Durch den Klimawandel und insbesondere die heißen Sommer der vergangenen Jahre konnte sich die Tigermücke explosionsartig in Europa und in Deutschland verbreiten. Auch in Hessen ist die Etablierung der exotischen Art nicht mehr zu verhindern. Damit einher geht ein Gesundheitsrisiko, denn die Tigermücke kann mehr als 20 Krankheitserreger übertragen. Von besonderer Relevanz sind das Chikungunya- und das Denguevirus, die von Reiserückkehrern eingeschleppt werden können. Der wirksamste und nachhaltigste Schutz vor der Tigermücke und auch vor anderen Stechmücken ist, ihnen die Möglichkeit zum Brüten beziehungsweise zum Schlüpfen zu nehmen. Vor Beginn des Frühjahrs sollte man daher den Garten, Balkon oder auch Fensterbretter auf mögliche Brutstätten überprüfen und wenn möglich Wasseransammlungen über den Sommer vermeiden. Die Tigermücke kommt mit Trockenheit und Hitze gut klar, da ihr schon kleinste Wasseransammlungen ausreichen. Zur Vermeidung von potenziellen Brutstätten gibt es einige hilfreiche Tipps:
· Eimer, Gießkannen und Blumenuntersetzer so lagern, dass sich kein Regenwasser darin sammeln kann.
· Wasser in Vogeltränken, Planschbecken usw. einmal wöchentlich austauschen
· Teiche mit Fischen besetzen, diese sind Fressfeinde der Mückenlarven.
· Regentonnen abdecken, und Regenrinnen regelmäßig von Laubeintrag befreien.
· Abgestandenes Wasser zum Gießen verwenden, nicht über den Gully entsorgen.
· Bei der Grabpflege auf dem Friedhof kann man darauf achten, ungenutzte Blumenvasen auf den Kopf zu stellen.
Sollten sich die Stechmücken tatsächlich verbreitet haben, können nach fachlicher Beratung biologische Bekämpfungsmaßnahmen eingesetzt werden. Der Einsatz von sogenannten B.t.i.-Produkten (B.t.i : Bacillus thuringiensis israelensis) stellt hierbei die umweltverträglichste Methode dar, die derzeit zur Verfügung steht. Der Wirkstoff ist ein Eiweiß und tötet gezielt Stechmückenlarven ab. Bei sachgemäßer Anwendung bleiben andere Organismen unbeschadet.
Wer Tigermücken auf dem eigenen Grundstück feststellt, kann den Fund an das Gesundheitsamt oder direkt an den Mückenatlas auf der Webseite www.mueckenatlas.com melden. Das von der Bundesregierung geförderte Projekt erfasst deutschlandweit das Vorkommen verschiedener Stechmückenarten, um Verbreitungskarten erstellen und darauf aufbauend weitere Maßnahmen planen zu können. Erkennen kann man die Tigermücke an ihrem auffälligen schwarz-weiß gestreiften Muster am ganzen Körper und dem besonders gut sichtbaren weißen Streifen auf Hinterkopf und Rücken. Im Vergleich zu einheimischen Stechmücken ist sie mit 0,5 bis 1 Zentimeter eher klein.
Umfangreiche Informationen zum Umgang mit der Asiatischen Tigermücke finden Bürgerinnen und Bürger beim Hessischen Landeamtes für Gesundheit und Pflege (HLfGP): https://hlfgp.hessen.de/klimawandel-und-gesundheit/asiatische-tigermuecke. Dort findet man unter anderem eine Checkliste mit den Präventionsmaßnahmen. Bei Fragen zur Prävention und Bekämpfung der Tigermücke kann man sich an das Dezernat Klimawandel und Gesundheit des HLfGP wenden: klima@hlfgp.hessen.de.
Der Bekämpfung von Stechmücken widmet sich besonders die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) e. V. Die KABS führt eigenständige Untersuchungen durch, beteiligt sich an Projekten und kooperiert mit anderen Organisationen, um Bekämpfungsmethoden effizienter und umweltverträglicher zu gestalten sowie neues Wissen über exotische und einheimische Stechmücken zu erlangen. Nähere Infos: www.kabsev.de.
