Fußball 22.05.2026

Deutscher WM-Kader steht – Neuer ist deutsche Nummer eins

Frankfurt (pf) – Mit großer Spannung wurde die Pressekonferenz des DFB mit Julian Nagelsmann am Donnerstag erwartet: Der Bundestrainer gab den Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft von 11. Juni bis 19. Juli 2026 in den USA, Kanada und Mexiko bekannt. Einige Namen sickerten schon am Vormittag durch, andere überraschten die Fans dann wiederum.

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Das „beste Team“ für Deutschland und den deutschen Fußball kündigte Nagelsmann an und stellte den 26-Mann-Kader vor. Dabei sei ihm auch wichtig gewesen, dass sich die Gruppe untereinander verstehe – „bei einem großen Turnier wie der WM ist das eine Grundvoraussetzung“. Alle Spieler hätten sich sportlich wie menschlich qualifiziert, so der Bundestrainer.

Vorgestellt wurden vom DFB schon vormittags ein paar Spieler offiziell, ehe dann ab 13 Uhr der große Moment gekommen war: In einem Video, in dem Weggefährten und Familienmitglieder der Nominierten den Spielern die besten Wünsche mit auf den Weg gaben, wurden die 26 Namen bekanntgegeben. Unter anderem kam der kleine Bruder von Jamal Musiala zu Wort, der den früheren Fuldaer Jugend-Kicker als großes Vorbild bezeichnete.

„Es wird eine große Herausforderung, aber der stellen wir uns. Wir sind alle heiß“, betonte Nagelsmann, der im Video aufrief: „Die Fans machen den Fußball besonders. Wir brauchen euch – lasst uns gemeinsam etwas Großes kreieren“.

Spannend war auch die Frage nach der Rückkehr von Manuel Neuer ins DFB-Tor: Der Keeper des FC Bayern ist nicht nur WM-Fahrer, sondern auch wieder die Nummer eins, wie Nagelsmann erklärte. „Wir haben die drei besten Torhüter des Landes nominiert“, sagte er weiter. Ein Problem auf dieser Position gebe es nicht – mit Oliver Baumann stehe eine „Weltklasse-1B-Lösung“ dahinter. Nach der Verletzung von ter Stegen im Frühjahr habe Nagelsmann bereits den Hoffenheimer über eine mögliche Neuer-Rückkehr informiert, und Baumann habe es nicht negativ aufgenommen. Im Gegenteil: „Ich ziehe vor Oli den Hut“ – weil er eine starke Saison gespielt, obwohl er sehr viele auch unangenehme Fragen gestellt bekommen habe, begründete Nagelsmann. Am Ende hätten Faktoren wie „Vertrauen“ zu den Teamkollegen, seine „Aura“ sowie „Erfolge und Titel“ den Ausschlag für Manuel Neuer gegeben. Das „super Verhältnis“ von Nagelsmann zu „Teamplayer“ Baumann habe dabei nicht gelitten. „Wenn wir ihn brauchen, wird er der Mannschaft immer helfen“.

Auch Alexaner Nübel bekam das Vertrauen vom Coach und wurde nominiert. Mit Jonas Urbig vom FCB reist sogar ein vierter Keeper mit in die USA, jedoch eher aus logistischen Gründen: Die Distanz sei sehr groß – jemanden im Notfall nach zu nominieren, sei schwierig. Aber Nagelsmann plane Urbig auch für das Training ein: „Wir wollen im Training einen vierten Torhüter zur Verfügung haben, der sich in alles reinwirft und immer Vollgas gibt. Er hat es bei Bayern und auch bei uns immer sehr gut gemacht“.

Auch einige Youngster wie Assan Ouédraogo, Said El Mala, Tom Bischof oder Nicolo Tresoldi standen auf der Kandidatenliste, dürfen aber nicht mit zur WM. Nagelsmann antwortete hier: „Sie sind alle auf dem Sprung zu so einem großen Turnier, und es folgen ja sicher noch ein paar Turniere. Sie sind ein großes Zukunfts-Versprechen für den DFB“.

Dabei sind hingegen Felix Nmecha und Jamal Musiala, deren WM-Teilnahme wegen einer Verletzung in den vergangenen Monaten noch auf der Kippe stand. Während BVB-Akteur Nmecha „einer der besten Mittelfeldspieler der Welt“ sei, sei Musiala „selbst wenn er bei 95 Prozent ist, einer der außergewöhnlichsten Fußballer des Planeten“.

Zuletzt erklärte Nagelsmann ganz klar: „Wir wollen Weltmeister werden. Klar, das wollen alle. Aber jeder Spieler, der nominiert ist, hat die Aufgabe, das jeden Tag zu zeigen“.

WM-Kader 2026:

Tor: Oliver Baumann (TSG Hoffenheim), Manuel Neuer (Bayern München), Alexander Nübel (VfB Stuttgart)

Abwehr: Waldemar Anton (Borussia Dortmund), Nathaniel Brown (Eintracht Frankfurt), Pascal Groß (Brighton & Hove), Joshua Kimmich (Bayern München), Felix Nmecha (Borussia Dortmund), Aleksandar Pavlovic (Bayern München), David Raum (RB Leipzig), Antonio Rüdiger (Real Madrid), Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund), Angelo Stiller (VfB Stuttgart), Jonathan Tah (Bayern München), Malick Thiaw (Newcastle United)

Mittelfeld und Angriff: Nadiem Amiri (Mainz 05), Maximilian Beier (Borussia Dortmund), Leon Goretzka (Bayern München), Kai Havertz (Arsenal), Lennart Karl (Bayern München), Jamie Leweling (VfB Stuttgart), Jamal Musiala (Bayern München), Leroy Sane (Galatasaray Istanbul), Deniz Undav (VfB Stuttgart), Florian Wirtz (FC Liverpool), Nick Woltemade (Newcastle United)