Wie Korell auf Nachfrage von Osthessen-Zeitung erklärte, habe der AfD-Landesverband bei der Stadt wegen einer Veranstaltung angefragt. „Es wurde ein Mietvertrag für Samstag und Sonntag geschlossen“, erläutert der Bürgermeister. Bei der AfD handle es sich um „eine politische Partei, die nicht verboten ist“. Deshalb habe sie grundsätzlich Anspruch darauf, öffentliche Veranstaltungsräume nutzen zu können. Ähnlich sei dies in Gersfeld auch schon bei anderen Parteien gehandhabt worden.
Der Bürgermeister verwies darauf, dass Juristen klar zwischen der Frage unterscheiden würden, „ob und wie Zugang zu öffentlichen Veranstaltungsräumen gewährt werden muss“. Gerade bei nicht verbotenen Parteien sei dies öffentlich-rechtlich zu bewerten. „Der Rechtsstaat will verhindern, dass Entscheidungen aus dem Bauch heraus getroffen werden“, so Korell. Ein Landesparteitag gehöre zudem zur innerparteilichen demokratischen Willensbildung – „das kann man gut oder schlecht finden“.
Nach Angaben des Bürgermeisters wurde das Thema auch im Magistrat besprochen. Zudem habe die AfD in anderen Fällen bereits per Eilantrag die Nutzung öffentlicher Hallen durchgesetzt. Die Kritik, welche aus dem Post auf X hervorgeht und wonach die Veranstaltung bewusst verschwiegen worden sei, weist Korell entschieden zurück. „Es obliegt nicht uns, Veranstaltungen zu bewerben. Wir sind keine Marketingagentur“, betont der Rathauschef. Die Bewerbung liege allein beim jeweiligen Veranstalter. Nach seinen Angaben handele es sich zwar um eine interne Parteiveranstaltung, zugleich seien aber Öffentlichkeit und Presse eingeladen worden. Auch die Polizei sei informiert. „Wir hoffen auf ein ruhiges Wochenende“, sagt Korell und betont abschließend: „Das, was da geschrieben wurde, gehört sich nicht, und ist schlichtweg falsch.“
