Sogar an Kickers Offenbach ist die SG Barockstadt mit dem Sieg vorbeigezogen – das, was wirklich zählte, waren aber die drei Punkte nach der Niederlage zuvor gegen Schott Mainz. Daniyel Cimen, der aus erfreulichen Gründen fehlte, hatte am Montagmittag aber noch keine erlösenden Nachrichten: Ganz im Stile eines Trainers sagte er: „Der Kleine hat nachts von Freitag auf Samstag angetäuscht, aber kommen wollte er noch nicht“. Die Geburt des dritten Sohnes muss also noch etwas warten, Cimen werde diese Woche in normalem Umfang das Training leiten, sei aber „immer auf Abruf“, um im Notfall „alles stehen und liegen“ zu lassen.
Statt die dreistündige Fahrt an den Kaiserstuhl mit anzutreten, weilte Cimen also in der Heimat und war mit der Bank per Audio verbunden, während er den Stream aus Bahlingen schaute. Schon im November 2025 hatten seien Jungs in der Fremde ohne den Cheftrainer gewonnen, damals bei den Stuttgarter Kickers. „Wir haben ein funktionierendes Trainerteam. Natürlich bin ich glücklich über das Ergebnis, es war eine gute Reaktion der Mannschaft“, betont der werdende Vater.
Drei Wechsel gab es in der Startelf – zwei notgedrungen und einen, weil Marvin Pourié vergangene Woche nicht voll trainieren konnte. Hillmann als Kapitän, Köhler und Göbel machten ihre Sache aber gut. „Wir haben in jeden das Vertrauen“, sagt Cimen: „Die Jungs hatten es sich auch verdient. Das sollte uns als Mannschaft auch auszeichnen, dass einer für den anderen da ist und der gesunde Konkurrenzkampf uns zu Höchstleistungen pusht“.
Neben den „sehr wichtigen“ drei Punkten, mit denen die Barockstadt nun 13 Punkte vor den letzten Vier der Tabelle liegt (allerdings bei einem Spiel mehr als Alzenau) gab es aber auch kleine Kritikpunkte, die bei einem Sieg selbstverständlich nicht außer Acht gelassen werden sollen: „Wir haben das Spiel nicht gekillt, hatten in der ersten Hälfte schon gute Chancen, und gerade nach der Roten Karte gegen Bahlingen können wir versuchen, auf diesem Platz noch mehr Kontrolle zu bekommen. Das müssen wir uns ankreiden“. Stattdessen wurde es nach dem Elfer nochmal kurz spannend, Arlind Iljazi stand gerade fünf Minuten auf dem Platz und foulte weit weg vom Geschehen seinen Gegenspieler im Strafraum. „Er ist nach wie vor ein junger Spieler“, sagt Cimen: „Man muss ihm Fehler zugestehen, aber er muss aus solchen auch genauso lernen“.
Für die kommende Trainingswoche passt das Wetter – es kann auf den Rasen gehen. Eine gute Vorbereitung gegen den spielstarken Nachwuchs von Mainz 05, der als nächstes in die Johannisau kommt. Cimen muss dann in der Verteidigung umbauen, da Milian Habermehl gelbgesperrt ist.
