Fußball 15.05.2026

B-Liga Hünfeld – Mehr als 70 Spielsperren – Sportgericht fällt Urteil

Lauterbach (sim) – Nach den heftigen Ausschreitungen im Fußball-B-Liga-Spiel zwischen dem GFC Dynamo Hünfeld und TuSpo Bad Salzschlirf hat das Kreissportgericht nun ein umfassendes Urteil gefällt. Drei Spieler des GFC wurden mit Sperren zwischen 24 und 26 Pflichtspielen belegt, ein weiterer Beschuldigter wurde freigesprochen. Insgesamt summieren sich die ausgesprochenen Sperren damit auf mehr als 70 Spiele. Zusätzlich wurden gegen beide Vereine Geldstrafen in Höhe von insgesamt 625 Euro sowie die jeweiligen Verfahrenskosten verhängt.

Steffen Gaschitz, Vorsitzender des Sportgerichts. Foto: KSA Lat/Hün

„Es wurden vier tatverdächtige Spieler benannt. Einer wurde freigesprochen“, sagte Steffen Gaschitz, Vorsitzender des Sportgerichts, im Gespräch mit der Osthessen-Zeitung. Die Entscheidung sei auf Grundlage einer klaren Beweislage getroffen worden. „Die Verhandlung war sachlich, fair und sehr strukturiert“, so Gaschitz.

Die mündliche Verhandlung in Lauterbach dauerte rund zwei Stunden. Insgesamt waren 15 Zeugen geladen – darunter Spieler beider Mannschaften, Verantwortliche sowie der Schiedsrichter der Partie. Ergänzend spielte auch Videomaterial eine wichtige Rolle, das im Verlauf der Verhandlung mehrfach herangezogen und ausgewertet wurde. „Das hat uns bei der Bewertung sehr geholfen“, erklärte Gaschitz. Die Aussagen der Beteiligten hätten insgesamt ein weitgehend einheitliches Bild ergeben, was die Entscheidungsfindung erleichtert habe.

Ausgangspunkt des gesamten Verfahrens waren die Ereignisse Ende März in Hünfeld. In der Partie zwischen dem GFC Dynamo und TuSpo Bad Salzschlirf kam es in der Nachspielzeit nach einem Platzverweis wegen Nachtretens zu einer Eskalation auf dem Spielfeld. In der Folge entwickelte sich eine unübersichtliche und hitzige Situation, in die nach Angaben des Sportgerichts mehrere Spieler und Zuschauer beider Teams verwickelt gewesen sein sollen. Trotz der Tumulte wurde die Begegnung regulär beendet, Bad Salzschlirf setzte sich am Ende deutlich mit 5:1 durch.

Im Nachgang der Partie wurden insgesamt vier Tatverdächtige benannt – drei vom GFC Dynamo Hünfeld und einer von TuSpo Bad Salzschlirf. Allen wurde vorgeworfen, sich an Tätlichkeiten beteiligt zu haben. Während ein beschuldigter Spieler aus Bad Salzschlirf im Verfahren freigesprochen wurde, sah das Sportgericht bei drei Spielern des GFC eine eindeutige Verantwortlichkeit.

Die Konsequenzen sind entsprechend deutlich: Jeder der drei Spieler wurde mit langen Sperren zwischen 24 und 26 Pflichtspielen belegt. Damit verliert der Verein über 70 Spiele an personeller Verfügbarkeit, was sich auch auf den weiteren Saisonverlauf spürbar auswirken dürfte.

Im Nachgang der mündlichen Verhandlung kam zudem ein weiterer Punkt hinzu: Das ursprünglich angesetzte Rückspiel zwischen beiden Mannschaften fand nicht statt. TuSpo Bad Salzschlirf trat die Begegnung nicht an. Die Partie wurde daraufhin am Grünen Tisch mit 3:0 für den GFC gewertet, bestätigte Steffen Gaschitz.

Neben den sportlichen Aspekten spielte auch die Situation rund um das Spiel eine Rolle in der Verhandlung. So wurden organisatorische Mängel wie fehlende Ordnerstrukturen und eine insgesamt schwierige Absicherung des Spielbetriebs angesprochen.

„Die Verhandlung war intensiv, aber durchgehend sachlich“, sagte Gaschitz weiter. Besonders entscheidend sei gewesen, dass sich die Aussagen der Zeugen in vielen Punkten gedeckt hätten. „Das Verfahren war gut zu führen, auch wenn es ein außergewöhnlicher Fall war.“

Das schriftliche Urteil wurde wenige Tage nach der mündlichen Verhandlung zugestellt. Hintergrund der verzögerten Entscheidung war unter anderem die Komplexität des Falls sowie die Tatsache, dass zunächst auch die sportlichen Auswirkungen auf das angesetzte Rückspiel berücksichtigt werden sollten. Mit der nun erfolgten Entscheidung sind die sportlichen und finanziellen Konsequenzen endgültig abgeschlossen – und der Fall für das Kreissportgericht beendet.