Moderne Hernienchirurgie
Brüche, im Fachjargon Hernien genannt, sind Lücken in der Bauchdecke, denen verschiedene Ursachen zugrunde liegen können. Besteht ein solcher „Bruch“, kommt es zum Austritt von Gewebeanteilen oder der Ausstülpung von Baucheingeweiden, was Betroffene oft als Fremdkörper erleben und besonders unter körperlicher Aktivität schmerzhaft ist.
Die Muskulatur der Bauchwand sorgt einerseits für passive Stabilität, muss gleichzeitig aber die dynamische Beweglichkeit gewährleisten. Diese Doppelfunktion wird bei der modernen operativen Rekonstruktion berücksichtigt, um den Betroffenen volle Funktionalität und Belastbarkeit wieder zu ermöglichen. Die Anwendung der minimal-invasiven oder offenen Operationstechnik erfolgt individuell, abhängig von Größe und Lokalisation des Bruches – vom kleinen Leistenbruch bis zum großen Narbenbruch.
Im zertifizierten Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie des Herz-Jesu-Krankenhauses Fulda werden jährlich etwa 800 Bruchoperationen durchgeführt, davon über 70 Prozent minimal-invasiv (Leistenbrüche zu 95 Prozent, Zwerchfellbrüche zu 100 Prozent). Die Schlüssellochchirurgie bietet zahlreiche Vorteile: weniger Schmerzen, schnellere Belastbarkeit und kürzere Krankenhausaufenthalte als nach offenen Operationen.
Das Seminar informiert über die Ursachen und Merkmale von Leisten-, Nabel- und Narbenbrüchen sowie die aktuellen Möglichkeiten der ambulanten und stationären Hernienchirurgie. Außerdem werden Therapiemöglichkeiten je nach Befund, Indikationen für Operationen und die entsprechenden Verfahren vorgestellt. Im Anschluss steht Dr. Berkhoff für Fragen zur Verfügung.
