Gemeindereferentin Larissa Backhaus begrüßte die Gläubigen zu Beginn und stimmte auf eine Zeit der Besinnung und Neuorientierung ein. Das Aschenkreuz, das traditionell zu Beginn der Fastenzeit auf die Stirn gezeichnet wird, bezeichnete sie als „Startzeichen“ für die kommenden sieben Wochen bis Ostern. „Das Aschenkreuz ist das Zeichen, um bewusst in diese Vorbereitungszeit auf Ostern hineinzugehen“, sagte Backhaus. Ostern sei das größte Fest der Christenheit – heilig und zugleich Auftrag. Mit der Asche werde nicht nur an die eigene Vergänglichkeit erinnert, sondern auch die Bereitschaft ausgedrückt, neue Wege zu wagen: „Ich bin bereit, eingefahrene Wege zu verlassen und neue Schritte zu gehen – hin zu Gott, zu meinen Mitmenschen und zu mir selbst.“
„Asche auf mein Haupt“ – Zeichen der Umkehr
Die Redewendung „Asche auf mein Haupt“ stehe sinnbildlich für das Eingeständnis von Schuld, erläuterte Backhaus. Wer sich das Aschenkreuz auflegen lasse, bringe damit auch zum Ausdruck: Ja, ich will umkehren. Ich will neu anfangen.
Gerade in einer Zeit weltweiter Krisen und Konflikte gewinne diese innere Haltung besondere Bedeutung. Das markante Fastentuch, das bereits 2022 in der Kirche hing, greift die Frage nach Hoffnung und Frieden erneut auf. Damals war es kurz nach Ausbruch des Ukraine-Krieges gezeigt worden. Vier Jahre später sei die Sehnsucht nach Frieden nicht kleiner geworden – im Gegenteil.
„Spannungen und Polarisierungen nehmen weltweit zu. Frieden erscheint brüchig – politisch, gesellschaftlich und auch im persönlichen Leben“, so Backhaus. Deshalb richte sich der Blick in diesem Jahr besonders auf den inneren Frieden: „Woher nehme ich Leben für mein Herz?“
Frieden beginnt im Herzen
Auch Stadtpfarrer Stefan Buß griff diesen Gedanken auf. Die Fastenzeit lade dazu ein, existenzielle Fragen auszuhalten, ohne sofort Antworten parat haben zu müssen. „Friede beginnt nicht nur auf politischer Ebene oder zwischen Völkern – er beginnt im Herzen eines jeden Menschen“, betonte Buß.
Das Herz stehe für das Zentrum des Menschen – für Sehnsucht, Zweifel, Hoffnung und Verantwortung zugleich. Die 40 Tage bis Ostern könnten helfen, bewusster wahrzunehmen, was den inneren Frieden nährt – und was ihn raubt.
„Wo kann ich selbst zu einem Ort des Friedens werden – für andere und für diese Welt?“, gab Buß den Gläubigen mit auf den Weg. Das Fastentuch in der Kirche solle dabei ein stiller Begleiter sein – als Spiegel der eigenen Sehnsucht und als Zuspruch: Trotz allem – Friede ist möglich.
Gebet und Ausblick auf Ostern
Im gemeinsamen Gebet baten die Teilnehmenden um Kraft für die sieben Wochen bis Ostern – um Gottes Güte neu zu erkennen und auf dem Weg der Liebe weiterzugehen. Mit dem Lied „Wo Menschen sich vergessen“ klangen die Impulse zum Auftakt der Fastenzeit aus. Am Ende der Impulse erhielt jeder Teilnehmer das Aschenkreuz auf die Stirn gezeichnet
