Es war Bewegung im Saal, denn die rund 140 Gäste holten sich ihr Essen selbst an den Stationen ab, konnten zwischen den Gängen Plätze tauschen, einen Zwischenstopp an einem der Stehtische einlegen und so mit vielen anderen Gästen ins Gespräch kommen. Die Getränke wurden am Platz serviert. Sowohl an den Stationen als auch im Service arbeiteten die Profis der beteiligten Betriebe mit den Gastronomie-Talenten mit Behinderung, die entweder in den Betrieben direkt oder bei antonius arbeiten, zusammen.
Die Kulinarische Vielfalt war groß. Die Besucher konnten sich insgesamt zwölf Gerichte schmecken lassen. Angeboten wurden als Vorspeise zum Beispiel Rhöner Ramen mit Wachtelbrühe, Wachtelbrust, Wachtelei, Wirsing und Fregola Sarda oder Green Goodness bestehend aus Spitzkohl, Avocado und Blattspinat serviert mit Garnele oder Falafel und garniert mit Sesam Roast und Sriracha. Zum Hauptgang gab es unter anderem Tagliolini aus dem Parmesanlaib, Sonntagsbraten Leiststyle bestehend aus geschmorter Schweinebacke, Wurzelgemüse und Thüringer Kloß oder einen Bikini Bottom Burger – Seehecht mit Brioche, Ananas, Koriander, Chili und Romana. Zum Dessert warteten schließlich Crème Brûlée mit Holunder, ein Rhöner Überraschungsei, Tiramisu von Antonccini sowie Cannoli Lampone auf die Gäste. „Es ist so konzipiert, dass man alle zwölf Gerichte probieren kann“, sagte Moderatorin Sabine Hauß, die nach einem Interview mit Marie-Christine Nelles von Nelles Catering und Swen Friedrich, Geschäftsführer antonius : gemeinsam begegnen und selbst Koch, den Ablauf des Abends erläuterte. Wer dann immer noch nicht genug hatte, konnte sich ein Eis von Perilli schmecken lassen.
„Was für uns phänomenal war, dass alle sofort gesagt haben, wir machen mit“, blickte Nelles in dem Talk auf die Anfänge zurück – damals sei noch nicht mal genau klar gewesen, wie das Event konkret aussehen soll. Einigkeit habe auch sofort bestanden, dass es keine „Eintagsfliege“ sein soll. „Die sechs, die das Event machen, wollen sich dauerhaft treffen“, kündigte Friedrich an. Beide waren mit der Entwicklung von der Idee bis zum Abend selbst sehr zufrieden. „Wir hoffen, dass alle hier rausgehen und sagen, es war ein super Abend, ich komme nächstes Jahr wieder“, meinte Nelles später. Friedrich verdeutlichte nochmal den Hintergrund: Die Veranstaltung soll zeigen, dass Menschen mit Behinderung auch in so einem Setting, in dem es wie in der Gastronomie allgemein auch mal stressig werden kann, ihren Job hervorragend machen.
Die vier Live-Cooking-Stationen wurden an dem Abend von Nelles Catering, dem Fuldaer Haus, der Rhöner Botschaft mit Sternekoch Björn Leist sowie antonius besetzt. Felix Wessling von der Alten Schule und Dorothea Friedrich mit dem Team vom Haus der Standesbeamten in Bad Salzschlirf kümmerten sich um die Getränke. Bevor es jeweils zum nächsten Gang ging, stellte Hauß jeweils zwei der teilnehmenden Betriebe mit den dort arbeitenden Talenten oder deren Vertretern vor und sprach mit ihnen über ihre Arbeit, ihre Motivation und auch die Herausforderungen, die es beim Einstieg vielleicht gab. Auch Musik gab es. „Wie kann man besser genießen, als mit gutem Essen, guten Getränken und guter Musik“, sage Hauß. Dreilich aus Thüringen war kurzfristig für die erkrankten eigentlich geplanten Musiker eingesprungen und auch die antonius Band hatten einen Auftritt. Ein besonderer Dank ging auch an die Sponsoren, die das Event unterstützten.
