Lokales FD 26.03.2026

Prüfverfahren läuft: Edeka will unter anderem 202 tegut-Filialen

Bonn (pf) – Nun wird es ernst: Edeka meldete dieser Tage offiziell die Übernahme von Teilen der tegut-Gruppe aus der Genossenschaft Migros Zürich an. Das Vorhaben liegt nun beim Bundeskartellamt in Bonn, das in eine eingehende Prüfung geht.

Das angemeldete Paket von Edeka beinhaltet auch das Logistikzentrum Michelsrombach. Nun prüft das Bundeskartellamt, ob oder in welchem Umfang die Übernahme freigegeben wird. Foto: Pascal Fischer

Edeka habe Übernahme von Teilen der tegut-Gruppe von GMZ angemeldet, wie das Bundeskartellamt auf Nachfrage von Osthessen-Zeitung bestätigt. Das angemeldete Zusammenschlussvorhaben umfasst demnach 202 Filial-Standorte von „tegut…“, 41 Standorte der automatisierten „teo“-Märkte, die Herzberger Bäckerei in Fulda, das Logistikzentrum Hünfeld-Michelsrombach an der A7, die Verwaltungszentrale in Fulda sowie zwei weitere Gewerbeimmobilien in Bad Brückenau und Kassel.

Es folgt nun ein „Fusionskontrollverfahren“ des Bundeskartellamts, bei dem das Vorhaben „eingehend im Hinblick auf seine wettbewerblichen Auswirkungen auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten“ geprüft werde, teilt ein Sprecher aus Bonn mit. „Umfangreiche Ermittlungen bei Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels sowie auf Lieferantenseite“ werden dabei durchgeführt. Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen sehe für die Fusionskontrolle im Vorprüfverfahren eine Frist von einem Monat ab dem Eingang einer vollständigen Anmeldung vor.

Wenn ein Zusammenschlussvorhaben nach Abschluss des Vorprüfverfahrens nicht freigegeben werden kann, beispielsweise, falls weitere Ermittlungen erforderlich seien oder wettbewerbliche Bedenken bestehen würden, würde ein Hauptprüfverfahren eingeleitet: „Für ein solches stehen maximal vier weitere Monate zur Verfügung“, so das Bundeskartellamt weiter.

Um welche 202 Filialen es konkret geht, gebe das Amt zum aktuellen Zeitpunkt nicht heraus. Dies sei im weiteren Fortgang des Verfahrens „jedoch nicht ausgeschlossen“, heißt es.

Bearbeitet wird das Fusionskontrollverfahren innerhalb des Bundeskartellamtes durch die 4. Beschlussabteilung, die für die Landwirtschaft, die Lebensmittelproduktion und den Lebensmittelhandel zuständig ist. Diese bearbeitete in den vergangenen Jahren schon den einen oder anderen Zusammenschluss, so beispielsweise dem Beitritt von „Konsum Dresden“ in den Edeka-Verbund, die Übernahme Kauflands von Globus-Standorten oder auch die Verteilung von „real“-Standorten: Edeka hatte vor einigen Jahren 72 „real“-Objekte übernehmen wollen, freigegeben ohne Auflagen wurden aber in 2021 nur 45, auf rund 30 Prozent musste der Edeka-Verbund aufgrund von Wettbewerbsbedingungen also verzichten.

Klar ist aber wohl: Das Bild in Osthessen wird sich an vielen bestehenden tegut-Standorten weg vom Orange hin zu den Edeka-Farben Blau und Gelb verändern. Wie flächendeckend die geplante Übernahme letztlich sein wird, liegt nun in der Zuständigkeit des Bundeskartellamts. Bekanntlich sollen aber auch Rewe und womöglich noch andere Unternehmen Interesse an kleineren Paketen von tegut… haben.