Am Samstagabend konnten die Fliedener ihren Teamkollegen zumindest mit nach Hause nehmen, doch hatten schon Schlimmeres befürchtet: „Er wurde noch am Platz im Krankenwagen betäubt“, sagt Trainer Christian Kreß. Unter Narkose richteten die Rettungssanitäter Bohl den Ellbogen, der nach einem Zusammenprall und Aufprall auf dem Boden eine Fehlstellung aufgewiesen hatte. Was böse aussah, tat auch „höllisch“ weh, berichtet Kreß: „Er hatte große Schmerzen und wusste selbst nicht mehr ganz genau, wie es passiert war. Nur, dass er in den Zweikampf ging und irgendwie weggerutscht ist“.
Am Sonntagmorgen war Kreß dann nicht nur Trainer, sondern auch persönlicher Begleiter von Bohl, der in Nordhessen einen kompletten Gips um den linken Arm bekam und in der Notaufnahme in Fulda zur Kontrolle musste. Dort gab es nach einem CT die bittere Diagnose, dass das sogenannte Köpfchen im Ellenbogen gebrochen ist. „Außerdem ist die Bandstruktur beschädigt“, bedauert Kreß. Ein weiteres MRT stehe am Mittwoch noch aus, „aber stand jetzt wäre eine OP unumgänglich, was auch zehn bis zwölf Wochen mit einer Schiene nach sich ziehen würde“. Diese Aussagen des Trainers lassen erahnen, dass das Karriereende von Bohl womöglich früher als geplant kommt. Doch der Coach und das Team halten zum 36-Jährigen: „Da sind wir als Mannschaft und Verein gefragt, ihn bestmöglich zu unterstützen. Gerade für ihn selbst ist das bestimmt auch mental schwer zu begreifen, und einfach bitter“.
