Der Ehrenpräsident des TSC Fulda, Franz Mahr, zeigte sich in der Begrüßung hocherfreut über den Besuch aus Thüringen. In persönlichen Erinnerungen berichtete er von seinen langjährigen Verbindungen in den Tanzsport nach Thüringen und von seinen Erfahrungen im Tanzsport der DDR in den 1980er Jahren. Mit besonderem Stolz erinnerte er daran, dass es ihm nur zehn Tage nach dem Mauerfall gelungen war, den damaligen DDR-Meister im Standardtanz für den Florapokal 1989 nach Fulda zu holen. Seine Botschaft an die Gäste lautete: „Tanz, Musik und Kultur verbinden! Solche wertvollen Beziehungen müssen gepflegt und gelebt werden.“
Passend zu diesem Gedanken begann der gemeinsame Tag mit einer Stadtführung an der Floravase im Schlossgarten, dem Wahrzeichen des traditionsreichen Florapokal-Turniers. Bei strahlendem Sonnenschein erkundeten die Gäste aus Thüringen in drei Gruppen die Fuldaer Sehenswürdigkeiten - vom Schlossgarten mit seinen farbenprächtigen Anlagen über den Apollo-Saal der Orangerie bis hin zu Dom und Altstadt.
Eine der Gruppen wurde von Gudrun Jonas vom Fuldaer Club von Soroptimist International (SI) begleitet. Im Mittelpunkt standen dabei die neun „Blauen Bänke“ in Fuldas Innenstadt, mit denen der Club bedeutende Frauenpersönlichkeiten würdigt, die das gesellschaftliche, politische und kulturelle Leben der Stadt nachhaltig prägten – vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. „Ohne Frauen lässt sich Geschichte nicht erzählen. Es waren Heldinnen, Rebellinnen, Visionärinnen. Die Bänke sind dabei mehr als Erinnerungsorte: sie laden ein zum Innehalten, zum Gespräch und dazu, Geschichte neu zu betrachten“, so Jonas.
Die Gäste zeigten sich von der Idee so beeindruckt, dass sie spontan für die geplante zehnte Blaue Bank spendeten. Der TSC Fulda stockte den gesammelten Betrag zusätzlich auf. Die symbolische Scheckübergabe erfolgte durch die erste Vorsitzende des TSC Fulda, Ina Sieling, an Eva-Maria Helfrich, Präsidentin des SI Clubs Fulda, die sich herzlich dafür bedankte.
Damit wurde aus einer spontanen Idee von Tänzerinnen und Tänzern ein sichtbares Zeichen für Verbundenheit, gesellschaftliches Engagement und die Wertschätzung regionaler Geschichte.
