Niesig hat alles in der eigenen Hand
Die beste Ausgangsposition hat zweifelsohne der KSV Niesig – das allerdings erst seit dem vergangenen Wochenende: Durch den Sieg im Spitzenspiel in Dietershausen eroberte die Elf des Trainergespanns Patrick Brosche/Daniel Weiß die Tabellenführung zurück und kann nun im Heimspiel gegen die SG Ulstertal alles klar machen. „Wir wollen es nach Hause bringen“, macht Weiß deutlich: „Wenn nicht jetzt, wann denn dann? Wir wollen den letzten Schritt gehen.“ Im Lager des KSV wird die Aufgabe gegen den Tabellen-13. entsprechend ernst genommen: „Wir wissen, was auf uns zukommt. Wir müssen eine gute Leistung bringen“, betont Weiß. Niesig hat vor dem letzten Saisonspiel alle Trümpfe in der Hand: Mit einem Sieg wäre dem KSV die Meisterschaft und der direkte Aufstieg nicht mehr zu nehmen, im Falle eines Unentschiedens oder einer Niederlage käme es auf die Ergebnisse der Verfolger an. Weiß‘ Team thront mit 77 Punkten an der Tabellenspitze, Motten und Dietershausen folgen mit 76 respektive 75 Punkten. „Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass wir das schaffen. Jeder will, aber die Schwere der Aufgabe ist auch jedem bewusst. Man muss sich unsere Liga nur mal anschauen: Die ersten fünf Teams haben über 70 Punkte.“ Vor dem Topspiel am vergangenen Wochenende, dass die Niesiger in Dietershausen mit 4:1 für sich entscheiden konnten, habe Weiß seinem Team noch einmal deutlich gemacht, welche Bedeutung die hervorragende Ausgangsposition vor dem letzten Spieltag hat: „Wir haben den Jungs nochmal vor Augen geführt, dass wir in der Winterpause acht Punkte Rückstand auf den ersten Platz hatten. Danach haben wir 13 Siege und drei Unentschieden geholt und jetzt schon sieben Punkte mehr als in der Vorrunde eingefahren. Die Vorfreude ist jedenfalls riesig, jeder will dabei sein am Sonntag.“ Das Trainerteam hat vor dem Spiel gegen die SGU die Qual der Wahl, denn bis auf die gesperrten Spieler sind alle an Bord.
Motten lauert – schaut aber nur auf sich
Verfolger Motten muss auf einen Patzer von Niesig hoffen, um noch vorbeizuziehen: Im Falle eines eigenen Sieges dürfte der KSV nicht gewinnen – darauf schaut das Team von Trainer Michael Jäger jedoch nicht: Der SCM konzentriert sich einzig und allein auf die eigene Aufgabe gegen die Reserve der SG Ehrenberg. „Wir probieren, unser Spiel zu gewinnen. Mehr können wir eh nicht beeinflussen“, betont Jäger: „Klar hofft man, aber wir müssen erstmal unsere Hausaufgaben erledigen. Ehrenberg hat das letzte Spiel gewonnen, und das war wohl auch eine gute Leistung. Trotzdem sind wir zuversichtlich, die Einstellung bei den Spielern passt.“ Ohnehin blickt der SCM auf eine bärenstarke Spielzeit zurück, selbst im Falle einer verpassten Meisterschaft. „Selbst wenn wir nur Vizemeister werden, wäre das ein Grund zu feiern in dieser starken Klasse. Am Ende werden es Kleinigkeiten sein, die den Unterschied gemacht haben werden. Wenn wir reinkommen, wird das zwar eine undankbare Relegation mit fünf Teams, aber wir würden sie auf jeden Fall wahrnehmen“, erläutert Jäger, der im letzten Saisonspiel auf den kompletten Kader zurückgreifen kann. „Lediglich im Tor muss man noch sehen, wer spielt“, so der SCM-Coach abschließend.
Dietershausen beschwört den Fußballgott
Das Team von Imal Schersadeh hat vor dem letzten Spieltag die schlechtesten Karten: Während Motten immerhin die Relegation in der eigenen Hand hat, benötigt die SGDF zwingend einen Ausrutscher der Konkurrenz, um überhaupt noch eine Chance auf den Aufstieg zu haben. Voraussetzung dafür ist natürlich ein eigener Sieg beim TSV Dalherda. „Ich habe es schon zu den Jungs gesagt: Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand, was immer ärgerlich ist“, hadert Schersadeh, der seinem Team dennoch keinen Vorwurf macht – im Gegenteil: „Wir haben eine total geile Saison gespielt, mit nur vier Niederlagen. Wir wollten oben mitspielen, das haben wir getan. Und wenn du in einer so starken Liga unter den ersten Vier landest, ist das eine starke Saison. Deswegen muss man am Ende einfach sagen: Hut ab.“ Die Flinte ins Korn wirft Schersadeh natürlich trotz der schlechtesten Ausgangsposition des Spitzentrios nicht – und schwört auf Hilfe von oben: „Wir werden voll auf Sieg spielen und dann hoffen, dass der Fußballgott auf unserer Seite ist und eine der anderen Mannschaften patzt. Generell war es aber einfach eine extrem lange Saison, und wer am Ende ganz oben steht, dem gratuliere ich herzlich. Egal wie es jetzt läuft, ich bin stolz auf die Jungs.“ Abschließend hob auch Schersadeh, wie seine Trainerkollegen, die Stärke der Klasse hervor: „Ich spiele schon sehr lange Fußball und so eine Leistung sollte eigentlich für ganz oben reichen – hier in der Liga aber nicht. Mit so vielen Punkten und Toren am Ende vielleicht Dritter zu werden, das zeigt, wie ausgeglichen diese Liga ist. Wir warten ab, und schauen was auf uns zukommt.“
Steinau/Steinhaus und Margretenhaun mit Außenseiterchancen
Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich: Auch die FSV Steinau/Steinhaus und der RSV Margretenhaun könnten nochmal ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden – zumindest um den Relegationsplatz. Das Besondere: Steinau/Steinhaus liegt mit 74 Zählern auf Platz vier, hat allerdings die direkten Vergleiche gegen die besser platzierten Teams allesamt für sich entschieden. Im Falle von Punktgleichheit mit einem Team des Spitzentrios hätte die FSV also die Nase vorn – und auch in etwaigen Sondertabellen, falls am Ende mehr als zwei Teams punktgleich sind, hätte die Elf von Thomas Germann gute Chancen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass kein Team aus dem Spitzentrio am Sonntag gewinnt.
Margretenhaun könnte ebenfalls nochmal oben angreifen: Der RSV hat noch zwei ausstehende Spiele und könnte in der Endabrechnung – zwei Siege vorausgesetzt – auch noch auf 77 Punkte kommen. Die Elf von Nikola Milankovic hat allerdings die direkten Vergleiche gegen Niesig, Motten und Dietershausen verloren.
A-Liga Ost
Freitag
19 Uhr
Neuswarts – Kerzell/Löschenrod II
Margretenhaun – Dalherda
Sonntag
12.30 Uhr
Elters/Eckweisbach/Schwarzbach II – Neuswarts (in Schwarzbach)
13 Uhr
Künzell II – Margretenhaun
Dipperz/Dirlos II – Steinau/Steinhaus (in Dirlos)
Kerzell/Löschenrod II – Hofbieber II (in Löschenrod)
15 Uhr
Niesig – Ulstertal
Dalherda – Dietershausen/Friesenhausen
Rönshausen – Poppenhausen
Motten – Ehrenberg II
Langenbieber – Büchenberg/Uttrichshausen
