Seit der Verschärfung der Lage im Konflikt im Iran sind die Kraftstoffpreise deutlich gestiegen. Laut Angaben von Heizöl24 und dem ADAC verteuerte sich Super E10 am Montag im Vergleich zur Vorwoche um sechs Cent, Diesel sogar um sieben Cent. Am Dienstag zogen die Preise weiter an und nähern sich der Zwei-Euro-Marke. Auch Heizöl verteuerte sich innerhalb eines Tages um rund neun Prozent. Ein Ende der Preisspirale ist aktuell nicht in Sicht.
„Es ist eine Katastrophe“
Silvia Lang, Stationsleiterin der Shell-Tankstelle in der Frankfurter Straße, schlägt Alarm: „Es ist eine Katastrophe – und die Preise sollen ja noch weiter steigen.“ Sie beobachtet, dass ihre Kunden bewusster und sparsamer tanken. Auch privat trifft sie die Situation hart, da sie täglich 60 Kilometer pendeln muss. „Bald muss ich mit dem Fahrrad fahren“, stichelte die Stationsleiterin.
Etwas gelassener ist die Stimmung auf Nachfrage in der Avia-Tankstelle in der Kreuzbergstraße. Ein Mitarbeiter berichtet, die Lage sei dort weniger prekär: „Ein Großteil unserer Kunden tankt mit Firmenkarten – da ist es nicht so schlimm. Wer jedoch privat bezahlen muss, schaut momentan genauer hin.“ Große Einbußen verzeichnet die Station bislang nicht.
Zwischen Ärger und Zuversicht
Unter den Kunden sind die Meinungen geteilt. Lothar Jahn aus Kohlhaus nennt die Entwicklung „fürchterlich“, schätzt sich aber glücklich, viele Wege mit dem Fahrrad erledigen zu können. Anette S. aus Fulda hingegen ist auf ihr Auto angewiesen, bleibt aber optimistisch: „Der Krieg ist das Schlimmste, die Preise werden schon wieder sinken.“ Wann das der Fall sein wird, ist jedoch noch unklar.
Kritischer sieht es Herr Jacobi, der in der Logistikbranche arbeitet: „Es ist eigentlich nur Abzocke von den Tankstellen. Die Lager sind voll mit Sprit, und sie springen wie immer auf das Pferd auf und zocken uns ab.“ Er müsse durch die Arbeit sehr viel fahren, und oftmals müsse er durch die „kaputten Preise“ überlegen, ob es sich lohne, das Auto zu bewegen.
