Auf dem Kirchvorplatz versammelten sich zahlreiche Besucher und kamen kulinarisch voll auf ihre Kosten. Eine immens lange Schlange bildete sich vor dem Truck von Melek Güven, der glutenfreien Döner anbot. Ebenso umlagert war der Stand der Bonifatiuseisdiele mit glutenfreiem Eis und Bubblewaffeln. Zudem informierte die Lawendel Märchenküche über glutenfreies Backen, während die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft an einem Infostand aufklärte. In einer Talkrunde mit Initiatorin und Pfarrerin Jana Koch-Zeißig wurde die Problematik vertieft. Neben der der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Fulda, Katharina Rossbach, und Laura Wendel von der Lawendel Märchenküche nahm auch Elisa Dillenberger teil, die eine Petition für glutenfreies Essen gestartet hat. „Ich sage immer Zöliakie zuhause zu haben, ist immer relativ unproblematisch, aber es wird schwierig, wenn man vor die Tür geht“, betonte Koch-Zeißig, die selbst betroffen ist.
Katharina Rossbach erläuterte die Sicht der Stadt auf die Verpflegung in öffentlichen Einrichtungen. „Was ein Thema ist, sind die Schulessen und in den Kitas, da die Stadt Fulda der größte Träger von Kindertagesstätten ist“, so Rossbach. Da jede Einrichtung jedoch einen eigenen Caterer habe, hänge das Angebot stark vom jeweiligen Dienstleister ab. Elisa Dillenberger berichtete von den negativen Erfahrungen ihrer betroffenen Tochter in Schulen und Kitas, was sie zur Initiierung ihrer mittlerweile zweiten Petition bewegt habe. Nach einer Onlinepetition reichte sie mit sechs Mitstreiterinnen eine Bundestagspetition ein, die bereits über 110.000 Stimmen zählt. Online ist diese aktuell noch nicht einsehbar, dies soll aber bald der Fall sein. Das Ziel dabei ist eine gesicherte Versorgung von der Kita bis zum Altenheim. „Wir fordern einen Anspruch auf glutenfreie Versorgung in allen öffentlichen Einrichtungen“, so die zentrale Forderung der Petition.
