Am Wahlabend verfolgten Politiker und Parteivertreter in Stuttgart sowie in den Städten des Landes gespannt die Auszählung. Die Stimmung reichte von Jubel bei CDU- und AfD-Anhängern bis zu nachdenklichen Diskussionen unter Grünen-Vertretern über leichte Verluste.
Cem Özdemir zeigte sich vorsichtig optimistisch: „Was für ein Wahlkampf. Was für eine fulminante Aufholjagd. Es ist noch zu früh, um endgültig etwas zu sagen, aber wir sind zuversichtlich, dass sich das Ergebnis bestätigt.“ Grünen-Bundeschef Felix Banaszak sprach von einem „großartigen Ergebnis für Cem“ und einem „Superwahljahr“ für die Partei.
CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel dankte den Wählerinnen und Wählern und betonte, dass seine Partei weiterhin gewissenhaft mit dem Vertrauen umgehen werde. Gleichzeitig schloss er eine Regierungsbeteiligung mit Hilfe der AfD aus. AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier äußerte sich zufrieden über die deutliche Verbesserung des Wahlergebnisses und sprach von einem Wählerauftrag für eine konservative Mehrheit.
Die SPD erlebte ein historisch schlechtes Ergebnis: Spitzenkandidat Andreas Stoch kündigte Rücktritt als Landes- und Fraktionschef an. Auch FDP-Landeschef Hans-Ulrich Rülke gab seinen Rücktritt bekannt, da die Partei voraussichtlich die Fünf-Prozent-Hürde nicht erreicht. Die Linke verpasste knapp den Einzug in den Landtag, konnte ihr Ergebnis jedoch im Vergleich zu vorherigen Wahlen deutlich verbessern.
Der Wahlabend verdeutlichte zudem die Polarisierung zwischen Grünen und CDU sowie die zunehmende Bedeutung der AfD im Land. Während die Grünen ihren leichten Vorsprung behaupteten, konnte die CDU im Vergleich zu vergangenen Landtagswahlen deutlich zulegen. Nun beginnt die Debatte über mögliche Koalitionsoptionen und die strategische Ausrichtung der Parteien für die kommenden Jahre.
Parteien | Prozente | Sitzverteilung | Gewinne und Verluste |
Die Grünen: Cem Özdemir | 30,3 Prozent | 57 | - 2,3 Prozent |
CDU: Manuel Hagel | 29,7 Prozent | 56 | + 5,6 Prozent |
SPD: Andreas Stoch | 5,6 Prozent | 10 | - 5,4 Prozent |
FDP: Dr. Hans-Ulrich Rülke | 4,4 Prozent | - | - 6,1 Prozent |
AfD: Markus Frohnmaier | 18,7 Prozent | 35 | +9,0 Prozent |
Die Linke: Kim Sophie Bohnen, Amelie Vollmer und Mersedeh Ghazaei | 4,3 Prozent | - | +0,7 Prozent |
Andere | 7,0 Prozent | - | -1,5 Prozent |
