Als Ebert die Mannschaft übernahm, war die Ligazugehörigkeit für die neue Spielzeit noch völlig unklar. Erst nach der Relegation stand der Gang in die A-Liga fest. In der Vorbereitung spürte der Übungsleiter schnell, dass der Abstieg den Akteuren noch in den Knochen steckte. „Der Start war vor allem dazu da, die Köpfe freizubekommen. Auch abseits des Platzes haben wir einiges unternommen“, blickt Ebert auf seine ersten Amtshandlungen zurück.
Die Hiobsbotschaften rissen jedoch zunächst nicht ab, denn zum Saisonbeginn wurden dem Verein drei Punkte abgezogen. Der Grund: Ebert hatte sich in einem Vorbereitungsspiel selbst eingewechselt, da zum Anpfiff nicht genügend Akteure zur Verfügung standen. Der Coach stand 30 Minuten auf dem Feld, ehe er für einen verspätet eintreffenden Spieler Platz machte. Die Konsequenz waren der Punktabzug sowie eine persönliche Strafe für den damals frisch gebackenen Trainer. Ein Urteil, das Ebert bis heute nicht nachvollziehen kann. „Wir haben niemandem wehgetan und es lag auch kein Betrugsversuch vor“, betont der Coach.
Innerhalb der Mannschaft setzte dieser Rückschlag jedoch zusätzliche Kräfte frei. „Das hat für jede Menge Wut im Bauch gesorgt. Es lag an uns, diese in Stärke umzumünzen“, erklärt Ebert. Genau das gelang: Nach einer Niederlage zum Auftakt folgten beeindruckende 18 Siege in Serie. „Damit konnte niemand rechnen. Es waren zwar auch knappe Erfolge dabei, aber in den Phasen stand das Momentum auf unserer Seite“, so der Trainer. Großen Wert legte Ebert auf die defensive Stabilität, was der Ligabestwert von nur 22 Gegentreffern eindrucksvoll unterstreicht.
Nach der Winterpause leistete sich das Team zwar eine kleine Ergebnisdelle, die positive Mentalität verhinderte jedoch ein Einbrechen im Titelrennen. Am Pfingstwochenende wurde die Meisterschaft schließlich offiziell, woraufhin die Feierlichkeiten dementsprechend ausgiebig ausfielen.
Nun laufen die Planungen für die kommende Spielzeit, bei denen sich der Trainer allerdings bewusst im Hintergrund hält. „Ich verabschiede mich erst einmal für einen Monat“, kündigt Ebert an, der nach der Saison die Batterien wieder aufladen möchte. Ohnehin sei er kein Freund davon, sich als Trainer zu stark in die Kadergestaltung einzumischen. Das Aufstiegsteam wird sich jedoch verändern, da einige Verabschiedungen – wie die von Nico Gavos – anstehen. Das sportliche Ziel für das Abenteuer Kreisoberliga steht dennoch bereits fest: der Klassenerhalt.
