Lokales FD 06.05.2026

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners startet wieder

Fulda (pm/sim) – Abhängig vom aktuellen Witterungsverlauf beginnt in den kommenden Wochen (20./21. Kalenderwoche) erneut die Bekämpfung der Raupen des Eichenprozessionsspinner im Stadtgebiet Fulda. Wie die Stadt mitteilt, werden an stark frequentierten Eichenstandorten entlang von Straßen, in öffentlichen Grünanlagen, auf Spielplätzen sowie auf Fried- und Schulhöfen und an Kindertagesstätten rund 3300 Bäume behandelt.

Fotos: Stadt Fulda

Eine beauftragte Fachfirma bringt dabei gezielt biologische Mittel in die Baumkronen aus, die von den Raupen über den Blattfraß aufgenommen werden. Zum Einsatz kommen in der Regel sogenannte Weitraumsprühgeräte auf geeigneten Fahrzeugen, etwa Unimogs. Geschlossene Waldgebiete sind von der Maßnahme ausgenommen.

Seit 2019 wird der Eichenprozessionsspinner in Fulda frühzeitig mit zugelassenen biologischen Mitteln bekämpft. Zuvor war es 2018 – offenbar auch infolge steigender Temperaturen – zu einem massiven Auftreten gekommen, sodass Nester in einem späteren Stadium aufwendig von Spezialfirmen entfernt werden mussten. Durch die frühzeitige Bekämpfung wird auch in diesem Jahr eine hohe Erfolgsquote von rund 95 Prozent erwartet. Gleichzeitig breitet sich der Schädling weiterhin aus, insbesondere weil in umliegenden Waldgebieten keine Bekämpfung erfolgt.

Entscheidend ist, dass die Raupen vor dem dritten Entwicklungsstadium bekämpft werden, bevor sich die gesundheitsschädlichen Brennhaare ausbilden. Diese feinen Haare können bei Kontakt Hautausschläge verursachen, die Atemwege reizen und im Extremfall allergische Reaktionen auslösen. Auch ältere Gespinstnester bleiben gefährlich, da die Brennhaare dort über längere Zeit erhalten bleiben.

In einem ersten Schritt werden Eichen in Gewässernähe behandelt. Entlang der Fulda und in der Nähe anderer Oberflächengewässer kommen sogenannte Nematoden zum Einsatz. Diese Fadenwürmer sind licht- und austrocknungsempfindlich, weshalb die Ausbringung in den Abend- und Nachtstunden zwischen 21 und 3 Uhr erfolgt. An anderen Standorten wird das bewährte Bakterium Bacillus thuringiensis eingesetzt.

Die behandelten Bereiche werden vorübergehend abgesperrt. Die Stadt bittet darum, entsprechende Hinweisschilder zu beachten. Das Amt für Grünflächen und Stadtservice warnt ausdrücklich davor, Raupen oder Nester eigenständig zu beseitigen.

Bei gesundheitlichen Beschwerden nach Kontakt sollten Betroffene umgehend einen Arzt oder den ärztlichen Notdienst aufsuchen. Funde von Gespinstnestern in öffentlichen Bereichen können über das Bürgerbüro der Stadt Fulda gemeldet werden (Telefon 0661/102-1111). Private Grundstückseigentümer werden gebeten, Fachfirmen mit der Beseitigung zu beauftragen.