Es war ein enges Duell, bei dem sich beide Teams defensiv nichts schenkten und phasenweise auf Augenhöhe agierten – so, wie es an der Punktzahl in der Tabelle bis dato abzulesen war. Doch die Fliedener drehten Mitte der ersten Hälfte beim Stand von 7:7 etwas mehr auf, erarbeiteten sich eine Zwei-Tore-Führung zur Halbzeit und bauten diese danach zügig auf fünf Treffer aus. Das Polster genügte am Ende, und Flieden erstickte die letzten Comeback-Versuche der Hausherren im Keim und machte es hintenraus sogar noch deutlicher.
„Bei so einem Spitzenspiel weiß man vorher nie, was passiert“, sagte Fliedens Coach Marc Stallmann: „Aber wir haben heute das beste Spiel der Saison abgeliefert, nur 21 Gegentore zugelassen. Das war ein geiler Abend“, frohlockte der Trainer.
„Alle in die Halle“ war das Motto der Fliedener, die das Spiel zum Heimspiel machen wollten. Und das gelang auch ganz gut: Die Halle sei nahezu „50:50“ aufgeteilt gewesen, so Stallmann, der selbst von den Schiedsrichtern, die auch höherklassig pfeifen, hinterher erzählt bekam, dass die Stimmung bombastisch war. „Das hat richtig Spaß gemacht, von beiden Seiten. Aber die Unterstützung aus Flieden war überragend“, sagte der Übungsleiter.
Mit diesem Sieg lebt nun der Traum vom Doppel-Meistertitel – denn schon die Frauen machten Ende April mit einem dramatischen Erfolg im Topspiel am letzten Spieltag den BOL-Titel perfekt. Die TV-Männer können nun nachlegen – es warten noch zwei Spiele, beim TV Gelnhausen II (10. Mai) und zuhause gegen Hainburg (13. Mai). Und Flieden hat den direkten Vergleich nun auch noch auf seiner Seite, zusätzlich zu zwei Punkten Vorsprung. „Das ist natürlich toll für den Verein, auch bei unserer zweiten Mannschaft läuft es super“, freute sich Stallmann, der aber nichts von einer zu frühen Party wissen wollte: „Wir müssen jetzt diesen Schwung mit in die Trainingswoche nehmen und wollen im nächsten Auswärtsspiel dort anknüpfen“.
TV Flieden: Reich, Räsch (4), Goldbach (8/4), Wingefeld (3), Gitter, Krah, T. Seng (1), N. Seng, Bagus (7), Reichenauer, Betz, Koch, Leitschuh (3), Kramer, Rost, Linowski (1).
