Lokales FD 26.05.2026

630 Jahre Hof Engelsburg – Riesiges Fest mit buntem Programm

Neuhof – Von Paula Nöllenheidt – Mit einem bunten Hoffest, der Segnung des neuen Milchviehstalls und zahlreichen Gästen aus Politik, Landwirtschaft und Gesellschaft hat die Betreiberfamilie Vogel am Pfingstmontag das 630-jährige Bestehen des Hofes Engelsburg in Neuhof gefeiert. Somit war der Hof das Ziel zahlreicher Besucherinnen und Besucher, die einen spannenden Einblick in die Geschichte des Hofes sowie dessen Zukunft erhielten.

Foto: Paula Nöllenheidt

Bereits am Vormittag eröffnete Pfarrer Dr. Vonderau den Tag mit einem Gottesdienst auf dem vollgefüllten Hofgelände und segnete anschließend den neuen Milchviehstall sowie das gesamte Hofgelände. Anschließend begrüßte die Familie Vogel die zahlreichen Besucherinnen und Besucher sowie Ehrengäste aus Politik und Landwirtschaft. Die Betreiberfamilie zeigte sich überwältigt von der großen Resonanz auf das Jubiläum: „Dass ein solches Jubiläum so angenommen wird, freut uns sehr“, betonte Michael Vogel und hob hervor, dass ein Projekt dieser Größenordnung „nur im Team“ möglich sei. Samuel Vogel dankte deswegen besonders den zahlreichen Helferinnen und Helfern und äußerte die Hoffnung, dass eine „ordentliche Spende“ für die beiden unterstützten Zwecke – die Kirchturmuhr St. Michael sowie das Klinikum Fulda – zusammenkomme.

Im Mittelpunkt des Tages stand die feierliche Einweihung des neuen Milchviehstalls. Bei Führungen stellte die Familie den Neubau vor: der moderne Stall bietet Platz für 70 laktierende Kühe und verfügt über einen automatisierten Melkroboter. Der bisherige Stall dient zukünftig als „Kinderstube“ für das Jungvieh. Zudem wurde ein neues Energiekonzept ungesetzt, mit dem der Betrieb möglichst autark seien möchte.

Bundestagsabgeordneter Michael Brand bezeichnete die Feier als „beeindruckendes Bild“ und würdigte die Leistungen der Familie Vogel stellvertretend für viele Landwirte. Gerade in schwierigen Zeiten werde deutlich, wie wichtig Versorgungssicherheit sei. „Lebensmittel kommen von engagierten Landwirten, somit ein Dank an alle, die einen Beitrag dazu leisten“, so Brand. Landtagsabgeordneter Sebastian Müller unterstrich ebenfalls die Bedeutung regionaler Lebensmittel und lobte „das Engagement, die Landwirtschaft für die Menschen lebendig zu halten“.

Bürgermeister Heiko Stolz würdigte die Entwicklung des Hofes als Verbindung von „Tradition, Fortschritt und Technik“. Die Familie habe den Betreib stets weiterentwickelt und dabei gleichzeitig immer Verantwortung für die Gemeinde übernommen. „Ihr bewahrt die Schöpfung Gottes“, sagte Stolz mit Blick auf die nachhaltige Landwirtschaft. Der Zusammenhalt der Familie und ihr Glaube seien ein wesentlicher Teil des Erfolgskonzeptes des Hofes.

Daniel Köfer, Staatssekretär des Hessischen Landwirtschaftsministeriums, betonte, dass die Landwirtschaft viel Dankbarkeit verdiene, besonders „die Menschen, die jeden Tag die Verantwortung dafür übernehmen“. So schaffe der Hof durch Feste wie dieses Bewusstsein und Vertrauen in die Landwirtschaft.

Landrat Bernd Woide sprach von einem „schönen Jubiläum“ und hob hervor, wie wichtig landwirtschaftliche Familienbetriebe für die Region seien. „Ich bin stolz, Landrat in einer Region zu sein, wo Landwirtschaft so einen hohen Stellenwert hat“, betone er. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Fulda-Hünfeld, Stefan Schneider, sprach der Familie Anerkennung für ihren Mut zu Investition aus. Gerade angesichts zurückhaltender Investitionen sei der Neubau ein wichtiges Signal für die Zukunft der Milchviehhaltung, auch in Richtung der Politik.

Zugleich stand der Internationale Tag der Milch im Mittelpunkt der Veranstaltung, zu der auch die neu gewählte Hessische Milchkönigin Hanna I. gekommen war. „Auf dem Hof gehen Tradition und Innovation Hand in Hand“, lobte sie.

Zudem erwartete die Gäste ein umfangreiches Programm mit Stallführungen, Informationsständen regionaler Firmen, Kinderprogramm, Bauernhofcafé sowie musikalischer Unterhaltung durch die Lichtbergkrainer. Auch für eine vielfältige Essensauswahl war gesorgt.