Bereits zum dritten Mal hatte der Landkreis zum Pflegeforum eingeladen: 26 regionale Akteure aus Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, Pflegeschulen und Bildungseinrichtungen informieren über Berufsperspektiven, Weiterbildungsmöglichkeiten und aktuelle Entwicklungen in der Branche. Der Erfolg der vergangenen Jahre zeigt, wie groß das Interesse ist. Rund 1000 Besucherinnen und Besucher nutzten im letzten Jahr die Gelegenheit zum Austausch über den Pflegealltag, über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie über Einstiegschancen in einen Beruf, der in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird – und auch bei der dritten Auflage kamen zahlreiche Interessierte aus der Branche und darüber hinaus zusammen.
„Ich freue mich sehr, dass wir wieder mit so vielen Personen hier zusammenkommen“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete und Vize-Landrat Frederik Schmitt bei der Eröffnung am Freitagmorgen. Das Pflegeforum sei ein gemeinsames Projekt vieler Beteiligter aus der Praxis: „Das Pflegeforum gibt es nicht, weil ein Landrat oder Oberbürgermeister gesagt hat, wir wollen so etwas machen – sondern weil die Initiative aus dem Pflegetisch heraus entstanden ist.“ Hinter der Veranstaltung stecke viel Engagement, Leidenschaft und Herzblut der beteiligten Einrichtungen, betonte Schmitt. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei auch dem Fachkräftemangel. Schon heute fehlen im Landkreis zahlreiche Pflegekräfte. Laut Zahlen aus dem hessischen Pflegemonitor lag der Fehlbedarf 2024 bei rund 310 Pflegefachkräften – und die Nachfrage wird weiter steigen.
Zur Eröffnung sprach auch Hessens Gesundheits- und Pflegeministerin Diana Stolz. Sie betonte die Bedeutung regionaler Netzwerke und den Austausch zwischen Politik und Praxis. „Das Wichtigste ist, sich zu vernetzen, miteinander im Gespräch zu bleiben und aus der Praxis heraus die beste Politik zu machen“, erklärte Stolz. Die besten Ideen entstünden meist direkt vor Ort. Die Ministerin unterstrich zugleich die gesellschaftliche Bedeutung des Pflegeberufs: „Wenn man sich für einen Pflegeberuf entscheidet, dann hat man sich für einen Beruf mitten im Leben entschieden.“ Pflegekräfte gestalteten Lebenswege anderer Menschen und erhielten dafür oft viel Dankbarkeit zurück. Politik müsse deshalb dafür sorgen, dass Pflegekräfte ihre Arbeit möglichst frei von Bürokratie ausüben können.
Das Pflegeforum zeigt zugleich die Vielfalt der Branche. Einrichtungen wie das Herz-Jesu-Krankenhaus, regionale Pflegedienste, Bildungsträger oder die Hochschule Fulda informieren über Ausbildungswege, Studienmöglichkeiten und berufliche Perspektiven. Neben Informationen für Berufseinsteiger bietet die Messe auch Weiterbildungsmöglichkeiten für Fachkräfte. Workshops beschäftigen sich unter anderem mit nachhaltiger Praxisanleitung, Wundmanagement oder dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Pflege. Einige Angebote gelten sogar als anerkannte Pflichtfortbildungen für Pflege- und Lehrkräfte.
Auch pflegende Angehörige stehen im Fokus der Veranstaltung. Unter dem Motto „Gemeinsam stark“ findet am Nachmittag ein Austausch-Café statt, bei dem sich Betroffene informieren und vernetzen können. Christina Marg vom Pflegestützpunkt des Landkreises gibt dabei praktische Tipps zur Organisation des Pflegealltags und informiert über Unterstützungsangebote für die häusliche Pflege.
Die Zahlen verdeutlichen, wie wichtig das Thema in der Region ist: Im Landkreis Fulda gibt es derzeit 35 stationäre Pflegeeinrichtungen, 24 teilstationäre Angebote sowie 46 ambulante Pflegedienste. Rund 2100 Menschen arbeiten in der Altenpflege, weitere etwa 3600 in der Gesundheits- und Krankenpflege. Für Schmitt ist das Pflegeforum daher mehr als nur eine Informationsveranstaltung. Es sei auch ein Signal für die Zukunft der Branche: „Das Pflegeforum ist ein starkes Zeichen gegen den Fachkräftemangel und für das Berufsbild Pflege.“
