Lokales FD 10.03.2026

SPD-Frauen Fulda fordern mehr Schutz vor häuslicher Gewalt

Fulda (pm/gü) – Zum Internationalen Frauentag schlagen die SPD-Frauen Fulda Alarm. Häusliche Gewalt nehme zu. Allein in Hessen stiegen die polizeilich erfassten Fälle im vergangenen Jahr um elf Prozent auf 13.189 an. Auch viele Frauen in Fulda und Umgebung seien betroffen. Das müsse sich ändern.

„Häusliche Gewalt ist keine Privatsache. Sie zerstört Leben“, betonen die SPD-Frauen Fulda. Die betroffenen Frauen leiden unter schweren körperlichen und seelischen Verletzungen. Oft verlieren sie ihr Zuhause oder geraten in große finanzielle Not. Gleichzeitig koste häusliche Gewalt die Gesellschaft jedes Jahr Milliarden. In Deutschland würden die direkten und indirekten Kosten auf mindestens 3,8 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

Wenn es zu Hause Gewalt gibt, leiden die Kinder immer mit. Um den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen, muss Vorbeugung sehr früh ansetzen. Die SPD-Frauen Fulda fordern, dass Prävention schon in der Kita beginnt. Ein bewährter Ansatz hierfür sei das Programm „Papilio“, das direkt und dauerhaft im Kita-Alltag umgesetzt wird. Dabei kommen keine externen Spezialisten in die Gruppe, sondern das eigene pädagogische Fachpersonal wird fortgebildet. Die Erzieherinnen und Erzieher helfen den Kindern im Alter von null bis neun Jahren im täglichen Miteinander, sozial-emotionale Kompetenzen aufzubauen. Die Kinder lernen so spielerisch, sich an soziale Regeln zu halten, mit eigenen Gefühlen umzugehen und Konflikte ohne Gewalt zu lösen. Das beuge einer späteren Entwicklung von Gewalt, Kriminalität und Sucht wirksam vor.

Gewaltschutz müsse für alle Frauen da sein. Häusliche Gewalt gebe es in allen sozialen Schichten. Deshalb sei ein multikultureller Ansatz so wichtig. Sprachprobleme oder kulturelle Hürden dürften niemals dazu führen, dass eine Frau keine Hilfe bekomme. „Jede Frau hat das Recht auf ein Leben ohne Gewalt, egal, woher sie kommt oder welche Sprache sie spricht. Wir stehen an der Seite aller Frauen“, so die SPD-Frauen. In Fulda gebe es bereits wichtige Anlaufstellen wie das Frauenhaus und den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), Solwodi für Migrantinnen in Not, die Schutzambulanz oder pro familia. Diese Einrichtungen leisten großartige Arbeit, stoßen aber an ihre Grenzen.

Deshalb fordern die SPD Frauen Fulda von der Politik vor Ort:

Mehr Geld und Personal für Beratungsstellen: Vor allem mehrsprachige und kultursensible Angebote müssen ausgebaut werden.

?Mehr Plätze in Schutzeinrichtungen: Das Frauenhaus in der Region braucht mehr Kapazitäten.

?Bezahlbaren Wohnraum: Frauen müssen ausziehen können, ohne Angst vor Obdachlosigkeit oder Armut haben zu müssen.

?Bessere medizinische Versorgung: Betroffene Frauen und Kinder brauchen schnelle Hilfe, um die Folgen der Gewalt zu lindern.

?Mehr Vorbeugung: Wir brauchen mehr Aufklärung in Schulen und Kitas sowie Arbeit mit den Tätern, damit Gewalt gar nicht erst passiert.

Das Hilfsnetz in Fulda muss für jede Frau zugänglich sein. Dafür setzen wir uns am 8. März und an jedem anderen Tag ein.“