Pferdesport 11.05.2026

Bronze beim „Preis der Besten“: Molzbacher Juniorinnen überzeugen

Warendorf/Molzbach (pm/jah) – Wenn sich am Bundesstützpunkt in Warendorf die besten Nachwuchssportlerinnen und -sportler des deutschen Pferdesports treffen, dann ist das für viele bereits ein Ritterschlag. Der „Preis der Besten“ gilt als eine der bedeutendsten nationalen Nachwuchsveranstaltungen und ist für Bundestrainer ein wichtiger Gradmesser mit Blick auf die anstehenden Championate. Gerade im Voltigieren ist Warendorf besonders exklusiv.

Fotos: Preis der Besten / Veranstalter

Denn hier darf nicht einfach „genannt“ werden. Die Teilnahme erfolgt ausschließlich für Bundeskaderathleten und auf Einladung der Bundestrainerin. Für das Starterfeld der Junior Pas-de-Deux waren nach Einladung zudem in diesem Jahr nur drei Paare vorgesehen. Entsprechend hoch ist die sportliche Bedeutung eines Startplatzes.

Zweiter Warendorf-Start für Ida Romeis und Aurelia Baier

Für die PSG Molzbach gingen in diesem Jahr Ida Romeis und Aurelia Baier bereits zum zweiten Mal beim „Preis der Besten“ in der Kategorie Junior-Doppelvoltigieren an den Start.  Die beiden Freundinnen trainieren seit dem vierten Lebensjahr gemeinsam in Molzbach und haben schon früh ein klares Ziel formuliert. Gemeinsam im Pas de Deux auf höchstem Niveau anzutreten. Mit dabei waren Voltigierpferd Caljano und Longenführerin Tatjana Baier und eine große Unterstützergruppe aus dem Vereinsumfeld. Teamkollegen, Anfeuerer und Mutmacher sorgten für Rückhalt in einer Turnierkulisse, die im Nachwuchsbereich als besonders dicht und leistungsorientiert gilt.

Was in der Kür zählt: Schwierigkeit, Ausführung, Artistik und das Team um Pferd & Longe

Gerade in Warendorf zeigt sich, wie vielschichtig Voltigieren im Spitzensport bewertet wird. Denn in der Kür geht es nicht nur darum, was die Athletinnen turnen, sondern auch wie und in welcher Gesamtwirkung und gleichzeitig um die Qualität des Pferdes an der Longe. So gibt es einen eigenen Bewertungsbereich für das Pferd. Hier fließen die Qualität des Galopps, das Verhalten und das Voltigiervermögen des Pferdes ein, aber ausdrücklich auch die Longenführung und die Kommunikation zwischen Longenführer und Pferd. Parallel dazu wird im technischen Teil der Kür die Ausführung bewertet, in der auch der Schwierigkeitsgrad der gezeigten Elemente eine wichtige Rolle spielt. Anspruchsvolle Highlights bringen nur dann Pluspunkte, wenn sie sauber und kontrolliert präsentiert werden.  Ergänzt wird das durch die Artistik, bei der unter anderem Ausdruck, Musikinterpretation und die Gesamtwirkung der Choreografie zählen, also ob aus einer Abfolge von Elementen eine stimmige Geschichte wird. Genau diesen künstlerischen Anspruch unterstrichen Romeis und Baier mit ihrem diesjährigen Kür-Thema. „Die grauen Herren“ aus Michael Endes Klassiker Momo. In ihrer Darstellung verkörpern sie den Kampf um die Zeit, das Getriebensein, das „Zeit-Sparen“ und den Widerstand dagegen. Die Choreografie übersetzt diese Spannung in Bewegungen auf dem Pferd.

Steigerung nach nervösem Auftakt: 7,1 Punkte im zweiten Umlauf

Im ersten Umlauf konnten die Molzbacherinnen ihr Potenzial noch nicht vollständig abrufen. Die Nervosität war groß, kleinere Unsauberkeiten schlichen sich in die Kür ein. Entsprechend spürbar war die Enttäuschung. Doch die Devise war klar. Abhaken, fokussieren, am nächsten Tag erneut angreifen. Und das gelang. Der zweite Umlauf lief deutlich besser und wurde mit einer 7,1 belohnt. Caljano präsentierte zwei starke Runden und trug damit maßgeblich zum Ergebnis bei. Am Ende bedeutete das Rang drei und damit Bronze. Trotz des knappen Abstands von 0,4 Punkten zur Spitze überwiegt im Team der Stolz. „Zu den Top drei in Deutschland zu gehören, ist ein irres Gefühl“, so das Fazit aus Molzbach.

Blick nach vorn: mehr Routine, mehr Highlights

Dass das Duo noch nicht das komplette Programm zeigen konnte, erklären die Molzbacherinnen mit wiederholten krankheitsbedingten Trainingsunterbrechungen im Frühjahr und Winter. Dadurch fehlte zuletzt die Routine für einige schwerere Highlights. Elemente, die man im Wettkampf nur dann riskiert, wenn sie wirklich sitzen. Der Plan für die Saison ist daher klar. Schritt für Schritt steigern, gesund bleiben und zum Saisonhöhepunkt die Kür in voller sportlicher und künstlerischer Stärke präsentieren.

„Preis der Besten“ mit Molzbacher Voltigiererinnen. Fotos: Preis der Besten