Seit zwölf Jahren engagiert sich der Förderverein Nakuru, der von Franz’ Kollegen Andre Kaiser ins Leben gerufen wurde (auch er war in Afrika dabei) in dem gleichnamigen Ort in Kenia. Für acht Tage unterstützte das Team in diesem Jahr die Mirisa-Schule. In der Vergangenheit hat der Verein bereits beachtliche Infrastrukturprojekte realisiert: Es wurden Brunnen gebaut, Solaranlagen installiert, Wasserfilteranlagen errichtet und sogar Verbrennungsöfen gebaut, um die Bedingungen nachhaltig zu verbessern.
Seit nunmehr vier Jahren liegt ein besonderes Augenmerk des Vereins auf der Zahnhygiene der über 400 Schüler – und die Bemühungen zahlen sich nachweislich aus. Neben einer umfassenden Zahnputzschulung fand eine zahnmedizinische Untersuchung statt. Dabei wurden medizinische Härtefälle direkt in ein Krankenhaus oder zu einem Zahnarzt gebracht, um die notwendigen Behandlungen durchzuführen. „Die Zahnhygiene ist wesentlich besser geworden“, konstatierte Franz zufrieden. Waren es früher noch 40 bis 50 schwere Fälle, so musste das Team dieses Jahr nur noch bei zwölf Kindern akut eingreifen. Ein entscheidender Faktor für diese positive Entwicklung sei die installierte Wasseranlage inklusive Filter, da verschmutztes Wasser oft ein großer Faktor für die schlechte Mundhygiene war.
Jeden Tag von 8.30 Uhr bis 15.30 Uhr war das Team an der Schule aktiv. Patrick Franz übernahm dabei persönlich den Sportunterricht, während ein Kollege Musikstunden gab – so nutzte das Team die Zeit mehr als produktiv. Das emotionale Highlight der Reise war das große Schulfest, das der Förderverein für die Kinder ausrichtete. Das Rahmenprogramm konnte sich sehen lassen: Hüpfburgen, drei große Pools, Kamelreiten und Tanzwettbewerbe sorgten für Begeisterung. „Die Pools waren das absolute Highlight, denn viele von den Kindern waren noch nie richtig im Wasser“, so Franz. An diesem besonderen Tag war auch etwas Süßes erlaubt: Es gab Getränke wie Orangenlimonade und kleine Muffins.
„Die Dankbarkeit der Kinder ist einfach unglaublich“, so der Kaufmann. In diesem Zusammenhang zog er einen Vergleich mit den Kindern hierzulande: „Wenn ich meine Tochter aus der Schule abhole, sind die meisten Kinder am Handy, in Nakuru wollen sie in der Pause einfach spielen.“ Es beeindrucke ihn tief, wie viel Lebensfreude die Kinder ausstrahlen, obwohl sie im Vergleich so wenig besitzen.
Die Spenden für den Förderverein sammeln sie zum Beispiel bei Events wie Tombolas in den Rewe-Märkten. In diesem Jahr konnte die Gruppe erneut 12.000 bis 13.000 Euro mit nach Kenia nehmen, um dort Dinge zu kaufen, die wirklich gebraucht werden. In Kenia gebe es nämlich auch Probleme mit Korruption, und so sei bei einem direkten Kauf vor Ort gewiss, dass jeder Cent auch wirklich bei den Kindern ankommt.
