchen beschließt am 2. Advent (Sonntag, 6. Dezember), das Programm. Gestalten werden ihn die Erzählerin Annette Martin (Kothen) und der Gitarrist Carlo Hilsdorf (Bad Brückenau).

Der Förderverein lädt bei freiem Eintritt zu all seinen Veranstaltungen ein, bittet aber um angemessene Spenden. Wer mehr Einzelheiten erfahren möchte, findet den Flyer auch auf der Homepage des Fördervereins. Ein Klick unter https://www.synagoge-heubach.de/wp-content/uploads/2026/04/Programmflyer_download.pdf ist auch eine Chance, den mit Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung neu gestalteten Internetauftritt des Vereins kennenzulernen. Zudem bietet der Förderverein einen Newsletter an, den man mit einer E-Mail an info@synagoge-heubach.de anfordern kann.