Die Nachricht erschütterte die Region: Eine ehemalige Mitarbeiterin aus dem Sinntal habe das Ende von tegut bereits Anfang des Jahres vorhergesagt. In den vergangenen 20 bis 30 Jahren habe die Qualität des Lebensmittelmarktes stark nachgelassen. „Besonders die frischen Produkte, wie Fisch, Obst oder Gemüse“, erklärte die 68-Jährige. So komme die Obst- und Gemüseabteilung nicht mehr an die Standards wie zehn Jahren oder mehr heran. Fleckige Lebensmittel und dreckige Böden würden zum Alltag gehören, stellte sie fest. Die Übernahme durch Edeka und Rewe komme für die ehemalige Mitarbeiterin daher nicht überraschend. „Es ist logisch. Edeka wartet auf fertige Märkte. Das ist ein Schnäppchen schlechthin“, meinte sie. Die Frau wünsche sich, dass alle Mitarbeiter übernommen werden und niemand sich nach einem neuen Job umschauen muss. Sie habe bereits beobachtet, dass es in den vergangenen Jahren immer weniger Betrieb am Standort in den Kaiserwiesen geworden sind. „Damals waren sieben Kassen offen, heute teilweise nur noch eine“. Abschließend fand die Rentnerin noch klare Worte und polterte: „Die führenden Mitarbeiter haben das Unternehmen in den letzten Jahren verlassen und sitzen im Trockenen“. Nicht erst seit heute sei tegut ein „sinkendes Schiff“.
„Ich finde es nicht gut“, sagte wiederum der Fuldaer Markus H. zur Übernahme durch Edeka oder Rewe. Der 53-Jährige habe vor einigen Jahren als Lkw-Fahrer bei tegut… gearbeitet und in der Zeit einige Veränderungen des Unternehmens miterlebt. Beispielsweise die Umstellung von den Rollbehältern zu Paletten. „Ich finde die Sparmaßnahmen nicht gut. Da hängen sehr viele Arbeitsplätze dran“, sagte er. Auch die Übernahme hält der Fuldaer für keine gute Idee – zumal einzelne Filialen der tegut-Gruppe damit nicht gerettet würden. „Was ist denn aus Fulda geworden? Solche Standorte sollten erhalten bleiben“, betonte er und fügte hinsichtlich der vielen Geschäftsschließungen im Einzelhandel abschließend an. „Es ist einfach traurig, auch was aus Fulda geworden ist“.
„Ich finde es schade. Ich habe hier immer gerne eingekauft“, sagte Klaus S. aus Petersberg. Der 76-Jährige habe in den Nachrichten über das Aus von tegut gehört und hoffe nun, dass die Filiale in den Kaiserwiesen mit der bevorstehenden Übernahme auch weiterhin bestehen bleibe. Die Gedanken des Petersbergers sind bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Lebensmittelmarkts. „Es sind schon weniger geworden“, stellte er mit Blick auf die vergangenen Monate und Jahre fest.
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