In ihrem Grußwort warb Esther Dilcher, für die SPD den Kreis betreuende Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Waldeck, darum, sie häufiger einzuladen: „Wir brauchen Termine zur Motivation. Zusammenhalt ist unsere Stärke.“. Es sei wichtig, Zuversicht auszustrahlen und die Zusammenarbeit innerhalb der Regierungskoalition sei „keinesfalls schlimmer als in der Ampel oder der letzten Groko unter Merkel“. Tanja Hartdegen, betreuende Landtagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Hersfeld, forderte dazu auf, hervorzuheben, „was bei uns gut läuft – nicht alles nur schlechtreden“. So habe das SPD-geführte Wirtschaftsministerium in Hessen „die Bauordnungen entschlackt“ und arbeite daran, im Bereich des Denkmalschutzes Erleichterungen für Bauherren zu schaffen, „ohne den Denkmalschutz abzuschaffen“. Den zu hörenden Vorwürfen, die SPD sei manchmal „zu weit eingeknickt“, solle angesichts der Mehrheitsverhältnisse entgegnet werden: „Ihr könnt nicht CDU wählen und dann SPD-Politik erwarten.“
Andreas Maraun hatte in seinem Rückblick auf die letzten zwei Jahre angesichts der politischen Situation für die SPD „sehr viel Platz nach oben“ gesehen. In zentralen Fragen erinnere ihn die Politik von konservativer Seite an den Film „Zurück in die Zukunft“: „Es wird uns tatsächlich verkauft, dass wir mit Lösungen aus der Vergangenheit die Zukunft gewinnen können.“ In der Bildungspolitik bezeichnete er den Weg der Konservativen, „mit einem 200 Jahre alten Bildungssystem der Differenzierung gewinnen zu wollen“, als Irrweg. Für bezahlbaren Wohnraum forderte er kommunalen oder genossenschaftlichen Wohnungsbau sowie weniger Reglementierung für private Bauherren. Sowohl bei Heizungen als auch beim Verkehr sei es „Fakt, dass die Zeit der fossilen Energien vorbei ist“. Die führende Partei in der Bundesregierung würde hier einen Weg in die Vergangenheit bevorzugen: „Wenn wir in allen Bereichen den Menschen erklären wollen, dass es die Möglichkeit zurück in eine verklärte Vergangenheit gibt, werden wir in der Zukunft aufwachen, in der Deutschland keine Rolle mehr spielt.“
Geehrt wurde in der Versammlung Volker Oertel für 50 Jahre Mitgliedschaft in der SPD, davon viele Jahre bis heute Ortsvorsitzender in Fulda Süd-West, Vorstandmitglied im Stadtverband und Stadtverordneter. Besonders hervorgehoben wurde, dass er „immer zur Stelle war, wenn jemand bei Veranstaltungen oder im Wahlkampf“ gebraucht wurde. Auch am Tag der Ehrung war er morgens der Erste, der die Vorbereitungen zur Versammlung traf, und war wie schon so oft verantwortlich für Essen und Getränke.
Die Neuwahl des Vorstands ergab die Wiederwahl von Andreas Maraun, jetzt als alleiniger Vorsitzender. Die bisherige Co-Vorsitzende Tamara Becker hatte aus privaten Gründen nicht wieder kandidiert. Stellvertretende Vorsitzende wurden Michael Busold und Mario Wagner, Kassiererin Beate Fischer. Zur Schriftführerin wurde Lara Maraun gewählt. Neben den Vorstandwahlen wurde auch eine geänderte Satzung beschlossen. Der bisherige Unterbezirk Fulda heißt nun Kreisverband Fulda und inaktive Ortsverbände werden zu einem „Zentralverein Landkreis Fulda“ zusammengeschlossen, wobei einen Zusammenschluss mit oder Anschluss an einen anderen Ortsverein vor dem Anschluss an den Zentralverein vom Kreisvorstand gerne gesehen werde.
