Männer
Nach der kürzlichen 38:44-Pleite gegen Bettenhausen setzte der Verein Trainer Stephan Kimpel, der am Saisonende den Verein ohnehin wieder verlassen hätte, vor die Tür. Der erste Kandidat für die Nachfolge war mit Faban Sauer direkt ein Treffer. „Ich habe die ganzen Jahre als Jugendtrainer gearbeitet und habe einfach sau viel Spaß am Trainerdasein“, sagt Sauer selbst, der vor einem halben Jahr seine C-Lizenz absolvierte. Erst vergangene Saison beendete er seine Karriere und gab zusätzlich sein Co-Traineramt ab. Dabei stand er mit dem damaligen Spielertrainer Felix Rehberg gemeinsam auf der Platte. Mittlerweile läuft Rehberg beim TVH auf und auch Sauer trug in der aktuellen Saison gegen die ESG Gensungen/Felsberg II und dem TV Külte mal wieder das Trikot des HSV.
Nun treffen die alten Weggefährten im Osthessen-Derby aufeinander – und die Hausherren haben etwas gutzumachen. Im vergangenen Spiel verlor der TVH gegen Wesertal mit 37:41. „Sie werden alles reinwerfen, um für sich wieder in die Spur kommen zu wollen“, ist sich Sauer bewusst. Dennoch werde der Tabellenführer die Hünfelder nicht unterschätzen, vermutet Sauer. „Ich will von den Jungs eine Reaktion und Kampfgeist sehen“, so der HSV-Trainer. Bis zum Saisonende stehen noch einige Spiele auf dem Programm. Dabei möchten die Haunestädter an den eigenen Baustellen, wie beispielsweise die direkten Eins-gegen-Eins-Dulle oder dem Abwehrverhalten, arbeiten. Besonders das Tempospiel, für das HSV lange stand, möchte Sauer wieder sehen, auch für die Fans. „Wir schauen nur auf uns, nicht auf den Gegner“.
Ebenfalls am Samstag (19 Uhr) sind die Handballer der HSG Großenlüder/Hainzell gefragt. Der Tabellendritte erwartet den direkten Tabellennachbarn HSG Wesertal zum Top-Duell. Wesertal nimmt die Reise nach Osthessen dank zwei Siegen in Folge, unter anderem gegen Hersfeld, mit einer gehörigen Packung Selbstvertrauen auf sich. Die HSG musste sich erst kürzlich bei Ost-Mosheim geschlagen geben und die Siegesserie begraben. Immerhin gab es eine positive Nachricht diese Woche: Trainer Sebastian Peppler bleibt den Lüderer Handballern über die Saison hinaus erhalten.
Frauen
Die Regionalliga-Saison haben sich die Handballerinnen des TV Hersfeld wohl anders vorgestellt. Mit vier Siegen und zwei Unentschieden aus 18 Spielen stehen die Osthessinnen auf dem zehnten Tabellenplatz. Der letzte Punktgewinn liegt bereits über eineinhalb Monate zurück, zuletzt hagelte mehrere teilweise deutliche Pleiten. „Wir haben unseren Rhythmus noch nicht gefunden und haben auch nicht mehr viel Zeit dafür“, warnt TVH-Trainerin Sabine Teichmann. Noch vier Spieltage verbleiben den Hersfelderinnen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Gegen den direkten Konkurrenten TSG Eddersheim soll am Samstag mit dem Punkten gestartet werden. Doch sind die Hersfelderinnen aktuell von Verletzungspech geplagt und müssen gegen Eddersheim ohne zwei wichtige Spielerinnen ran. Luisa Teichmann (Wadenbeinbruch) und Alina Braun (Kniebeschwerden) fallen für unbestimmte Zeit aus. „Erkältungskrankheiten konnten wir mal gut kompensieren. Mit dem Wegfall von Luisa brechen uns aber 50 Prozent weg“, bedauert die Mutter. Hinzu komme noch der Frust aus dem vergangenen Spiel in Wettenberg. 19:20 musste sich der TVH geschlagen geben. „Wir haben nur 15 Minuten Handball gespielt, die restlichen 45 Minuten nur so larifari. Das reicht nicht“. Besonders die Einstellung soll in der Mannschaft nicht stimmen. „Der Kampfgeist über die 60 Minuten fehlt. Auch Abschlüsse fehlen. Keiner will Verantwortung übernehmen“, findet die Trainerin klare Worte. Mit Eddersheim wartet daher eine harte Herausforderung. „Sie spielen 60 Minuten Handball“, sagt Teichmann. Ihre Hoffnung sei, dass in der Mannschaft mittlerweile der Druck raus sei und das Team gegen Eddersheim befreiter aufspielen könne. „Dafür müssen aber auch alle an Bord sein“.
Auch die Handballerinnen aus der Oberliga Nord sind am Wochenende gefragt. Der TV Hersfeld II muss am Samstag (16 Uhr) vor dem Spiel der ersten Mannschaft zuhause gegen den SV Reichensachsen ran. Am Sonntag (17 Uhr) geht es für die Frauen der HSG Großenlüder/Hainzell zur HSG Wesertal.
