Nur das Auftaktspiel nach dem Winter gegen Schott Mainz verlor die SG Barockstadt – seither gab es keine Niederlage mehr. Und mit dem Sieg gegen Freiburgs Nachwuchs arbeiteten sich die Fuldaer weiter weg von den Abstiegsplätzen, und sammelten gleichzeitig Selbstvertrauen für den Pokal-Schlager in Offenbach.
„Unser Prunkstück ist momentan, dass sich keiner rausnimmt. Jeder versuch, an seine Grenzen zu gehen, und das brauchen wir auch. So sind wir schwer zu schlagen, und können jeden schlagen. Manchmal ist Fußball einfach, aber auch wenn die Ergebnisse stimmen, sind wir nicht blauäugig“, freute sich Chefcoach Daniyel Cimen nach dem Sieg, ließ aber gleichzeitig nicht zu viel Euphorie aufkommen. „Erstmal sind wir glücklich, dass wir das Spiel gezogen haben. Das waren solche Spiele, die in der Hinrunde vielleicht unentschieden ausgegangen wären. Aber der nächste Step wäre dann, so ein 2:0 auch mal zu halten oder das dritte zu machen“.
Der Trainer hatte nur einmal gewechselt nach dem Remis in Walldorf und brachte Aaron Frey nach Gelbsperre für Besso zurück in die Innenverteidigung. Doch defensiv war die Barockstadt erstmal wenig gefragt, legte vielmehr einen tollen Start hin. Moritz Dittmann dribbelte sich links bis zur Grundlinie durch und bediente Tobias Göbel, der den Ball zur Führung ins Eckige stochern konnte (8.). Es war der erste Abschluss der SGB, und Freiburg begann defensiv wackelig. Leon Pomnitz hätte kurz darauf lieber selbst geschossen, als querzulegen (11.), so aber vergab es die Chance aufs schnelle 2:0. Doch die Hausherren blieben am Gaspedal. Göbel machte vorne immer wieder die Bälle fest.
Einmal Glück hatte die Cimen-Elf womöglich, als das Tor von Freiburgs Amegnaglo wegen vermeintlicher Abseitsstellung zurückgepfiffen wurde (24.). Der SCF-Konter entstand nach einer guten Dittmann-Möglichkeit vorne, der aber zu lange brauchte. Wenig später machte er es besser: Göbel legte diesmal für „Ditti“ ab, der mit einem tollen Solo an vier Freiburgern vorbei im Strafraum die Fans verzückte und dann noch den Ball zum 2:0 in die Maschen haute (33.). Doch diesmal hatten die Gäste fast eine Antwort: Mateo Zelic traf aus kurzer Distanz nur die Latte (35.).
So stark die erste Halbzeit der Barockstadt war, so sehr änderte sich das nach dem Seitenwechsel: Freiburg war nun offensiv aktiver, die SGB zu passiv und hektisch. Das Gegentor fiel völlig unnötig nach einem Eckball – und für mehr als eine halbe Stunde war nun Zittern angesagt. Das hätte vermieden werden können, wenn Göbel, der schon am Keeper vorbeigedribbelt war, das leere Tor getroffen hätte (72.). Doch diese Szene war bezeichnend: In Sachen Selbstvertrauen, Ruhe und Genauigkeit baute Fulda ab, nicht aber im Kampfgeist. Aaron Frey unterlief ein folgenschwerer Stockfehler, nach dem Jack James auf und davon war – doch Frey rannte hinterher und störte den Freiburger noch entscheidend (76.). So blieb es beim Stand von 2:1 spannend bis zum Ende – auch weil wegen diverser Unterbrechungen über sechs Minuten nachgespielt wurden. Und auch, weil Moritz Dittmann nach einem klaren Foul vom sonst überwiegend souveränen Schiri Gelb wegen Schwalbe sah, statt den Elfmeter bekam (84.).
„Freiburg hat es nicht schlecht gemacht, sie hatten viele Positionswechsel und für uns war es schwierig, eine gute Balance hinzubekommen“, analysierte Cimen: „Aber wir haben es in der ersten Halbzeit defensiv gut gemacht und selbst aus zwei Möglichkeiten zwei Tore gemacht. Das gehört dann auch mal dazu“.
Barockstadt: Zapico – Kraft, Habermehl, Frey, Schmitt – Sarpei, Ivankovic – Dittmann, Köhler (81. Reinhard), Pomnitz (65. Klein) – Göbel (90.+5).
Freiburg II: Jantunen; Rüdlin, Amegnaglo (56. James), Schopper, Tober, Fetsch (46. Wiklöf), Wagner (90. Schulten), Raweri (46. Lienhard), Zelic, Tarnutzer, Steinmann.
Schiedsrichter: Justin Hasmann (Wiebelskirchen)
Tore: 1:0 Tobias Göbel (8.), 2:0 Moritz Dittmann (33.), 2:1 Patrick Lienhard (60.)
Zuschauer: 1240
