Fußball 11.03.2026

Regionalliga – Musterbeispiele für Teamgedanken – Hillmann fällt aus

Fulda (pf) – Vor dem Hintergrund anderer Ergebnisse aus der Fußball-Regionalliga Südwest war der 2:1-Erfolg der SG Barockstadt gegen das U23-Topteam des FSV Mainz 05 umso wichtiger im Klassenkampf. Doch nun geht es in eine entscheidende Saisonphase samt Hessenpokal-Halbfinale Ende März, in der ein weiterer Ausfall verkraftet werden muss – dass andere in die Bresche springen können, zeigte sich aber auch am Samstag wieder.

Moritz Dittmann (rechts) hatte mit dem 1:1 die Wende eingeleitet. Foto: Chrsitine Görlich

Schon vor dem Spiel musste das Trainerteam „schwere Entscheidungen“ treffen, was die Startelf angeht: „Alle trainieren gut und nutzen ihre Chancen. Wir könnten mehr als elf Spieler aufstellen, wenn wir dürften. Aber wir müssen diese Entscheidungen fällen“, sagt Coach Daniyel Cimen, und freut sich nach dem großen Einfluss der Joker auf das Spiel und dem Siegtor von Nicola Köhler: „Genauso muss es sein: Persönliche Befindlichkeiten beiseite zu schieben. Wenn jeder für sich selbst eine gute Leistung abruft, hilft er der Mannschaft. Ich hoffe, dass das eine Bestätigung für jeden einzelnen ist, dranzubleiben“.

Denn jeder wird gebraucht – durch Ausfälle oder Sperren, wie die ersten Spiele nach der Winterpause schon zeigten. Nun ist Aaron Frey für die nächste Aufgabe in Walldorf gelbgesperrt, dafür kehrt Habermehl zurück. Doch neben dem Ausfall von Tim Korzuschek, und Max Stadler, der sich langsam wieder herantastet, muss Cimen nun den nächsten wichtigen Mann erstmal streichen: Kevin Hillmann musste gegen Mainz mit einer Armverletzung raus. Die erste Diagnose: Ein Knochenbruch, nicht in der Schulter, sondern im Bereich des Ellbogens. Laut erster Empfehlung werde er sechs Wochen pausieren müssen, der Arm sei aktuell stillgelegt, so Cimen: „Aber er will sich noch eine zweite Meinung bei einem Spezialisten einholen“. Durch solche Ausfälle „haben wir gar keine Zeit, dass jemand sich um seine eigene Situation zu viele Gedanken macht“, verdeutlicht Cimen. Bitter ist die Verletzung auch für Hillmann selbst, der wohl gerne in zwei Wochen im Hessenpokal bei „seinem“ OFC gespielt hätte.

Während Cimen und seine Frau immer noch auf das Baby warten – wodurch der Coach zumindest seine Uhr auf Alarmbereitschaft während des Spiels gestellt hatte – sorgte die Mannschaft mit dem Sieg für gute Nachrichten. „Auch wenn sich das 2:1 nicht unbedingt abgezeichnet hat, hat man gesehen, dass die Jungs den Sieg wollten und dafür alles investiert haben. Es war nicht die drückende Überlegenheit, aber so einen Sieg nehmen wir dann natürlich auch gerne mit“. Bezeichnend war die Reaktion von Moritz Dittmann nach dem Ausgleich, der den Ball direkt aus dem Tor holte. Wie schon das Mainzer Tor war auch das 1:1 ein „Geschenk“, meinte Cimen: „Aber Dittmann wurde da auch belohnt, weil er den Ball nicht aufgegeben und darauf vielleicht auch spekuliert hat“. Marius Gröschs Foul, das zum Elfmeter vor dem 0:1 führte, war ebenso unnötig – „Zapico fängt den Ball ab, dann passiert gar nichts“, meint Cimen. Das Foul selbst sei für den Trainer zumindest kein „Muss“ für einen Elfmeterpfiff gewesen, doch Grösch wisse die Szene auch selbst zu bewerten. „Und dann müssen es andere eben wieder ausbügeln“, so Cimen weiter.

Seinen ersten Einsatz bekam Winter-Neuzugang Luis Klein, der für Hillmann ins Spiel kam. Ein Stückweit aufgeholt habe er bereits seit seiner Ankunft in Fulda, „aber natürlich ist da noch Luft nach oben. Er hat ein Zusatzprogramm, da muss er dranbleiben“, erklärt Cimen, der sich natürlich über das erste Regionalliga-Tor von Nicola Köhler im Barockstadt-Dress genauso freute, wie der 27-Jährige selbst: Er steuerte beim Jubel direkt auf die SGB-Fankurve zu – die Gelbe Karte gab es obendrauf für ihn und Roko Ivankovic, der mit auf den Zaun geklettert war.