Fußball 27.03.2026

Verbandsliga – Achtmal auswärts: Kein Rechnen mehr im Abstiegskampf

Osthessen (pf) – Heiße Duelle stehen im Abstiegskampf der Fußball-Verbandsliga Nord vor der Tür: Der SV Flieden gastiert am Samstag (15 Uhr) im winterlichen Willingen, der FC Eichenzell ist kurz danach um 15.30 Uhr beim OSC Vellmar gefordert. Überhaupt ist es ein großes Auswärts-Wochenende aus osthessischer Sicht: Insgesamt steigen acht Partien, alle hiesigen Teams sind auf Reisen.

2:2 endete das Hinspiel zwischen Eichenzell und Vellmar im September vergangenen Jahres. Foto: Natalia Lindt

Wichtiger geht es kaum: Der FC Eichenzell steht vor einer ganz entscheidenden, englischen Woche mit zwei Spielen gegen direkte Keller-Konkurrenten innerhalb von fünf Tagen. Doch mit Unentschieden kommt die Britannia im Abstiegskampf nicht weiter – so die Erkenntnis nach den bisherigen Spielen der Restrunde: 1:1 gegen Steinbach, 0:0 in Wabern, 1:1 gegen Lichtenau. Mehr denn je müssen nun Siege her. „Jetzt sowieso“, betont Trainer Heiko Rützel: „Das waren bisher drei Mannschaften aus der oberen Hälfte, gegen die natürlich auch etwas möglich war. Aber wir sind noch ungeschlagen in diesem Jahr und jetzt kommen entscheidende Spiele, in denen wir sechs Punkte holen müssen“, blickt der Coach auf die Aufgaben in Vellmar und kommenden Mittwoch in Hofbieber voraus. Der FCB steht mit 18 Zählern auf dem drittletzten Platz, kurz davor liegt der OSC Vellmar mit einem Punkt mehr, aber auch schon zwei Spielen mehr auf dem Buckel. „Für sie ist das genauso wichtig, ein Unentschieden hilft da keinem“, weiß Rützel. Unklar sei noch, ob auf Rasen oder Kunstrasen gespielt wird. Jedenfalls will sich Eichenzell im Vergleich zum Lichtenau-Spiel wieder steigern und an die Leistungen zuvor anknüpfen. Mit Philipp Pfeiffer, der zuletzt gesperrt war, kommt Qualität in den Kader zurück, nur die Langzeitverletzten fehlen Rützel weiterhin.

Der OSC Vellmar seinerseits zeigt zwar über die gesamte Saison schon ab und an starke Leistungen, allerdings viel zu schwankend, wie Trainer Mario Deppe nach dem jüngsten 0:5 in Bad Soden beklagte, das auch etwas zu hoch ausfiel – Vellmar war hier eine Halbzeit lang ebenbürtig und kassierte drei Eckball-Gegentore. „Auch in Flieden haben wir eine hervorragende erste Halbzeit gespielt und dann den Faden verloren. Wir können mit Selbstbewusstsein in die nächsten Spiele gehen, aber müssen auch liefern. Rechnen gilt nicht“, sagte Deppe in der Vorwoche.

Ebenfalls am Samstag will der SV Flieden siegen – und vor allem Wiedergutmachung betreiben nach der Pleite gegen Dörnberg. Das 0:2 in der Vorwoche war erschreckend für Coach Christian Kreß, der angibt: „Wir haben das eine oder andere im Training thematisiert, was wir ändern müssen. Aber auch die Jungs haben von sich aus die Dinge klar angesprochen“. In Willingen schneite es sogar am Donnerstag nochmal, entsprechend soll auf Kunstrasen gespielt werden – der Zeitplan ist eng, der SCW hat an Ostermontag schon ein Nachholspiel, Flieden spielt am Gründonnerstag noch Pokal. Der Kader ist allerdings dünn besetzt: Niko Zeller verletzte sich vergangene Woche und fällt aus, auch Ersatzkeeper Maximilian Fritz fehlt kränklich. Ebenfalls krank war Jonas Hilgenberg, der noch fraglich ist, dazu fehlt Marius Kullmann. „Aber es soll keine Kaffeefahrt werden“, betont Kreß – so schlimm, dass er selbst nochmal die Schuhe mitnehmen muss, sei es schließlich nicht. Mit einem Sieg könnte Flieden den SC Willingen bis auf neun Punkte distanzieren, bei einer Niederlage wäre die Lücke nur noch drei Punkte groß.

