Handball 15.03.2026

Oberliga – Eindeutiges Derby: Hersfeld zeigt Reaktion, HSV Kampfgeist

Hünfeld/Großenlüder (pf) – Klare Sache im Derby – die aber auch so zu erwarten war: Der TV Hersfeld war in der Handball-Oberliga Nord eine Nummer zu groß für den Hünfelder SV und gewann am Samstagabend mit 38:23 (20:9) in der Haunestadt. Die HSG Großenlüder/Hainzell unterlag derweil zuhause dem Team der Stunde aus Wesertal mit 36:42 (17:20).

Jonas Rübenstahl (weißes Trikot) und der TV Hersfeld setzten sich in Hünfeld durch. Archivfoto: Christine Görlich

Hünfelder SV – TV Hersfeld 23:38 (9:20)

Der TV Hersfeld wollte nach der Heimpleite gegen Wesertal und dem Ausrutscher im Titelrennen eine Reaktion zeigen. „Die Mannschaft wusste, dass sie was gutmachen muss“, so Kai Hüter aus dem Trainerteam der Festspielstädter, der zufrieden sein konnte: „Wichtig war für uns, dass wir von Anfang an Gas geben und zeigen: Hier passiert heute nichts. Das haben wir relativ konsequent durchziehen können“. Auf der anderen Seite wussten sowohl die Hünfelder Fans als auch der neue Coach Fabian Sauer, das Sportliche einzuordnen: Hersfeld war mindestens ein Regal zu hoch, dafür sah Sauer erste kleine Schritte des Erfolgs: „Ein Ziel, das wir uns gesetzt haben: Kämpfen bis zum Schluss. Das hat die Mannschaft heute auf jeden Fall erfüllt und sich nicht aufgegeben“.

2:2 stand es nach zwei Minuten, ehe Hersfeld erstmals in den Turbo schaltete und später mit 15:4 (21.) führte. Schon da war abzusehen, dass es ein langer Abend für Hünfeld werden könnte. „Hersfeld hat eine super Abwehr gestellt, wir hatten kaum Lösungen dagegen“, musste Sauer anerkennen: „Über die schnelle Mitte und erste Welle haben sie uns dann relativ schnell das Genick gebrochen. Ab und zu sind wir in unseren Positionsangriff gekommen und haben dann auch an unseren Baustellen wie dem Eins-gegen-eins arbeiten können, aber insgesamt kamen wir zu wenig in diese Situationen“, so der HSV-Trainer weiter, der unter der Woche von Stephan Kimpel übernommen hatte. Hersfeld wiederum stellte sich auf einen aggressiven Gegner ein, wusste aber auch, „dass ein Trainerwechsel in so kurzer Zeit wenig ändern kann“, so Hüter. Der Gäste-Coach freute sich vor allem, dass alle Feldspieler ihr Tor machten, und zudem Keeper Yannik Voß an alter Wirkungsstätte überragend war: „Das war heute auch ein Spiel für den Torwart. Mitunter haben wir nicht viel zugelassen – aber das, was durchkam, hat er super gehalten“. Beim HSV durfte sich Trainer Sauer unter anderem über einen Treffer von A-Jugendspieler Paul Weber freuen, der seine Sache ebenfalls gut machte. In Hälfte zwei war das Derby lange entschieden, Sauer gefiel der Angriff dann sogar etwas besser – „aber natürlich auch, weil Hersfeld ein bisschen gewechselt hat“.

Hünfeld: Weber (1), Menth, Schäfer, Reuchsel (7), Schott (1), Gute (3), Aha (4), Kaub (1), Sauerbier (5/1), Hohmann, Schramm, Becker (1), Simon.

Hersfeld: Becker (8), Kehl (1), L. Reinhardt (2), Berger (1), Kürten, Rehberg (4), Wiegel (3), F. Reinhardt (8/3), Rübenstahl (3), Thole (1), Dellmuth (2), Voß, Bachus (5).

 

HSG Großenlüder/Hainzell – HSG Wesertal 36:42 (17:20)

Im mit Spannung erwarteten Verfolgerduell der Oberliga Nord bot Großenlüder/Hainzell der zuvor punktgleichen HSG Wesertal zwar die Stirn, geriet aber durch eklatante Schwächephasen ins Hintertreffen. Anfangs entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe, die HSG führte sogar knapp mit 8:6 (12.), ehe der Faden danach aber komplett riss: „Wir haben nicht mehr an dem angesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wesertal konnte dann seinen Angriff durchspielen und so kam so ein Spiel zustande“, ärgerte sich das Trainerteam der Lüderer. Chefcoach Sebastian Peppler musste das Geschehen gesperrt von der Tribüne aus verfolgen. Zwischenzeitlich stand es 11:18 (25.), dann kämpften sich die Hausherren sogar nochmal bis auf drei Tore heran – und es gab Hoffnung für den zweiten Durchgang. Doch in Hälfte zwei legte Wesertal direkt wieder einen 4:0-Lauf hin, damit war die Messe dann schon früh gelesen. Am Ende wurde es ein Scheibenschießen, in dem Großenlüder nur noch einmal bis auf vier Tore herankam, doch den Angriff von Wesertal nie wirklich stoppen konnte. Damit zieht Wesertal auf Platz drei weg und liegt nun zwei Punkte vor der HSG Großenlüder/Hainzell, die direkt das nächste Spitzenspiel gegen Hersfeld vor der Brust hat.

Großenlüder/H.: Masche, Sippel (1), Weinbörner (1), Bosold (1), Kirsch (12), Wessling (1), S. Münker, Stradtmann, Malolepszy (7/2), Herber, L. Dimmerling (2), Blinzler (5), Deppe (3), H. Dimmerling (3), Nechvatal.