Besonders im Fokus stand in diesem Jahr das Thema Gravel-Biking – und genau dort setzte der Samstagvormittag eines der emotionalsten Highlights des bisherigen Wochenendes. Gemeinsam mit Paracyclist Jan Wiedemann ging es beim offenen Social Ride nicht um Bestzeiten oder Wattzahlen, sondern um Gemeinschaft, Austausch und die Freude am Radfahren. Zahlreiche Teilnehmer schlossen sich der gemeinsamen Ausfahrt über die Schotterstrecken an – vom ambitionierten Gravel-Fahrer bis zum neugierigen Einsteiger.
Wiedemann, der seit einem Motorradunfall mit gelähmtem linken Arm fährt und dennoch Jahr für Jahr enorme sportliche Leistungen absolviert, begeisterte die Teilnehmer nicht nur sportlich, sondern vor allem menschlich. „Hier geht’s ums Erlebnis, nicht ums Ergebnis“, sagte der Sonneberger. Graveln sei aktuell „auf dem aufsteigenden Ast“, gleichzeitig schade es ihm, wenn Menschen alleine fahren würden. „In der Gruppe ist es einfach schöner.“ Der Zuspruch für den Social Ride sei groß gewesen. Viele hätten sich im Vorfeld ausdrücklich darüber gefreut, dass ein solches Angebot organisiert werde.
Überhaupt zeigte sich am Samstag schnell, dass das Konzept des RSC Bimbach erneut aufging. Während die großen Marathonstrecken für Sonntag bereits seit Monaten ausverkauft sind, nutzten zahlreiche Teilnehmer die offenen RTF-, Gravel- und MTB-Angebote. Auf den Straßen und Schotterwegen rund um Bimbach herrschte vom Vormittag an reger Betrieb.
Großen Zuspruch erhielt auch die neue Premium-Verpflegung an der Gravel-Strecke. Neben klassischer Sportlernahrung warteten dort unter anderem Lachsbrötchen, Soleier und sogar ein kühles Bier auf die Fahrer – ein Angebot, das viele Teilnehmer gerne annahmen. Rund um das Festgelände sorgte die Bike-Messe mit bekannten Ausstellern und neuen Marken ebenfalls für viel Betrieb. Zwischen hochwertigen Rennrädern, Zubehör, Bekleidung und Fachgesprächen wurde schnell deutlich, dass das Bimbacher Wochenende längst mehr ist als eine reine Sportveranstaltung. Dazu passte auch das Bild auf der großen Campingwiese neben dem Schützenhaus, wo Wohnmobile, Zelte und Wohnwagen dicht an dicht standen und vielerorts bereits am Samstag echtes Festivalgefühl aufkam. Wie eng viele Teilnehmer dem Event seit Jahren verbunden sind, zeigte auch das Ehepaar Edwards aus Ostwestfalen. Seit 1983 beziehungsweise 1985 kommen sie regelmäßig nach Bimbach – und denken trotz veränderter Prioritäten gar nicht daran, damit aufzuhören. „Bimbach ist immer noch ein Ziel“, erzählten sie. Der Radsport selbst sei inzwischen zwar etwas in den Hintergrund gerückt, „aber es ist einfach schön hier“. Besonders das Verhältnis untereinander und die Atmosphäre würden sie Jahr für Jahr genießen.
Am Sonntag steht nun mit den ausverkauften Marathonstrecken der sportliche Höhepunkt des Wochenendes bevor. Nach dem gelungenen Auftakt am Samstag hoffen Veranstalter und Teilnehmer gleichermaßen, dass das angekündigte Traumwetter auch zum Finale hält.