Ebenfalls am Samstag (15 Uhr) spielen die U23 der SG Barockstadt bei Calden/Meimbressen und der SV Hofbieber beim Lichtenauer FV.

 

Plötzlich Top Fünf-Duell

Eine attraktive wie auch schwere Aufgabe wartet auf die SG Bad Soden am Sonntag (15 Uhr): Es geht ins Bergstadion zum FSV Dörnberg. Während der FSV in den vergangenen Jahren knapp über dem Strich stand, war die Hinrunde im Habichtswald schon ordentlich mit Platz zehn – dann steigerte sich Dörnberg aber nochmal massiv und steht sogar bisher an der Spitze der Rückrundentabelle. Fünf Siege und ein Remis stehen zu Buche – das macht auch weiter südlich in Bad Soden Eindruck: „In dieser Situation sind wir auch noch nicht auf sie getroffen“, sagt Sodens Trainer Lars Schmidt, denn plötzlich ist es ein Top-Fünf-Duell. Für die Sprudelkicker gilt, die nächsten Ergebnisse einzufahren und Platz zwei zu bestätigen – immerhin hat Hessen Kassel II diesmal spielfrei, nach dem Wochenende ist die Tabelle dann „gerade“ und Soden könnte bis auf sieben Punkte heranrücken. (Unter anderem verlor Kassel im März auch schon gegen Dörnberg).

Daher ist Vorsicht geboten: Auf dem berüchtigten Dörnberger Kunstrasen erlebten die Sodener schon das eine oder andere Spektakel. Schmidt erinnert sich an 2023 zurück, als aus einer frühen 2:0-Führung noch ein 4:4 wurde. Im Vorjahr rettete Soden spät ein 2:2. „Das sind meistens sehr wilde Spiele“, so der Coach: „Dörnberg kann immer wieder in eine Partie zurückkommen“. Selbst wollen die Gäste den Schwung aus der Vorwoche (5:0 gegen Vellmar) mitnehmen und freuen sich auf die Herausforderung, die wahrlich kein Selbstläufer sei, so Schmidt. Erfreulich: Admir Ljutic ist Vater geworden und setzte daher kurz mit dem Training aus. Weniger erfreulich: Mirza Kovac hatte durch die Fastenzeit etwas Probleme mit dem Stoffwechsel und musste pausieren. Ebenso bangt Schmidt noch um Christian Pospischil, der noch vom Lichtenau-Spiel am Fuß verletzt ist, sowie um Spase Arsov, bei dem es seit der Vellmar-Partie im Adduktorenbereich zwickt.

Die weiteren Auswärtsspiele aus osthessischer Sicht am Sonntag: Johannesberg ist krasser Außenseiter beim FSV Wolfhagen, der SV Steinbach will in Wabern an Bad Soden dranbleiben und Eiterfeld/Leimbach will bei Klei/Hun/Doh wichtige Zähler im Abstiegskampf sammeln.

 

Verbandsliga

 

Samstag

15 Uhr

Calden/Meimbressen – Barockstadt Fulda-Lehnerz (in Calden)

Lichtenauer FV – Hofbieber

Willingen – Flieden

15.30 Uhr

Vellmar – Eichenzell

 

Sonntag

15 Uhr

Wolfhagen – Johannesberg

TSV Wabern – SV Steinbach

Dörnberg – Bad Soden

15.30 Uhr

Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach – Eiterfeld/Leimbach (in Hundelshausen)