Lokales FD 12.03.2026

Sicherheit im Fokus: Neue Rettungswache und Notstrom für Hünfeld

Hünfeld (pk) – In Hünfeld ist der Neubau einer Rettungswache des DRK-Kreisverbandes auf dem Gelände der Helios St. Elisabeth Klinik geplant. Am Mittwoch gab es erste Einblicke in die Pläne und den Zeitplan. Für den bereits bestehenden Standort der Rettungswache Nord in der Hersfelder Straße wurde zudem ein Notstromaggregat bereitgestellt.

Es geht voran: Am Mittwoch sind die Pläne für die Rettungswache Süd in Hünfeld vorgestellt worden. Foto: Paul Kukula

So soll sie aussehen. Visualisierung: Wuttke Architekten Fulda

Zu Beginn begrüßte Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok die Anwesenden. Er erläuterte, weshalb ein zweiter Standort für das DRK in Hünfeld notwendig und warum der gewählte Platz ideal sei. „Der Standort neben der Klinik ist ideal, denn auf der Rückfahrt liegt direkt das Krankenhaus“, so der Bürgermeister. Auch Vize-Landrat Frederik Schmitt berichtete, dass er bereits eine Vielzahl von Erweiterungen im Rettungsdienst miterlebt habe. Er ging ebenfalls auf die Notwendigkeit des zweiten DRK-Standorts ein: „Im Rettungsdienst kommt es auf jede Minute an. Gerade im südlichen Bereich können die Rettungskräfte nun zweieinhalb Minuten schneller vor Ort sein“, so Schmitt. Strategisch gesehen sei der zweite Standort somit essenziell. „Damit haben wir im gesamten Landkreis eine Versorgung sichergestellt, durch die wir in 90 Prozent der Fälle in unter zehn Minuten am Einsatzort sind.“ Dies seien die bestehenden Zielwerte. Abschließend lobte er die Arbeit vor Ort: „Wenn man hier etwas umsetzt, ist das nicht nur qualitativ hochwertig, sondern geschieht auch zügig.“ Es sei ein guter Tag für den Rettungsdienst und für Hünfeld.

Frank Reith, Fachdienstleiter Gefahrenabwehr beim Landkreis, erklärte im Anschluss, welche Neuerungen nach Abschluss der Maßnahmen hinzukommen. Es werde ein zusätzliches 24/7-Fahrzeug stationiert, das dauerhaft vor Ort bleibt. DRK-Kreisgeschäftsführer Stefan Bott zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden mit den aktuellen Entwicklungen. Ein zentrales Thema war für ihn die Ausbildungsmöglichkeit am neuen Standort: „Wir haben aktuell neun Auszubildende, mit der Fertigstellung der Wache werden wir die Kapazität auf zwölf erhöhen können.“ Er sei dankbar, dass die Planung so unkompliziert funktioniert habe.

Architekt Alexander Wuttke erläuterte die Details für das 1400 Quadratmeter große Grundstück. Die Kosten werden auf etwa 2,6 Millionen Euro geschätzt. Geplant sind mehrere Ruheräume sowie ein funktional gestalteter Aufenthaltsbereich mit Küche und Pausenraum. Zudem entstehen Unisex-Umkleiden, die nachhaltiger sind und Fläche sparen, da sie sich flexibler an die Belegschaft anpassen lassen – selbstverständlich inklusive Einzelkabinen. Eine Terrasse sowie mehrere Funktionsräume ergänzen das Raumprogramm. Die Fahrzeughalle wird mit zwei Stellplätzen zuzüglich eines Reserveplatzes ausgestattet. Wuttke zeigte sich „sehr froh“, dass er bei der Planung auf regionale Unternehmen zurückgreifen konnte. Zudem gelang es, den Bau der Rettungswache in Holzbauweise durchzusetzen. „Das bietet zwei Vorteile: Zum einen ist es ressourcenschonend, zum anderen können wir das Projekt so sehr zügig umsetzen.“

Neues Notstromaggregat für die Rettungswache Nord

Am bereits bestehenden Standort der Rettungswache Nord wurde zudem ein Notstromaggregat eingerichtet, welches für den Notfall eingesetzt werden kann. Bei langfristigen Stromausfällen könne die Rettungswache autark versorgt werden. Steffen Diegmüller, Leiter Rettungsdienst beim DRK-Kreisverband Hünfeld, betonte die Wichtigkeit, dass bei einem Ausfall – wie er etwa in Berlin der Fall war – die Rettungswache weiter mit Strom versorgt werden kann. „Die Infrastruktur der Telekommunikation muss hochgehalten werden, es muss warmes Wasser geben.“ Das Aggregat habe eine Dauerleistung von 66.000 Watt. Unter normalen Bedingungen würde der Notstrom für etwa 14 Stunden halten, aber es gebe bereits eine mobile Tankstelle für das Aggregat, die bis zu 1000 Liter Diesel speichern kann, was dann bis zu drei Tage halten kann. Sollte es zu diesen drei Tagen kommen, werde die Wache durch Notfallpläne mit weiterem Diesel beliefert, so Diegmüller. Sollte der Diesel nicht gebraucht werden, werde er nach einem Jahr zum Betanken der Rettungsfahrzeuge genommen.

Auch Bürgermeister Tschesnok war zufrieden mit der Neuanschaffung: „Gut vorbereitet zu sein, hilft in der Krise mehr, als dann festzustellen: Wo bekomme ich jetzt den nötigen Strom her?“ Es sei ihm leichtgefallen, den nicht geringen Beitrag von 50.000 Euro zu bezahlen, denn die Stadt wisse, das Geld sei „sehr gut investiert“.

Neue Rettungswache in Hünfeld. Fotos: Paul Kukula